Kolumbien
Wo liegt Kolumbien?
Kolumbien liegt im Nordwesten von Südamerika. Durch die Grenze zu Panama ist das Land an Zentralamerika angebunden. Weitere Landesgrenzen gibt es (im Uhrzeigersinn) zu Venezuela, Brasilien, Peru und Ecuador. Es gibt also fünf Nachbarländer.
Als einziges Land Südamerikas hat Kolumbien Zugang zu beiden großen Weltmeeren: zum Atlantik und zum Pazifik. Beide Küsten sind mit mehr als 1400 Kilometern recht lang. Die Atlantikküste nennt man auch Karibikküste, weil hier das Karibische Meer als Teil des Atlantiks liegt.
Wie groß ist Kolumbien?
Kolumbien ist ein großes Land. Seine Fläche beträgt 1,14 Millionen Quadratkilometer. Damit ist das Land mehr als drei Mal so groß wie Deutschland. In Südamerika ist es nach der Fläche das viertgrößte Land (nach Brasilien, Argentinien und Peru), nach der Bevölkerung das zweitgrößte (nach Brasilien).
Warum heißt Kolumbien Kolumbien?
Auf Spanisch, das man hier im Land spricht, heißt Kolumbien Colombia. Das Land wurde nach Christoph Kolumbus benannt. Sein Geburtsname war Colombo. Auf Deutsch wurde daraus dann Kolumbien.
Landschaft in Kolumbien
Nach den Landschaften lässt sich Kolumbien in fünf große Naturräume teilen.
Auf der Karte (rechts bzw. oben) kannst du diese Naturräume gut erkennen:
Braun sind die Anden dargestellt, die von Norden nach Süden durch Kolumbien verlaufen.
Gelb das karibische Tiefland und lila das pazifische Tiefland, die beide an der Küste liegen.
Hellgrün ist Orinokien im Nordosten von Kolumbien.
Dunkelgrün ist Amazonien im Südosten des Landes.
Die Anden in Kolumbien
Von Norden nach Süden verlaufen die Anden durch Kolumbien. Die Anden sind eine sehr lange Gebirgskette, die sich durch die gesamte Westhälfte von Südamerika zieht. Innerhalb der Anden lassen sich drei Bergketten unterscheiden: die westliche, die zentrale und die östliche Kordillere.
Zwischen den Bergketten fließen die beiden längsten Flüsse von Kolumbien ins Karibische Meer: der Río Cauca (1180 Kilometer) und der Río Magdalena (1538 Kilometer). In den Anden liegen auch viele Seen, darunter der größte See des Landes, der Lago de Tota (Totasee).
In einem Tal dieses Flusses liegt die Tatacoa-Wüste in einem Trockenbecken. In den Bergen liegen auch die größten Seen des Landes sowie die größten Städte: Bogotá, Medellín und Cali.
Im Norden liegt in den Zentralkordilleren die Sierra Nevada Santa Marta. In diesem Gebirge liegen die beiden höchsten Berge des Landes: Der Pico Cristóbal Colón und der Pico Simón Bolívar sind beide 5775 Meter hoch. Pico bedeutet auf Spanisch Gipfel.
Vulkane in Kolumbien
In den Bergen liegen auch die meisten Vulkane von Kolumbien. Insgesamt gibt es 15 aktive Vulkane im Land. Ihre Gipfel erreichen Höhen von über 5000 Metern.
Im Süden von Kolumbien befindet sich der 4276 Meter hohe Vulkan Galeras nahe der Stadt Pasta. Er brach zwischen 2009 und 2012 jedes Jahr aus. Auch der Vulkan Nevado del Huila, ebenfalls im Landessüden, ist noch aktiv. Er ist mit 5364 Metern der höchste aktive Vulkan auf der Nordhalbkugel der Erde, gleich gefolgt vom Nevado del Ruiz mit 5311 Metern Höhe. Dieser Vulkan liegt weiter in der Landesmitte, nur 500 Kilometer nördlich vom Äquator. 2023 war er wieder aktiv. Mit weiteren Vulkanen liegt er im Nationalpark Los Nevados.
Karibisches Tiefland
Die Karibikküste bildet ein Tiefland. Direkt an der Küste liegen die Städte Barranquilla, Cartagena de Indias und Santa Marta.
Das Hinterland selbst ist sehr dünn besiedelt. Hier liegen große Sumpfgebiete. Den nordöstlichsten Zipfel des Landes bildet die Guajira-Halbinsel (deren südlichster Streifen zu Venezuela gehört). Hier ist es sehr windig und trocken.
Pazifisches Tiefland
Dünn besiedelt ist auch das Pazifische Tiefland, wo es besonders heiß und feucht ist. Hier wächst undurchdringlicher tropischer Regenwald.
Als fast einzige Verkehrswege dienen die Flüsse, wie der Río Atrato. Direkt an der Küste liegen die Städte Buenaventura und Tumaco.
Amazonien
Der Südosten von Kolumbien bildet das Gebiet Amazonien. Der Fluss Amazonas berührt Kolumbien zwar nur in seiner südöstlichsten Ecke als Grenzfluss zu Peru, doch viele Flüsse in diesem Gebiet fließen in Richtung des Amazonas. Dichter Regenwald bedeckt das Land. Nur wenige Indigene leben hier. Durch dieses Gebiet verläuft der Äquator durch Kolumbien.
Orinokien oder Llanos
Der Nordosten des Landes wird auch Orinokien genannt, denn die Flüsse hier fließen in Richtung des Orinoco, zum Beispiel der Río Meta oder Río Guaviare. Der Orinoco ist Grenzfluss zu Venezuela, durch das er über zwei Drittel seiner Länge fließt.
Weil das Land hier flach ist, wird es auch Östliche Ebene (Llanos Orientales) genannt. Llano bedeutet Ebene auf Spanisch. Auch in dieser Region leben nur wenige Menschen.
Inseln in Kolumbien
Sowohl in der Karibik als auch im Pazifik liegen Inseln, die zu Kolumbien gehören. Im Karibischen Meer ist das die Inselgruppe San Andrés und Providencia, zu der neben den beiden gleichnamigen Inseln noch einige weitere gehören. Die Inselgruppe liegt 770 Kilometer vom kolumbianischen Festland entfernt, aber nur 200 Kilometer von Nicaragua. Viel näher am Festland liegen Fuerte und Tortuguilla sowie weitere kleine Inseln. Größer ist Tierra Bomba, wo 9000 Menschen leben.
500 Kilometer vom Festland entfernt liegt die Insel Malpelo mit mehreren kleinen Nebeninseln. Malpelo ist unbewohnt und darf nur mit Genehmigung besucht werden, zum Beispiel von Forschern.
Auch Gorgona – nur 35 Kilometer vom Festland entfernt gelegen – ist unbewohnt. Gorgona war zwischen 1960 und 1983 eine Gefängnisinsel und beherbergte die gefährlichsten Verbrecher des Landes. Seit 1984 ist die Insel ein Nationalpark und wurde zum UNESCO-Welterbe erklärt. Hier kann man den Gesang der Buckelwale hören!
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