Perus Flagge Peru

José de San Martín ruft 1821 in Lima die Unabhängigkeit Perus aus. Gemälde von Juan Lepiani von 1904.[ © Wikipedia, gemeinfrei ]
José de San Martín auf einem Gemälde von Juan Lepiani

Unabhängigkeitskampf (1820-1824)

Anfang des 19. Jahrhunderts brodelte es überall in Südamerika: Man wollte unabhängig sein! Der Kampf um die Freiheit begann. Der Vizekönig Perus verstand es lange, Aufstände gering zu halten. 1820 bis 1821 aber starteten Argentinier und Chilenen unter Anführung von José de San Martín die Expedition zur Befreiung Perus. Der Norden und die zentrale Küste mit Lima wurden tatsächlich befreit, Peru erklärte seine Unabhängigkeit, doch das übrige Land blieb in spanischer Hand. Erst 1824 konnten die letzten Spanier von Antonio José de Sucre und Simón Bolívar in der Schlacht bei Ayacucho endgültig geschlagen werden.

Der Salpeterkrieg wurde nicht nur auf dem Land, sondern auch auf dem Meer ausgetragen. Das Gemälde zeigt, wie das chilenische Schiff "Esmeralda" gerade versenkt wird. Chile gewann den Krieg am Ende dennoch.[ © Wikipedia, gemeinfrei ]
Salpeterkrieg

Das weitere 19. Jahrhundert: Kriege mit den Nachbarn

Im 19. und auch noch im 20. Jahrhundert kam es immer wieder zu Grenzkonflikten und Kriegen mit Bolivien, Chile und Ecuador. 1879 bis 1883 fand der Salpeterkrieg statt. Bolivien und Peru kämpften gemeinsam gegen Chile um ein Küstengebiet, in dem es viel Nitrat und Salpeter gab, das man zur Herstellung von Schießpulver und Dünger benötigt, also ein wertvoller Rohstoff.

Das Gebiet fiel im Friedensvertrag an das siegreiche Chile. Wirtschaftlich wurde Guano ab 1841 zum wichtigsten Exportgut Perus. Das ist Dünger, der aus dem Kot von Seevögeln gewonnen wird. Ab 1849 kamen vermehrt Chinesen ins Land, um hier zu arbeiten.

Juan Velasco Alvarado übernahm 1968 mit Gewalt die Macht.[ © Dutch National Archives / CC BY-SA 3.0 nl ]
Juan Velasco Alvarado

Militärdiktatur (1968-1980)

Der Versuch Perus, sich aus der wirtschaftlichen Abhängigkeit von den USA zu befreien, führte zu wirtschaftlichen Problemen und zu einer politisch instabilen Lage. Daraufhin putschte 1968 das Militär und der linksgerichtete General Juan Velasco Alvarado übernahm die Macht. Es gab eine Landreform und zahlreiche Verstaatlichungen. Das löste die Probleme jedoch nicht und so wurde er 1975 von dem konservativeren Francisco Morales Bermúdez abgelöst. Er leitete schließlich den Übergang zur Demokratie ein, so dass 1980 wieder Wahlen stattfanden.

Fernando Belaúnde Terry wurde 1980 zum Präsidenten gewählt.[ © Ministerio de Relaciones Exteriores de Chile. - Archivo General Histórico / CC BY 2.0 cl ]
Fernando Belaúnde Terry

Rückkehr zur Demokratie (1980) - und Guerillakrieg

Fernando Belaúnde Terry, der 1968 gestürzte Präsident,  wurde 1980 erneut Präsident. Weiter wechselte die Wirtschaftspolitik von Regierung zu Regierung von Verstaatlichungen zu Privatisierungen und umgekehrt. Das wirkte der Entwicklung einer funktionierenden Wirtschaft entgegen.

Guerillakrieg des Leuchtenden Pfads (1980-1992)

Ein weiteres Problem wurde der Guerillakrieg der Gruppe "Leuchtender Pfad" (Sendero Luminoso), die ab 1982 aktiv wurde. Insbesondere von der Guerilla, aber auch vom Staat, wurden zahlreiche Menschenrechtsverletzungen bis hin zu Massakern begangen. Fast 70.000 Menschen starben, vor allem aus der indigenen Bevölkerung. Der 1985 neu gewählte Präsident Alan García konnte die Probleme nicht lösen.

Alberto Fujimori während seines Prozesses[ © Iamtheboo / CC BY-SA 3.0 ]
Alberto Fujimori

Alberto Fujimori (1990-2000)

Präsident Fujimori vollzog erneut eine wirtschaftliche Kehrtwende hin zur Marktwirtschaft. Ausländische Unternehmen wurden verstärkt ins Land gelassen, staatliche Betriebe wieder privatisiert und eine Währungsreform durchgeführt. Tatsächlich kam es zu einem starken Wirtschaftswachstum. Auch die Guerilla wurde erfolgreich bekämpft. 1992 wurden die Anführer festgenommen.

Schließlich aber gab es erneut wirtschaftliche Probleme. Auch warf man Fujimori Korruption, Verletzung der Menschenrechte und Wahlbetrug vor. Im Jahr 2000 musste Fujimori zurücktreten und floh nach Japan. 2007 wurde von Chile ausgeliefert und zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.

Ollanta Humala Tasso (links) wurde 2011 Präsident von Peru. Er ist hier mit César Villanueva zu sehen, Premierminister 2013/14.[ © Ministerio de Defensa de Perú / CC BY 2.0 ]
Ollanta Humala Tasso

Das 21. Jahrhundert

2001 wurde Alejandro Toledo der erste demokratisch gewählte Präsident Perus mit indigener Abstammung. Auch ihm wurde Korruption vorgeworfen, 2003 rief er nach Streiks den Ausnahmezustand aus. 2006 wurde der linksgerichtete Alan García nach 1985 zu einer zweiten Amtszeit gewählt. 2011 folgte ihm sein politischer Gegner Ollanta Humala Tassa ins Amt. Er kündigte eine gerechtere Verteilung der Einkommen in Peru und die Bekämpfung der Armut an. Erneute Verstaatlichungen gehören zu seinem Plan.

2016 wurde Pedro Pablo Kuczynski zum neuen Präsidenten gewählt. 2018 löste ihn Martín Vizcarra ab. Kuczynski war zurückgetreten, weil man auch ihm Korruption vorwaf. Daraufhin wurde sein Vizepräsident Vizcarra neuer Präsident. Im September 2019 kam es zu einem Streit mit dem Kongress um die Besetzung von Richterposten am Verfassungsgericht von Peru. Im Januar 2020 kam es zu Neuwahlen, die ohne klaren Sieger endeten. Vizcarra blieb weiter Präsident, hatte aber keine Mehrheit im Parlament. Bei den Präsidentschaftswahlen 2021 gewann schließlich Pedro Castillo.

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letzte Aktualisierung am 23.07.2021