Äthiopiens Flagge Äthiopien

So in etwa kannst du dir Lucy vorstellen, es gibt natürlich keine Fotos, aber man hat sie "nachgebaut". [ © Shalom / CC BY-SA 3.0 ]
Rekonstruktion von Lucy
Auf dieser Karte siehst du die Lage des Köngreichs Aksum. [ © Yom / CC BY-SA 2.5 ]
Königreich Aksum
In Äthiopien kämpften die Menschen immer wieder um ihre Unabhängigkeit. [ © gemeinfrei ]
Kämpfer, Äthiopien, frühes 19. Jahrhundert
Hier siehst du die Länder, die zum Kolonialreich Italiens gehörten. Teile Äthiopiens waren auch besetzt. [ © Furfur / CC BY-SA 3.0 ]
Karte, Italienisch-Ostafrika
Das ist eine Karikatur des äthiopischen Königs Haile Selassie. [ © Willem van Schaik (1876-1938) / gemeinfrei ]
Haile Selassie, Karikatur
Mengistu Haile Marian war Präsident von Äthiopien, allerdings in einem Einparteienstaat. [ © אדעולם / CC BY-SA 3.0 ]
Mengistu Haile Marian
Mulatu Teschome Wirtu war von 2013 bis 2018 Bundespräsident der Demokratischen Bundesrepublik Äthiopien.[ © NA / CC BY-SA 4.0 ]
Mulatu Teschome Wirtu

Die ältesten Menschen

Schon sehr früh lebten auf dem Gebiet des heutigen Äthiopien Menschen. So wurde hier der Australopithecus afarensis gefunden, den man nach seinem Fundort Afar benannt hat. Dieser konnte schon aufrecht gehen. Zum anderen entdeckte man hier auch "Lucy", das Skelett einer wohl 25jährigen Frau.

Weitere Infos zu den ältesten Menschenfunden und zur Wiege der Menschheit erhältst du auf der Kinderzeitmaschine.

Legenden erzählen von der Gründungszeit

Heute gehen wir davon aus, dass Äthiopien einer der ältesten Staaten der Welt ist und der älteste Staat, den es heute noch auf dem afrikanischen Kontinent gibt.

Von der Gründungszeit Äthiopiens erzählt uns eine Legende. So gründete  Menelik I., der der Sohn von König Salomon und der Königin von Saba gewesen sein soll, das äthiopische Reich. Tatsächlich gegründet wurde Äthiopien allerdings durch einen Stamm, der aus Südarabien auswanderte. Die Hauptstadt hieß Axum. 

Das Reich Axum

Erwähnung fand das Reich Axum zum ersten Mal im 2. Jahrhundert n. Chr. Unter einem König namens Enzana kam das Königreich zum Christentum, da sein Herrscher zum christlichen Glauben übertrat. Doch dabei sollte es nicht bleiben, da der Islam im 7. Jahrhundert in Äthiopien ebenfalls an Einfluss gewann. Axum schottete sich von der Außenwelt ab, was auch seinen Niedergang im 9. Jahrhundert beförderte.

Ein Kaiserreich namens Amhara

Im 10. Jahrhundert herrschten die Salomoniden, die ebenfalls Christen waren. Es entstand ein Kaiserreich mit dem Namen Amhara.

Ende des 15. Jahrhunderts zeigten die Portugiesen Interesse an Äthiopien. Sie scheiterten zwar mit dem Versuch, den katholischen Glauben zu verbreiten, unterstützten aber im 16. Jahrhundert die Äthiopier gegen das Vordringen der Osmanen und damit der weiteren Ausbreitung des Islam. In der Folge zerfiel das Reich in mehrere kleinere Reiche.

Äthiopien kämpft um seine Selbstständigkeit

Nachdem Eritrea zur italienischen Kolonie geworden war (siehe auch Geschichte und Politik Eritrea), konnte Äthiopien trotz militärischer Versuche der Italiener seine Selbstständigkeit behalten. Nach der Schlacht von Adwa am 1. März 1896 war dies auch endgültig.

Allerdings verlor Äthiopien Gebiete an der Küste und die Provinz Eritrea an Großbritannien, Frankreich und Italien. Der Vertrag von Addis Abeba bestätigte die Unabhängigkeit Äthiopiens. Es bestand allerdings eine Zugangsmöglichkeit zum Hafen von Dschibuti.

Haile Selassie

Haile Selassie wurde im Jahr 1930 Kaiser. 1931 gab es die erste Verfassung, die damals noch offiziell Verfassung des Kaiserreichs Abessinien hieß. Haile Selassie setzte in seinem Land Reformen durch, schaffte die Sklaverei ab und baute das Schulwesen aus. Auch das Rechtssystem wurde in Äthiopien erneuert. Von Freiheit der Bürger war aber keine Rede. Er war ein autokratischer Herrscher.

1936 wurde Äthiopien dann doch noch ein Teil Italienisch-Ostafrikas, doch die Besetzung erfolgte nach äthiopischem Verständnis nur teilweise und auch nur kurzzeitig. In dieser Zeit verübten die Italiener viele Verbrechen an der äthiopischen Bevölkerung.

Äthiopien wird zur sozialistischen Volksrepublik

1974 kam es in Äthiopien zu einem Militärputsch. Die Regierung wurde gestürzt und die Monarchie abgeschafft. Der Kaiser musste abdanken und Äthiopien wurde zu einer Volksrepublik nach sozialistischem Muster. Dies führte am Ende in einen Bürgerkrieg.

Zu den inneren Auseinandersetzungen kamen Kämpfe mit Somalia, das die Amerikaner unterstützten. Äthiopien erfuhr militärische Hilfe durch die Sowjetunion und Kuba.

Schlimme Hungersnot

1984 brach eine schlimme Hungersnot aus, die zwar auch andere Länder der Region traf, Äthiopien aber besonders, weil die Folgen der Kriege hier noch zu spüren waren. 1987 wurde Äthiopien zu einer Demokratischen Volksrepublik und Mengistu Haile Marian im selben Jahr zum Präsidenten gewählt. Es handelte sich allerdings um eine Einparteienherrschaft.

Bis heute

Dieses Regime hielt sich bis 1991, dann wurde es gestürzt und in Äthiopien eine neue Regierung unter Mele Zenawi errichtet. In der Folge kam es zu einer Neuordnung des Staates und das Land wurde zu einer Demokratie ausgebaut. 1994 gab es eine neue Verfassung und damit auch eine Neuordnung.

Mulatu Teschome Wirtu ist seit dem 7. Oktober 2013 Bundespräsident der Demokratischen Bundesrepublik Äthiopien.

Spannungen mit Eritrea

1993 erlangte Eritrea seine Unabhängigkeit von Äthiopien. Ab 1998 kam es aber wieder zu Grenzstreitigkeiten. Soldaten der United Nations Mission in Ethiopia and Eritrea (UNMEE) schufen einen leider nur brüchigen Frieden. So zählt Äthiopien weiterhin zu den instabilen Ländern der Region.

Abiy Ahmed - der Reformer

2018 wurde Abiy Ahmed neuer Premierminister Äthiopiens und löste den im Februar 2018 zurückgetretenen Hailemariam Desalegn ab. Er begann schon gleich nach Regierungsantritt wichtige Reformen einzuleiten. So förderte er die demokratische Entwicklung des Landes und gleichzeitig die wirtschaftliche. Vor allem den Krieg und die Feindschaft zum Nachbarland Eritrea hat beendet bzw. einen Friedensprozess zwischen den beiden Staaten eingeleitet. 2019 hat er für seinen Einsatz den Friedensnobelpreis erhalten.

Gleichzeitig will Abiy Ahmed die vielen Volksgruppen in Äthiopien, die sich auch oft wieder bekämpfen, miteinander versöhnen. Er selbst gehört der Volksgruppe der Oromo an, einer Volksgruppe, die sich bisher nicht ausreichend gewürdigt sah.

Allerdings ist nicht sicher, ob die positive Entwicklung, der er letztlich eingeleitet hat, von Dauer sein wird und das arme Land auf Sicht voranbringen kann. Dies bleibt abzuwarten.

letzte Aktualisierung am 02.11.2020