Lexikon
Sargassosee
ZurückWo liegt die Sargassosee?
Die Sargassosee ist ein Meeresgebiet im Atlantik, das von vier Meeresströmungen begrenzt wird, die einen Meereswirbel bilden, den Nordatlantikwirbel. Die Sargassosee liegt also in der Ruhezone zwischen diesen Meeresströmungen. Das Gebiet liegt im nördlichen Atlantik, östlich von Florida (USA). Sie unterscheidet sich von anderen Meeresgebieten auch dadurch, dass sie keine Landgrenzen besitzt.
Sie heißt übrigens nicht Saragossasee, wie man das Wort schnell mal falsch liest. Der Name Sargassosee kommt von einer Algenart, die hier besonders häufig vorkommt, den Sargassum-Algen. Auch Sargassomeer ist nicht der richtige Ausdruck.
Die vier Meeresströmungen, die die Sargassosee begrenzen sind im Norden der Golfstrom, der sich aus dem Antillenstrom entwickelt, und im Nordosten der Nordatlantikstrom. Der verlängert den Golfstrom in Richtung Europa. Im Südosten folgt der Kanarenstrom, der im Süden wiederum in den Nordäquatorialstrom übergeht. Auf der Karte kann man diesen riesigen Wirbel gut sehen. Das Wasser in der Sargassosee selbst ist meistens ruhig und blau.
Das Gebiet der Sargassosee ist riesig. Die Ausdehnung von Westen nach Osten beträgt rund 3200 Kilometer, von Norden nach Süden sind es 1100 Kilometer. Das Meer ist hier zwischen 5000 und 7000 Meter tief. Am westlichen Rand des Gebietes liegen die Bermuda-Inseln.
Algen und Aale in der Sargassosee
Typisch für die Sargassosee ist das Vorkommen von Sargassum-Algen. Sie gehören zu den Braunalgen. Die Sargassum-Arten in der Sargassosee gehören zu den frei schwimmenden Arten (es gibt auch festwachsende Arten). Durch den Meereswirbel außen versammeln sich die Algen in der Mitte. Leider dreht sich inzwischen auch eine große Menge Plastikmüll mit.
Außerdem schlüpfen in der Sargassosee Aale. Typisch für diese langgestreckten Fische ist, dass sie im Süßwasser leben, zum Laichen aber ins Meer und somit ins Salzwasser schwimmen. Sie legen ihre Eier also hier ab. Sie schwimmen dafür oft viele tausend Kilometer. Junge Aale schlüpfen also immer im Meer. Zuerst sind sie allerdings Larven.
In der Sargassosee laichen zwei Aalarten: Der Amerikanische Aal und der Europäische Aal. Das Laichen erfolgt tief unten im Wasser. Die geschlüpften Larven schwimmen dann los, die Amerikanischen Aale nach Amerika, die Europäischen Aale nach Europa. Letztere brauchen etwa drei Jahre bis zu den Küsten von Europa. Sie lassen sich vom Golfstrom tragen, schwimmen aber auch selbst.
Im Laufe dieser Zeit wachsen sie und werden zunächst zu Glasaalen. Die heißen so, weil sie noch durchsichtig sind in diesem Alter. Weiter schwimmen sie über die Flüsse ins Landesinnere. Nachdem sie dort über mehrere Jahre heranwachsen, begeben sie sich wieder auf den Rückweg - um selbst zu laichen.


