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Was ist Kommunismus überhaupt?

Im Kommunismus sind alle Menschen gleich, so zumindest die Idee. [ © pixabay.com ]

Die Grundidee des Kommunismus besteht darin, dass alles allen gehören soll. Es gibt also keinen, der mehr hat als andere und man hofft, dass es dadurch allen gleich gut geht. Es sollte kein Mensch über einen anderen herrschen, wie es eben lange Zeit der Fall war. Alle Menschen sollten auch gleich behandelt werden.

Alle Sachen, die man zur Herstellung von Produkten benötigt, sollten nicht einer einzelnen Person gehören, wie im Kapitalismus, sondern auch allen gehören, der Gemeinschaft. Es gibt also keinen persönlichen Besitz. Das ist doch gerecht, wirst du vielleicht sagen, dann hat am Ende keiner mehr als der andere. Denn bei uns geht es ja oft genug ganz schön ungerecht zu, dann haben einige wenige ganz viel und die meisten nur wenig. 

Wer hatte eigentlich die Idee des Kommunismus?

So schaute Karl Marx aus. [ © gemeinfrei ]

Vor 150 Jahren hatten die Arbeiter kaum Rechte. Die Wirtschaft boomte, die Fabriken waren höchst produktiv. Es war das Zeitalter der Industrialisierung. Viele Produkte wurden nicht mehr per Hand, sondern mit Hilfe von großen Maschinen in Fabriken produziert. Die Unterschiede zwischen den Menschen, die Produkte herstellten, und den wenigen, denen die Fabriken gehörten, waren riesengroß. Den Arbeiterinnen und Arbeitern, die in den Fabriken schufteten, ging es oft sehr schlecht. Sie erhielten für ihre Arbeit wenig Lohn, während die Besitzer der Fabriken eine Menge Geld verdienten. Da kam ein Mann ins Spiel, der Geschichte schreiben sollte und der hieß Karl Marx. 

Karl Marx schrieb ein Buch:

1948 schrieb dieser Karl Marx ein Buch, das sehr bekannt werden sollte. Das hieß "Das kommunistische Manifest". Er hat es gemeinsam mit einem Mann namens Friedrich Engels geschrieben. Was stand da nun drin? Die Klassengesellschaft soll durch eine Revolution beseitigt werden und die Proletarier die Herrschaft übernehmen. "Proletarier" bedeutet so viel wie "Arbeiter". Vieles, was in diesem Buch stand, kam übrigens gar nicht ursprünglich von Marx, denn das Wort "communis" bedeutet "gemeinschaftlich" und stammt aus dem Lateinischen.

...und noch mehr Bücher

Die drei Bände von "Das Kapital". [ © McLeod / CC BY-SA 3.0 ]

Nach 20 Jahren veröffentlichte Marx drei Bände eines weiteren Buches, das heißt "Das Kapital". Hier beschreibt er die optimale Gesellschaftsform, in der alle gleich sind, es keinen Privatbesitz mehr gibt und vor allem keinen Staat und keine Regierung mehr. Diese Idee stammt übrigens auch nicht ursprünglich von Marx, sondern von Thomas Morus, der hatte das schon viele Jahre zuvor – genau im Jahre 1516 - in seinem Werk namens "Utopia" beschrieben.

Laut Marx und seinem "Kapital" gibt es erst einen sogenannten Klassenkampf und dann eine Diktatur des Proletariats. Der Zustand vor dem Kommunismus ist der Sozialismus. Religion ist laut Marx "Opium fürs Volk". Die Religion betäubt den Menschen und passt somit nicht mit dem Kommunismus zusammen. Denn solange es die Religion gibt, die Menschen auf ein Leben im Jenseits vertröstet, machen sie keine Revolution, die ja wieder Voraussetzung für die Diktatur des Proletariats ist.

Marx sairb 1883 in London. Seine Idee setzte sich nach seinem Tod erst einmal so gar nicht recht durch, nur in Russland. Hier gab es 1917 eine Revolution, die die Ideen von Marx und Engels aufgriff. 

Ist der Kommunismus nun "falsch oder richtig"?

Es gab viele Ausprägungen des Kommunismus oder seiner Vorstufe, des Sozialismus. Oft ging es leider nicht so gerecht zu, wie die Idee es eigentlich verlangt. [ © Communpedia Staff / CC BY-SA 4.0 ]

Auf diese Frage wirst du viele verschiedene Antworten erhalten. Von der Idee her ist so einiges im Kommunismus ja völlig richtig, nur haben die Vordenker des Kommunismus nicht bedacht, dass Menschen leider nicht immer gerecht handeln, sondern sich oft genug in Konkurrenz sehen. Sie wollen eben mehr haben als andere, es soll ihnen besser gehen und sie wünschen sich Vorteile.

Das war auch in den Ländern, in denen sich der Kommunismus oder der Sozialismus ausbreiten konnte, wie in der Sowjetunion, in China oder in Kuba, überall ähnlich. Auch die DDR war ein sozialistischer Staat. Alle waren offiziell gleich, aber manche irgendwie "gleicher". Das waren oft die Anführer von irgendwelchen Parteien, also die Leute, die am Ende etwas zu sagen hatten. Und die wieder unterdrückten die Leute, die nichts zu sagen hatten, also das Volk. Oft gab es auch nur eine einzige Partei, die über alles bestimmte. Und oft ging diese Partei gegen ihre Gegner sehr brutal und grausam vor. Hier war dann nur wenig von der Gleichheit aller Menschen zu spüren. Am Ende war das dann im Kommunismus auch nicht so viel anders als Kapitalismus.

So sind sich die Anhänger des Kommunismus bis heute auch nicht so ganz einig darüber, wie die Menschen denn zum Kommunismus hingeführt werden sollten. Und für die Gegner des Kommunismus ist die Angst groß, weil eben der Kommunismus die Revolution beschwört und die Abschaffung des Staates. Das ist z. B. gegen unsere Verfassung. Deshalb wurden Kommunisten auch lange Zeit als sogenannte Verfassungsfeinde eingestuft.

Aber bilde dir selbst ein Urteil.