Rumäniens Flagge Rumänien

Diese Figuren wurden von Menschen aus der Hamangia-Kultur hergestellt.[ © CristianChirita / CC BY-SA 3.0 ]
Figuren aus der Hamangia-Kultur

Vor- und Frühgeschichte

Die ältesten Spuren menschlicher Besiedlung auf dem heutigen rumänischen Gebiet stammen aus der Zeit von vor 40.000 Jahren. In mehreren Höhlen (Peștera cu Oase) im Südwesten des heutigen Landes fand man zahlreiche Knochen. Sie zählen zu den ältesten Überresten des Homo sapiens, also des modernen Menschen, in Europa.

Aus Jägern und Sammlern wurden um 5500 v. Chr. sesshafte Bauern - die Jungsteinzeit begann. Man unterscheidet (auch schon vorher) verschiedene Kulturen, je nachdem, welche Art von Keramik die Menschen herstellten, wie sie ihre Toten begruben usw. Aus Bandkeramikkulturen entstand in Rumänien um 5000 v. Chr. in der Großen Walachei die Cucuteni-Kultur, am Schwarzen Meer die Hamangia-Kultur.

Vom Reich der Daker zur römischen Provinz

Spätestens ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. lebten auf dem Gebiet des heutigen Rumänien die Völker der Geten und Daker. Beide sind Stämme des Thraker-Volkes und beide gelten als Vorfahren der heutigen Rumänen. Unter ihrem ersten gemeinsamen König Burebista wurden die beiden Stämme 82 v. Chr. vereinigt. Das Dakerreich umfasste etwa das heutige Rumänien.

Ab 85 n. Chr. regierte König Decebalus. Er fiel nach Süden ein, nach Moesia, einem Gebiet, das seit 29 v. Chr. römische Provinz war. Die Römer schlugen zurück und eroberten nun ihrerseits Dakien. Die Region wurde unter Kaiser Trajan im Jahr 106 zur römischen Provinz Dacia. Die Bevölkerung wurde romanisiert und nahm die Sprache der Römer an. Weil aber immer wieder germanische Völker in Dacia einfielen, gab Kaiser Aurelian die Provinz schließlich im Jahr 271 auf.

Die Karte zeigt, wann welches Volk in welche Richtung zog. Klick sie an![ © Novarte / CC BY-SA 4.0 ]
Völkerwanderung

Aus Dakern werden Rumänen

Zunächst kamen Goten in die Region und ließen sich hier nieder. In der Zeit der Völkerwanderung (4.-6. Jahrhundert) wanderten mehrere weitere Völker nach Rumänien ein: Hunnen, Slawen, Awaren und Bulgaren herrschten jeweils zeitweise über das Gebiet.

Man weiß nicht genau, ob das nun romanisierte Volk der Daker nördlich der Donau verblieb und sich dort zum Volk der Rumänen entwickelte, oder ob die Daker nach Süden zogen und erst nach dem Ungarneinfall im 9. Jahrhundert von Bulgarien aus nach Siebenbürgen einwanderten.

Wer war Dracula?

Dracula ist wohl der berühmteste Vampir. Der Roman des Iren Bram Stoker über Dracula erschien 1897. Als Vorbild für Dracula gilt der Fürst Vlad III., dem man den Beinamen Drăculea gab. Das bedeutet Sohn des Drachen - sein Vater war Vlad II. Dracul und war Mitglied im Drachenorden - Draco ist Latein und bedeutet Drache. Vlad III. herrschte im Fürstentum Walachei und soll besonders grausam gewesen sein.

Drei Fürstentümer: Siebenbürgen - Walachei - Moldau

In Siebenbürgen fielen im 9. Jahrhundert die Ungarn ein und das Gebiet kam zum Königreich Ungarn, das im Jahr 1000 gegründet wurde. 1241 fielen die Mongolen ein und verwüsteten das Land. Viele deutsche Siedler wurden nach Siebenbürgen geholt, um das Land wieder zu bevölkern und auch gegen andere Völker zu verteidigen. Man nannte sie die Siebenbürger Sachsen.

Südlich der Karpaten gründete Besarab I. im Jahr 1330 das Fürstentum Walachei. 1365 behauptete sich Bogdan I. östlich der Karpaten gegen die Ungarn und konnte so das Fürstentum Moldau gründen. Die Walachei wurde in der folgenden Zeit immer wieder vom Osmanischen Reich bedroht. Erfolgreich konnten sich vor allem zwei Fürsten dagegen durchsetzen:  Mircea cel Bătrân (Mircea der Alte, 1386–1418) und Vlad III. Drăculea (1456–1462, 1476).

Die drei Fürstentümer wurden durch die Karpaten geteilt: Moldau (rot), Walachei (blau), Siebenbürgen (gelb).[ © Bogdan / CC BY-SA 3.0 ]
Die drei Fürstentümer wurden durch die Karpaten geteilt: Moldau (rot), Walachei (blau), Siebenbürgen (gelb)

Moldau musste sich gegen Ungarn, Polen und auch gegen die Osmanen zur Wehr setzen. Ende des 15. Jahrhunderts gewann das Osmanische Reich dennoch vermehrt Einfluss, auch wenn die Walachei und Moldau formal unabhängig blieben.

Als die Osmanen im 16. Jahrhundert Ungarn eroberten, wurde auch Siebenbürgen ein unabhängiges Fürstentum, das jedoch ebenfalls den Osmanen tributpflichtig war. Das heißt, es musste Abgaben an die Osmanen zahlen. Ein anderer Name für Siebenbürgen ist Transsylvanien.

Im 17. und 18. Jahrhundert traten die Habsburger gegen die Osmanen an. Sie sicherten sich mehrere Gebiete, darunter Siebenbürgen, das Banat (heute im Südwesten Rumäniens) und die Bukowina (heute im Nordosten Rumäniens sowie zur Ukraine gehörig).

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letzte Aktualisierung am 22.01.2018