Lexikon
Golfstrom
ZurückWas ist der Golfstrom?
Der Golfstrom ist eine Meeresströmung im Atlantik. Man bezeichnet sowohl das ganze System von Meeresströmungen im Atlantik als Golfstrom als auch den eigentlichen Golfstrom, der nur ein Teil davon ist.
Verlauf des Golfstroms
Der Golfstrom im engeren Sinn beginnt südöstlich der USA, nördlich von den Bahamas. Er wird selbst gespeist von weiteren Meeresströmungen, nämlich dem Antillenstrom und dem Floridastrom. Als Golfstrom fließt dann das warme und salzreiche Wasser zunächst an der Ostküste der USA entlang, ehe der Strom bei North Carolina nach Osten dreht. Dort liegt das Kap Hatteras, also eine Landzunge. Hier dreht der Golfstrom also ab.
In Richtung Europa wird er dann zum Nordatlantikstrom. Er fließt an den Britischen Inseln vorbei und dann westlich von Skandinavien weiter. Ein Teil fließt auch zwischen Grönland und Island weiter, ein anderer Teil westlich von Grönland Richtung Kanada. Das Wasser kühlt dabei immer mehr ab. Das kalte Wasser wird dann wieder nach Süden transportiert.
Zum gesamten System, das man auch Golfstromsystem nennt, gehören außerdem der Portugalstrom, der Kanarenstrom und der Nordäquatorialstrom. Der Portugalstrom zweigt vom Nordatlantikstrom ab Richtung Süden und fließt an der Küste von Portugal vorbei Richtung Afrika. Er wird dann zum Kanarenstrom und der wird wiederum zum Nordäquatorialstrom. Der fließt dann zurück Richtung Amerika. Man nennt das ganze auch ein “Förderband”.
Golfstrom, Nordatlantikstrom, Kanarenstrom und Nordäquatorialstrom begrenzen das Meeresgebiet der Sargassosee.
Wie funktioniert der Golfstrom?
Der Golfstrom ist wie ein riesiges, warmes Flussband im Meer. Das funktioniert einfach erklärt so: In der Nähe des Äquators wird das Meerwasser durch die Sonne erwärmt. Dieses warme Wasser fließt im Atlantik nach Norden, Richtung Europa. Dabei gibt es Wärme an die Luft ab.
Der Golfstrom ist Teil eines großen Systems, das vier Ozeane umfasst. Man nennt das ganze System auch globales Förderband. Der Fachbegriff heißt thermohaline Zirkulation. Mehrere Meeresströmungen fließen also ineinander.
Diese Strömungen kommen zustande durch Unterschiede in der Temperatur (zum Beispiel kaltes Wasser im Norden, warmes Wasser in der Karibik) und Unterschiede im Salzgehalt des Wassers. Das verändert die Dichte des Wassers. Kaltes Wasser ist dichter als warmes Wasser udn sinkt nach unten.
Dazu kommen aber noch mehr Antribskräfte, wie der Wind, der zum Beispiel das Wasser an der Oberfläche des Atlantiks nach Norden treibt. Auch die Gezeiten spielen eine Rolle. All das bringt das Wasser zum Fließen.
Warum ist der Golfstrom wichtig für Europa?
Der Golfstrom sorgt dafür, dass es in Europa, zum Beispiel in Großbritannien oder Norwegen, viel milder ist als in anderen Gegenden auf der gleichen Breite, etwa in Kanada. Ohne den Golfstrom wäre es hier deutlich kälter. Siehe auch: Was hat der Golfstrom mit dem Klima zu tun?
