Gabuns Flagge Gabun

Erste Bewohner

Mann vom Volk der Fang[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Mann vom Volk der Fang

Die ersten Bewohner auf dem Gebiet des heutigen Staates Gabun waren Pygmäenvölker. Sie lebten als Jäger und Sammler. Um das Jahr 1000 wanderten Bantuvölker in die Region ein und verdrängten nach und nach die Pygmäen. Diese machen heute nur noch 1,5 Prozent der Bevölkerung aus. Erst im 19. Jahrhundert kamen die Fang aus dem Norden. Heute sind sie eine der größten Volksgruppen in Gabun.

Zur Gründung größerer Staatsgebilde kam es hier nicht. Allerdings erstreckte sich das Königreich Loango von der heutigen Republik Kongo aus bis auf Gebiete Gabuns.

Die historische Karte aus dem 17. Jahrhundert zeigt das Gebiet in und um Gabun. Das Königreich Loango erstreckte sich bis Gabun.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Historische Karte von Gabun

Gabun: der Mantel

1472 kamen die ersten Europäer in das Gebiet von Gabun. Es waren portugiesische Seefahrer, die sich immer weiter an Afrikas Westküste vortasteten, auf der Suche nach einem Seeweg nach Indien.

Als sie nach Gabun kamen, stellten sie fest, dass die Mündung des Flusses Komo beim heutigen Libreville aussah wie ein bestimmter Seefahrermantel. So nannten sie das Land Gabun nach dem Wort gabão: So heißt Mantel auf Portugiesisch.

Unter diesen Seefahrern war auch Lopes Gonçalves. Er war der erste Europäer, der den Äquator überquerte. Das Kap Lopez ist nach ihm benannt.

Mit dem König der Mpongwe schlossen die Franzosen ihren ersten "Schutzvertrag".[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
König Denis Rapontchombo und Frau

Europäer an Gabuns Küste

Nicht nur Portugiesen, sondern auch Niederländer, Briten, Spanier und Franzosen kamen in den folgenden Jahrhunderten an die Küste Gabuns. Es waren Händler, die ein gutes Geschäft mit Sklaven, Elfenbein und Ebenholz machten.

Im 19. Jahrhundert verstärkte Frankreich seinen Einfluss und errichtete schließlich 1839 ein Protektorat. Verträge wurden mit den Herrschern im Land geschlossen, in denen Frankreich seinen "Schutz" anbot, insbesondere gegen den Sklavenhandel. Libreville wurde 1849 als Stadt für freigelassene Sklaven gegründet.

Zur Kolonie Französisch-Äquatorialafrika gehörten Gabun, die Republik Kongo, Tschad und die Zentralafrikanische Republik.[ © Roke / CC BY-SA 3.0 ]
Kolonie Französisch-Äquatorialafrika

Gabun als französische Kolonie

Der französische Marineoffizier Pierre Savorgnan de Brazza erforschte 1886 und 1887 den Lauf des Ogooué-Flusses und drang erstmals weit ins Landesinnere vor. 1880 gründete er Franceville. 1886 wurde Gabun offiziell zur französischen Kolonie. 1900 wurde die Grenze im Norden zu den spanischen Gebieten von Äquatorialguinea und den deutschen Gebieten in Kamerun gezogen.

Zunächst hieß die Kolonie zusammen mit der heutigen Republik Kongo "Französisch-Kongo". Ab 1910 wurde sie mit den heutigen Ländern Tschad und Zentralafrikanische Republik zur Kolonie "Französisch-Äquatorialafrika" zusammengefasst. Als Handelsware war nun vor allem Kautschuk begehrt. Aus dem Milchsaft des Kautschukbaums gewinnt man Gummi. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Holz wichtigstes Exportgut. Die Einheimischen wurden bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges zur Zwangsarbeit getrieben.

Von der Unabhängigkeit bis heute

Wahlwerbung Ali Bongos zur Wahl 2009 in Libreville[ © Man-u / CC BY-SA 3.0 ]
Wahlwerbung Ali Bongos zur Wahl 2009 in Libreville

Langsam mehrten sich nun die Forderungen nach Unabhängigkeit. Parteien wurden gegründet. 1958 löste Frankreich Französisch-Äquatorialguinea auf. Am 17. August 1960 wurde Gabun eine unabhängige Republik. Léon M’ba wurde erster Präsident des Landes. Mit Hilfe von Frankreich konnte er 1964 einen Putsch abwenden. Er wurde 1967 wiedergewählt, starb aber im gleichen Jahr.

Sein Nachfolger wurde Omar Bongo. Er errichtete eine Diktatur. Nur seine Einheitspartei war noch zu Wahlen zugelassen. Auf Druck der Bevölkerung musste er 1990 wieder andere Parteien zulassen. Dennoch blieb Omar Bongo 41 Jahre an der Macht und gehört damit zu den am längsten regierenden Staatsoberhäuptern.

2009 starb Omar Bongo. Nach einer zweimonatigen Übergangszeit wurde sein Sohn Ali Bongo zum neuen Präsidenten gewählt. Die Familie Bongo ist sehr reich, während der Großteil der Bevölkerung in Armut lebt. Dem Präsidenten werden Korruption und Bereicherung an den Erdöleinnahmen vorgeworfen.

2016 wurde Ali Bongo wiedergewählt, man warf ihm aber Wahlbetrug vor. In den misten Provinzen gewann nämlich sein Herausforderer Jena Pung die Wahl, woraufhin die Auszählung in einer lezten Provinz auffällig lange dauerte und am Ende die Wahlbeteiligung dort ungewöhnlich hoch war - und dort eben Bongo gewann. Proteste im Land nützten aber nichts. Im Januar kam es zu einem Putschversuch, als Bongo sich in ärztlicher Behandlung in Marokko befand, doch dieser scheiterte, da es zu wenig Unterstützung gab.

letzte Aktualisierung am 02.05.2020