Perus Flagge Peru

Lage Perus in Südamerika auf der Karte[ © Rei-artur / CC BY-SA 3.0 ]
Lage von Peru

Wo liegt Peru?

Peru liegt im Westen von Südamerika. Der Landesname stammt aus der Indio-Sprache Quechua und bedeutet übersetzt "Üppigkeit". Peru grenzt im Uhrzeigersinn an Ecuador, Kolumbien, Brasilien, Bolivien und Chile. Im Westen liegt der Pazifik. Peru ist das drittgrößte Land Südamerikas nach Brasilien und Argentinien. Nach Einwohnern ist es das viertgrößte Land, denn in Kolumbien leben noch mehr Menschen, obwohl es etwas kleiner ist als Peru. Peru liegt auf der Südhalbkugel der Erde.

Gut zu erkennen sind auf dieser Karte die Naturräume von Peru: Wüste an der Küste, Berge in der Mitte, Wald im Osten.[ © Wikipedia, gemeinfrei ]
Naturräume von Peru

Küste, Berge und Regenwald

Durch das Land verlaufen von Nord nach Süd die Anden, also ein Gebirge. Peru zählt somit mit Ecuador, Bolivien und Chile zu den Andenländern. Auf ihren Gebieten befand sich ab dem 15. Jahrhundert das große Inkareich. So gibt es bis heute viele Gemeinsamkeiten bei den Indios, die Quechua sprechen und mit Lehmziegeln ihre Häuser bauen.

Man unterscheidet drei Naturräume in Peru: die Küste im Westen, die Berge (Sierra, die Anden) in der Mitte und die Selva (Wald, das Tiefland) im Osten.

Die Küste: Costa

Die Küstenregion nimmt nur 11 Prozent der Landesfläche ein. Dennoch liegen die meisten Städte an der Küste. Weil der Humboldtstrom hier sehr kaltes Wasser herführt, kühlt er auch die Luft ab und verhindert die Entstehung von Regenwolken. Das bewirkt, dass das Land hier sehr trocken ist.

Vor allem südlich von Lima, das etwa in der Mitte der Küstenregion Perus liegt, fällt kaum Regen. Je weiter südlich man kommt, umso trockener und wüstenartiger wird es. An der Grenze zu Chile beginnt dann die Atacamawüste. Sie ist eine der trockensten Landschaften der Erde! In manchen Orten regnet es jahrzehntelang nicht. Fruchtbar ist das Land dort, wo Flüsse es durchschneiden. Hier haben sich Menschen angesiedelt und Städte gebaut. Die Länge der gesamten Küste beträgt 2400 Kilometer!

Der Berg Huascarán in den Anden in Peru[ © Ondando / CC BY-SA 4.0 ]
Huascarán

Die Berge: Sierra

Die Anden sind eine lange Gebirgskette, die sich durch den ganzen Westen Südamerikas zieht. Auch durch Peru verlaufen sie in Nord-Süd-Richtung, und zwar in drei Gebirgszügen, die von Längstälern unterbrochen werden. Quer hingegen durchbrechen mehrere Flüsse die Berge und fließen zum Pazifik oder in Richtung Regenwald.

In der Cordillera Blanca ("Weiße Kordillere"), einer der Gebirgsketten in der Mitte der Cordillera Occidental ("Westliche Kordillere"), liegt der höchste Berg des Landes, der Huascarán. Als einer der schönsten Berge gilt jedoch der Alpamayo. Die Berge hier sind von Schnee und Eis bedeckt.

Der Vulkan Ubinas[ © Wikipedia, gemeinfrei ]
Vulkan Ubinas

Weiter im Norden sind die Anden niedriger. Es gibt hier viele Páramos, eine für die gesamten Anden typische Landschaftsform, in der es tropisch feucht und zugleich kühl ist.

Nach Süden hin werden die Anden breiter, wie du auf der Karte oben gut sehen kannst. Hier liegt der Vulkan Ubinas, der noch immer aktiv ist. Hier flachen die Gebirge zudem zu einer Hochebene ab, der Altiplano. Diese erstreckt sich vom Titicacasee aus weit nach Süden in Bolivien. Hier ist es recht kühl und trocken. Diese Landschaftsform und Höhenstufe heißt Puna. Die bekannteste Stadt Perus in den Anden ist Cusco. Von dort ist es nicht weit bis zur berühmten Inka-Ruinenstadt Machu Picchu.

Regenwald in Peru rund um einen See im Nationalparl Cordillera Azul[ © Tadd und Debbie Ottman / CC BY 2.0 ]
Regenwald in Peru

Regenwald und Nebelwald: Die Selva

Die Anden gehen an ihren östlichen Hängen in tropischen Bergwald über (Nebelwald). Der wird dann im Tiefland zu tropischem Regenwald. Es gibt hier viele Seen, Flüsse und Sümpfe. Der Wald ist so dicht, dass die Flüsse die einzigen Verkehrsadern sind. Peru ist zu knapp 60 Prozent von Wald bedeckt.

Der Río Apurímac ist ein Quellfluss des Amazonas.[ © Bryan Dougherty / CC BY-SA 2.0 ]
Río Apurímac

Flüsse

Viele Flüsse entspringen in den Anden. Sie fließen entweder in Richtung Pazifik oder aber zum Amazonas hin, also nach Osten. Zu diesen Quellflüssen des Amazonas gehören der Río Apurímac, der Río Mantaro und der Río Ene, die wiederum zum Río Ucayali werden. Der fließt mit dem Río Marañón zusammen und bildet den Amazonas. Der Amazonas nimmt somit seinen Anfang in Peru.

Die schwimmenden Inseln der Urus

Die Urus sind ein indigenes Volk. Sie leben auf dem Titicacasee. Ihre Inseln schwimmen, denn sie sind aus Totora-Schilf hergestellt. Es wächst im See. Dieses Schilf verrottet mit der Zeit und so muss man die Insel immer wieder neu aufbauen. Die Urus haben aber Hütten darauf und ihre Kinder fahren von den Inseln mit dem Boot zur Schule.

Der Titicacasee

Schwimmende Insel auf dem Titicacasee[ © Unukorno / CC BY 3.0 ]
Schwimmende Insel auf dem Titicacasee

Der Titicacasee ist nicht nur der bekannteste See Perus, sondern auch der größte Hochgebirgssee der Erde. Er liegt an der Grenze zu Bolivien – die Grenze verläuft durch den See.

Der für uns lustig klingende Name Titicaca war ursprünglich nur der Name einer Insel im See. Dort soll der erste Inka über einen Felsen auf die Erde gestiegen sein. Dieser Felsen sah aus wie ein Pumakopf: titi bedeutet Puma und karka bedeutet Felsen. Das war also der Puma-Felsen. So erhielt erst die Insel und dann der ganze See den Namen.

Auf peruanischer Seite liegen die Inseln Amantaní und Taquile im See. Die Quechuavölker auf Taquile sind für ihre besondere Webkunst bekannt. Außerdem gibt es die schwimmenden Schilfinseln der Urus.

Der Wasserfall Gocta fällt 771 Meter tief.[ © Elemaki / CC BY-3.0 ]
Wasserfall Gocta

Ein geheimer Wasserfall: der Gocta

In Peru gibt es einige Wasserfälle. Der Wasserfall Gocta aber ist ein ganz besonderer. Nicht nur dass er mit 771 Metern Fallhöhe einer der höchsten Wasserfälle der Erde ist, er wurde auch erst im Jahr 2002 entdeckt. Die Einwohner in Peru, die ihn kannten, hielten ihn nämlich geheim, weil sie Angst vor einem Fluch hatten. Da der Gocta auch noch in einem felsigen und unzugänglichen Gebiet liegt, blieb er so lange geheim. Benannt ist er nach dem Dorf, dem er am nächsten liegt.

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letzte Aktualisierung am 24.04.2020