Rumäniens Flagge Rumänien

Wer lebt in Rumänien?

Rumänisches Paar in folkloristischer Tracht[ © Quelle: pixabay.com ]
Rumänisches Pärchen
Rumänischer Bauer[ © Quelle: pixabay.com ]
Rumänischer Bauer

Knapp 20 Millionen Menschen leben in Rumänien. Damit steht Rumänien in Europa an neunter Stelle nach der Größe der Bevölkerung (nach Fläche steht es an zwölfter Stelle von 47 Staaten). Die meisten Rumänen leben in der Region Moldau (im Nordosten) und in der Großen Walachei (im Süden, wo auch die Hauptstadt Bukarest liegt). Die Geburtenrate liegt bei 1,5 Kindern pro Frau. 55 Prozent der Menschen, also etwas mehr als die Hälfte, leben in der Stadt.

89 Prozent der Einwohner sind Rumänen im Sinne ihrer Volkszugehörigkeit. Die größte Minderheit im Land bilden die Ungarn mit 6,5 Prozent. Sie leben vor allem im Südosten Siebenbürgens, dem historischen Szekerland, das heute mitten in Rumänien liegt. Außerdem wohnen Ungarn an der Grenze zu Ungarn. Die zweitgrößte Minderheit bilden die Roma.

Nur noch 0,2 Prozent sind Rumäniendeutsche, eine deutschsprachige Minderheit im Land, die früher viel größer war. Diese sind vor allem Siebenbürger Sachsen und Donauschwaben. Sie leben im Westen Rumäniens, in der Region Banat (im Südwesten) oder in und um Satu Mare (im Nordwesten).

Ukrainer leben mit 0,3 Prozent im Norden an der Grenze zur Ukraine. In der Dobrutscha, der Region am Schwarzen Meer, wohnen 0,2 Prozent Russisch-Lipowaner, 0,2 Prozent Türken und 0,1 Prozent Tataren. Im Banat im Südwesten Rumäniens leben 0,1 Prozent Slowaken und 0,1 Prozent Tschechen.

Orthodoxe Kirche in Rumänien[ © Quelle: pixabay.com ]
Orthodoxe Kirche in Rumänien

Woran glauben die Rumänen?

87 Prozent der Rumänen gehören der rumänisch-orthodoxen Kirche an. Sie bilden also die große Mehrheit.

Sieben Prozent der Einwohner sind Protestanten. Unter ihnen sind vor allem Ungarn und Deutsche. Sechs Prozent sind katholisch. Auch hier sind die Ungarn in der Mehrheit. 0,3 Prozent sind Muslime, insbesondere handelt es sich um die Türken und Tataren, die in der Dobrudscha leben.

Dieser Roma spielt Geige.[ © Quelle: pixabay.com ]
Geige spielender Roma in Rumänien
Und dieser Roma schärft eine Sense.[ © Quelle: pixabay.com ]
Roma in Rumänien

Wer sind die Roma?

Als Roma bezeichnet man Gruppen von Menschen, die eine gemeinsame Sprache sprechen, das Romanes. Die Roma haben kein eigenes Land, sondern sind überall, wo sie leben, eine Minderheit.

Im Deutschen hat man sie früher auch "Zigeuner" genannt, doch dieser Name wurde immer herabsetzend gebraucht und beinhaltet auch die Bedeutung "ziehende Gauner". Daher sollte man ihn nicht benutzen. Im Deutschen ist heute meistens "Sinti und Roma" gebräuchlich, wobei sich Sinti auf in Mitteleuropa lebende Roma-Gruppen bezieht.

In Rumänien stellen die Roma die zweitgrößte Minderheit im Land (nach den Ungarn). Roma leben aber auch in nicht geringer Zahl in Ungarn oder der Slowakei.

Roma sind wirtschaftlich oft schlechter gestellt als andere Gruppen im Land, das heißt sie sind arm. Sozial werden sie häufig benachteiligt. Sie finden keine Arbeit aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu den Roma. Sie werden also diskriminiert. Sie leben häufiger als andere Einwohner in Häusern ohne fließendes Wasser und Strom. Einige Roma-Kinder leben als Straßenkinder.

Die Stadt Sibiu heißt auf Deutsch Hermannsstadt.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Ortsschild von Sibiu in Rumänisch und Deutsch
Das Ortsschild von Brașov ist auch in Deutsch (Kronstadt) und Ungarisch (Brassó) angegeben.[ © Erbsloeh / CC BY-SA 3.0 ]
Dreisprachiges Ortsschild mit dem rumänischen, deutschen und ungarischen Stadtnamen

Wer sind die Rumäniendeutschen?

Die deutschsprachigen Einwohner Rumäniens bezeichnet man als Rumäniendeutsche. Die beiden größten Gruppen unter ihnen sind die Siebenbürger Sachsen und die Donauschwaben. Es gibt aber noch weitere Gruppen. Viele Städte in Siebenbürgen besitzen daher auch deutsche Namen, so ist Sibiu als Hermannstadt gegründet worden und Brașov als Kronstadt.

Nach dem Ersten Weltkrieg kam Siebenbürgen zu Rumänien. Dort hatte man ab dem 12. Jahrhundert verstärkt deutsche Siedler angeworben. Sie sollten das Land bevölkern, aber auch die Grenzen gegen Einfälle aus dem Osten sichern und die Wirtschaft ankurbeln. Diese deutschsprachigen Siedler wurden Siebenbürger Sachsen genannt.

Ähnlich verlief es im Banat. Auch hier, im Dreieck zwischen Ungarn, Rumänien und Serbien, wurden deutsche Siedler angeworben, jedoch später, zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert. Diese Siedler kamen vor allem aus Schwaben und ließen sich an der Donau nieder. Sie wurden darum Donauschwaben genannt.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurden viele Rumäniendeutsche umgesiedelt oder sie flohen. Auch in den späteren Jahren wanderten viele aus, denn sie wurden vielfach diskriminiert. Zwischen 1967 und 1989 wurden außerdem rund 226.000 Rumäniendeutsche von der deutschen Bundesregierung freigekauft. So verringerte sich die Zahl der Rumäniendeutschen auf inzwischen nur noch 0,2 Prozent der gesamten Bevölkerung Rumäniens.

Ein Lipowaner fängt Fische im Donaudelta.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Lipowaner beim Fischfang im Donaudelta

Wer sind die Lipowaner?

Lipowaner leben im Donaudelta und somit in der Ukraine und in Rumänien. Einige wohnen auch in der Bukowina, im Nordosten Rumäniens. Die Lipowaner sprechen Russisch, jedoch eine sehr alte Version des Russischen. Sie bilden eine Glaubensgemeinschaft, die Ende des 17. Jahrhunderts aus Russland floh. Diese nennt man Altgläubige oder Altorthodoxe. Sie wollten Reformen der russisch-orthodoxen Kirche nicht mitmachen und wurden darum verfolgt. In Rumänien leben die Lipowaner bis heute in wenigen Dörfern, wo sie ihre Sprache und Kultur bewahren konnten.

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letzte Aktualisierung am 22.01.2018