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Geschichte Portugals vom Estado Novo bis heute

Estado Novo - der "neue Staat" (1926-1974)

António Salazar war Diktator von Portugal.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
António Salazar 1940

Ein Militärputsch beendete 1926 die Republik. 1932 wurde der Zivilist António de Oliveira Salazar Ministerpräsident von Portugal. Ein Jahr später rief er den Estado Novo aus, den "neuen Staat". Dieser war jedoch eine Diktatur unter Salazars Führung. Nur noch eine Partei war zugelassen, politische Gegner wurden verfolgt und ermordet. Pressefreiheit gab es nicht, es herrschte Zensur.

1961 begannen die portugiesischen Kolonien in Afrika um ihre Unabhängigkeit zu kämpfen. Portugal war nicht bereit, diese aufzugeben, wie es andere europäische Nationen in dieser Zeit taten. So kam es zu erbitterten Kämpfen, insbesondere in Angola, Mosambik und Portugiesisch-Guinea (Guinea-Bissau). Erst mit dem Ende des Estado Novo kam es schließlich zur Unabhängigkeit dieser Länder.

1968 erlitt Salazar einen Schlaganfall. Marcelo Caetano wurde Salazars Nachfolger. Er konnte sich nicht zu Reformen durchringen und setzte Salazars Linie fort.

Diese Inschrift auf einer Mauer erinnert an die Nelkenrevolution am 25. April 1974.[ © Júlio Rei / CC BY-SA 2.5 ]
Inschrift zur Nelkenrevolution

Die Nelkenrevolution 1974 und ihre Folgen

Portugal war nach wie vor ein armes und rückständiges Land. Bewusst hatte die Diktatur die Bevölkerung in Armut und Unwissenheit gelassen und moderne Entwicklungen wie Industrialisierung nicht mitgemacht. 1974 erhob sich das Militär schließlich gegen die Diktatur. Die Soldaten steckten sich rote Nelken in die Gewehrläufe. So wurde der Name Nelkenrevolution geboren.

Nun wurden die Kolonien in Afrika in die Unabhängigkeit entlassen. Viele politisch Verfolgte kehrten aus dem Exil zurück in ihre Heimat. 1976 erhielt Portugal eine neue Verfassung.

Die Dritte Republik

António Costa ist seit 2015 Ministerpräsident von Portugal.[ © FraLiss / CC BY-SA 3.0 ]
António Costa 2012

Nach der Ersten Republik bis 1926 und dem Estado Novo als Zweiter Republik wird Portugal seit 1976 als Dritte Republik bezeichnet. Erster Präsident des Landes wurde 1974 der gemäßigte General Eanes. Erster Ministerpräsident wurde Mário Soares von der Sozialistischen Partei (PS), eine sozialdemokratische Partei. Sie ist mit der konservativ-liberalen PSD eine der beiden Volksparteien Portugals. Soares übernahm 1986 das Amt des Staatspräsidenten und hatte es bis 1996 inne. 1986 trat Portugal der Europäischen Gemeinschaft bei.

2002 gewann die PSD unter José Manuel Barroso die Wahlen. 2005 siegte wieder die PS, nachdem Barroso zum Präsidenten der Europäischen Kommission ernannt worden war. Wechselweise kam es auch in den nächsten Jahren zu dem Sieg entweder der PSD oder der PS. 2007 geriet Portugal in den Sog der internationalen Finanzkrise und musste einen harten Sparkurs einschlagen. Seit 2013 erholt sich die Wirtschaft langsam wieder.

Ministerpräsident ist seit 2015 António Costa von der PS. Präsident des Landes ist seit 2016 Marcelo Rebelo de Sousa von der PSD.

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letzte Aktualisierung am 06.04.2020