Zentralafrikanische Republiks Flagge Zentralafrikanische Republik

Von der Frühgeschichte bis ins 19. Jahrhundert

Sklavenmarkt in Khartoum, Sudan[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Sklavenmarkt in Khartoum, Sudan

Auf dem Gebiet der heutigen Zentralafrikanische Republik lebten schon seit der Steinzeit Menschen. Gbaya, Mandschia und Pygmäen gehören zu den ältesten Volksgruppen.

Vom Sudan aus wurde ab dem 16. Jahrhundert Sklavenhandel betrieben. Die Gefangenen wurden verschleppt und nach Europa oder an die Küsten Nord- und Westafrikas gebracht, von wo sie nach Amerika verkauft wurden.

Banda kamen Anfang des 19. Jahrhunderts von Nordosten. Sie errichteten das Sultanat Bang Assou. Im Südosten siedelten Azande. Sie errichteten 1800 ebenfalls ein Sultanat namens Rafai.

Zur Kolonie Französisch-Äquatorialafrika gehörten die heutigen Länder Gabun, die Republik Kongo, Tschad und die Zentralafrikanische Republik.[ © Roke / CC BY-SA 3.0 ]
Kolonie Französisch-Äquatorialafrika

Französische Kolonie (1894-1960)

Zum Ende des 19. Jahrhunderts kamen Franzosen nach Zentralafrika. Sie errichteten eine Kolonie, die sie nach den zwei großen Flüssen der Region Ubangi-Schari nannten. Bangui wurde als Militärposten schon 1889 gegründet. 1910 fasste Frankreich mehrere Gebiete zu einer großen Kolonie zusammen: Französisch-Äquatorialafrika. Es bestand neben Ubangi-Schari aus den Gebieten des heutigen Tschad, der Republik Kongo und Gabun.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt die Kolonie mehr Rechte. Sie war in der französischen Nationalversammlung vertreten, Parteien wurden gegründet. 1958 durfte sich das Land selbst verwalten. Am 13. August 1960 erhielt es die volle Unabhängigkeit. Es nannte sich nun Zentralafrikanische Republik.

Nach der Unabhängigkeit

Erster Präsident des unabhängigen Landes wurde David Dacko. Durch einen Putsch wurde er 1966 von Jean-Bédel Bokassa gestürzt. 1976 verwandelte dieser das Land in eine Monarchie, die er als Kaiser Bokassa diktatorisch regierte. Gegner wurden mit Folter und Prügel bestraft, es herrschte Terror.

Das Zentralafrikanische Kaiserreich bestand bis 1979, als ein Putsch durch André Kolingba diese Zeit beendete. Kolingba regierte bis 1993, als erstmals freie Wahlen zugelassen wurden, die Ange-Félix Patassé gewann. Er regierte bis 2003.

Militärrevolten, Umstürze und Umsturzversuche geschahen in all diesen Jahren regelmäßig. Gewaltsame Machtwechsel waren die Regel.

François Bozizé 2007 in Brüssel[ © UNDP/hdptcar / CC BY-SA 2.0 ]
François Bozizé 2007 in Brüssel

Präsidentschaft von François Bozizé

Im Jahr 2003 wurde Patassé durch François Bozizé gestürzt. 2006 brachen im Norden des Landes Konflikte gewaltsam aus. Rebellen der islamisch beherrschten Séléka kämpften gegen Regierungstruppen von Bozizé. Außerdem gründeten sich die Anti-Balaka. Das sind christliche Milizen. Der Konflikt ist somit zugleich ein Konflikt zwischen Muslimen und Christen. Tausende von Menschen flohen aus ihren Dörfern in andere Landesteile oder in benachbarte Länder. Sowohl Séléka als auch Anti-Balaka setzen Kindersoldaten ein.

Heutige Lage

Dieser junge Mann kämpft für die Anti-Balaka.[ © Clementalline / CC BY-SA 4.0 ]
Anti-Balaka, Oktober 2013

Im März 2013 wurde Präsident Bozizé durch die Séléka gestürzt. Das Land erlebt seitdem eine weitere Welle von Gewalt. Zunächst ernannte sich der Rebellenführer Djotodia zum neuen Präsidenten, übergab das Amt dann im Januar an Catherine Samba-Panza, die eine Übergangsregierung mit Vertretern aller Seiten bildete.

Doch auch dieser und mehreren internationalen Friedensmissionen gelingt es bisher nicht, das Land politisch wieder in eine stabile Lage zu bringen. Im Dezember 2015 rief die Séléka die Republik Dar el Kuti im Nordosten des Landes aus. Diese wird international nicht anerkannt. Die Vereinten Nationen entsendeten Blauhelm-Truppen, deren Mission im April 2016 endete.

Vor allem die Zivilbevölkerung leidet unter dem Strudel von Gewalt. Vor allem Muslime fliehen in die Nachbarländer. 500.000 von ihnen sind schon geflohen. In den von ihnen bewohnten Provinzen des Nordostens gibt es kaum Schulen, Straßen oder Krankenhäuser.

Faustin Archange Touadéra ist seit dem 30. März 2016 Präsident der Zentralafrikanischen Republik.

Woher kommt der Konflikt?

Die christlichen Regierungen in Bangui vernachlässigten diesen Landesteil und die Muslime waren von der politischen Macht ausgeschlossen. Weil ihre Vorfahren vor allem aus dem Tschad eingewandert waren, sieht man sie bis heute als Zuwanderer und nicht als Einwohner des Landes. Alte Konflikte spielen bis heute eine Rolle, etwa die Sklavenraubzüge durch arabisch-muslimische Gruppen aus dem heutigen Sudan. Zugleich sehen sich die armen christlichen Bauern benachteiligt gegenüber den häufig wohlhabenderen Muslimen.

letzte Aktualisierung am 14.05.2020