Lexikon
Taino
ZurückWer waren die Taino?
Die Taino waren die indigenen Einwohner in einem Teil der Karibik, also die ursprüngliche Bevölkerung, bevor Kolumbus und mit ihm weitere Europäer auf die Inseln kamen. Sie lebten auf vielen der Westindischen Inseln, darunter auf den Bahamas, den nördlichen Kleinen Antillen und den Großen Antillen. Sie gehören damit auch zu den Ureinwohnern von Kuba. Die Taino unterteilten sich wiederum in mehrere Volksgruppen. Gemeinsam haben sie, dass sie eine Arawak-Sprache sprachen.
Die Taino gehören nämlich zum Volk der Arawak. Sie wanderten ab 800 n. Chr. aus Südamerika, genauer gesagt aus dem Orinoco-Delta in Venezuela, von Insel zu Insel Dabei verdrängten sie die dort ansässigen Völker. Vor ihnen lebten also schon andere Volksgruppen auf den Inseln. Das waren ab 500 v. Chr. vor allem Saladoiden. Von einigen Inseln wurden die Taino selbst wieder verdrängt, und zwar ab 1200 n. Chr. von den Kariben. Das war zum Beispiel auf Dominica der Fall. Dort lebten also Kariben, als die Europäer kamen.
Auf Spanisch schreibt man Taíno, denn man spricht das a und das i getrennt, die Betonung liegt auf dem i. Auf Deutsch wird manchmal auch die Mehrzahl Tainos verwendet.
Wo und wie lebten Taino?
Taino lebten auf den Großen Antillen, also auf Kuba, Jamaika, Hispaniola und Puerto Rico. Sie wohnten auch auf den Lucayischen Inseln nördlich davon, das sind die Bahamas und die Turks- und Caicosinseln. Außerdem bewohnten sie von den Kleinen Antillen die Leeward Islands, also die nördlichsten der Kleinen Antillen ab den Jungferninseln.
Die Taino waren in Verbänden von Stämmen organisiert. Ihr Anführer war ein sogenannter Kazike. Meistens waren das Männer, aber es gab auch weibliche Kaziken. Die Taino betrieben Landwirtschaft und lebten in Dörfern. Ihre Häuser bauten sie aus Holz und Pflanzen, zum Beispiel Palmblättern. Sie verehrten Naturgötter und -geister, zu denen ein Medizinmann Verbindung hielt. Zu ihrer Kunst gehören Petroglyphen, das sind in Felsen geritzte Zeichnungen.
Wie geschah mit den Taino?
Nach der Ankunft der spanischen Eroberer Ende des 15. Jahrhunderts wurden die Taino zur Zwangsarbeit gezwungen. Viele starben an Krankheiten, die die Europäer einschleppten.
Auf der Insel Hispaniola zum Beispiel lebten bei der Ankunft von Kolumbus rund 300.000 Menschen, die meisten waren Tainos - nur ganz im Osten wohnten auch ein paar Kariben. Die Taino waren in fünf Stämmen organisiert, jeweils geleitet von einem Kaziken. Einer hieß zum Beispiel Guarionex, das spricht man eher wie Warionesch.
Die Spanier nahmen sich das Land der Taino und setzten Gouverneure ein. Sie gingen auch mit Waffengewalt vor und richteten 1502 ein schlimmes Massaker an, in dem 300 Taino starben. Als Folge lebten auf Hispaniola im Jahr 1518 nur noch 4000 Taino auf Hispaniola. Ähnlich verlief es auf den anderen Inseln.
Einige ihrer Nachkommen leben jedoch noch heute. Sie sind also nicht ganz ausgestorben. Geblieben sind auch einige Wörter aus ihrer Sprache, zum Beispiel Hamaca für Hängematte auf Spanisch, Hurrikan, Tabak oder Mais sowie geografiasche Namen wie Haiti.

