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Fairer Handel - kurz erklärt!

Die Waren, die in diesem Geschäft verkauft werden, stammen aus dem "Fairen Handel". [ © Knasluvan / CC BY-SA 4.0 ]

Die Grundlage für den Fairen Handel ist die Tatsache, dass Menschen, die Produkte herstellen, dafür auch fair bezahlt werden. Das sollte selbstverständlich sein, ist es aber auf dem Weltmarkt überhaupt nicht. Oft bekommen genau die Leute, die ein Produkt herstellen, am wenigsten Geld von allen, die am Herstellungsprozess beteiligt sind. Das meiste Geld verdienen die Firmen, die aber von diesem Geld nur wenig an die Arbeiterinnen und Arbeiter weitergeben. Die Näherinnen, die z.B. ein Kleidungsstück nähen, bekommen oft nur einen winzigen Teil davon ab, was das Produkt am Ende kostet. Und das ist unfair. Dem will sich der "Faire Handel" entgegen stellen und Abhilfe schaffen.

Doch ganz so einfach ist es leider nicht. Oft wird diskutiert, was denn ein "fairer Preis" am Ende genau sein soll. Und diese Frage ist nicht immer eindeutig zu beantworten.  

Fairtrade international

Die Organisation, die dieses Siegel vergibt, heißt Fairtrade international und es gibt davon einen "Ableger" in Deutschland, nämlich Fairtrade Deutschland. Mittlerweile gibt es viele Produkte mit diesem Siegel und nicht nur in ganz speziellen Geschäften, sondern auch in Supermärkten und auch bei Billigsupermärkten. So wächst der Anteil an fair gehandelten Waren. Doch mittlerweile gibt es auch am Kritik am Siegel. Warum das? Ist doch eine gute Idee, wirst du vielleicht denken, dann weiß jeder, was er kauft und unterstützt die Menschen in Asien, Südamerika oder auch Afrika.

Was genau ist denn nun fairer Handel?

Dieses Siegel steht für den Fairen Handel. Du kannst beim Einkaufen darauf achten. [ © Fairtrade Deutschland / mit freundlicher Genehmigung ]

Es gibt bestimmte Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, wenn sich ein Produkt als "fair" bezeichnen darf. Als Ziel hat man sich gesetzt, dass die Lebensbedingungen der Produzenten, das sind dann oft die Arbeiter auf den Plantagen, aber auch der Fabrikarbeiterinnen in den (Kleider)fabriken, besser werden. Das heißt nicht, dass die Menschen dort so leben können wie wir hier im doch sehr reichen Europa, aber sie können zumindest etwas besser leben und z.B. ihre Kinder in eine Schule schicken. Eine Sache, die eben in vielen Ländern der Welt nicht selbstverständlich ist.

Wer entscheidet, was "fair" ist?

Damit wir im Laden auch wissen, welche Produkte nun "fair" sind, gibt es eine Organisation, die dafür einen Stempel vergibt. Anhand dieses Stempels erkennst du: "Aha, dieses Produkt wurde unter "fairen Bedingungen" hergestellt. Konkret heißt das, dass die Bauern bei wichtigen Entscheidungen mitbestimmen durften oder an ihrem Arbeitsplatz Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden und die Vorsorge im Gesundheitsbereich bedacht wird. Kinderarbeit ist nicht erlaubt und die Arbeiter dürfen auch nicht zur Arbeit gezwungen werden.

Nicht immer ist wirklich klar, wie hoch der Anteil an wirklich "fair" hergestellten Produkten ist. [ © Guillaume Capron / CC BY-SA 2.0 ]

Was wird kritisiert?

Die Kritiker sind der Ansicht, dass viele Produkte, die Anteile aus nicht fairer Produktion haben, auch als "fair" verkauft werden. Z.B. kann es bei einem Schokoladenriegel passieren, dass in einem Riegel Bestandteile aus fairem und aus nichtfairem Hand enthalten sind. Doch der Riegel trägt das Siegel, ist dementsprechend teuer und wir als Verbraucher denken, wir tun etwas Gutes. Heute muss nur noch ein Fünftel der einzelnen Bestandteile aus fairem Handel stammen, früher war es immerhin die Hälfte. Das wird von manchen Organisationen kritisiert und sie wollen nun eigene Siegel entwickeln, die wieder zur Ursprungsidee führen, dass alles, was dann drin ist, auch fair hergestellt wurde. So werden mittlerweile wieder neue Siegel entwickelt. Ob dies am Ende zur Klarheit beitragen wird, ist schwierig zu sagen. Es gibt ja schon eine ganze Menge an Siegeln, die die Verbraucher auch verwirren können.

Ist die Kritik am "Fairen Handel" berechtigt?

Die Idee, Menschen für ihre Arbeit, fair zu entlohnen, ist richtig. Nur die Umsetzung ist nicht immer so einfach. [ © ohsstreetcafe / CC BY-SA 2.0 ]

Also wie du merkst, ist das alles nicht so einfach und ein ziemlich kompliziertes Thema. Doch wenn wir die Ausgangsidee betrachten, die Idee, dass Menschen für ihre Arbeit gerecht bezahlt werden und mit ihrer Arbeit ihre Familien ernähren können, dann ist das ja schon mal ein Ansatz? Und ob wir aus einer guten Idee etwas Richtiges machen, liegt ja auch an uns Verbrauchern. Auch du bist ein kleiner Verbraucher und entscheidest mit, wenn du z.B. Schokolade kaufst oder ein T-Shirt. Und selbst wenn wirklich nicht alles aus "fairem Handel" kommt, ist es ja besser als gar nichts. Bei manchen Produkten, die man auch "Mischprodukte" nennt, kann auch gar nicht alles aus fairem Handel stammen, weil Teile der Inhaltsstoffe in Europa hergestellt werden und hier (weitgehend) - auch nicht immer! - gerechtere Lohn- und Arbeitsbedingungen vorherrschen als in Staaten wie Afrika, Asien oder auch Lateinamerika.

Das Siegel ist sicher nicht die Lösung aller Probleme, aber es ist ein Versuch, ein kleines Stückchen mehr Gerechtigkeit in einen Welthandel zu bringen, der viele viele Menschen in bitterer Armut zurück lässt. Letztlich ist nicht nur der Verbraucher, sondern auch die Politik gefragt. Und manchmal muss man einfach irgendwo anfangen. Lieber viele kleine Schritte als gar keiner.  Aber bilde dir selbst deine Meinung! 

Video zum Thema "Fairer Handel"

Dieses Video von der Organisation "Brot für die Welt" versucht den Begriff "Fairer Handel" zu erklären.