Nicaraguas Flagge Nicaragua

Wie läuft die Wirtschaft in Nicaragua?

So wie hier in dem Ort Rivas gibt es in Nicaragua viele unbefestigte Straßen.[ © Robert Beyer / CC BY-SA 3.0 ]
Straße in Nicaragua

Nicaragua steht im Human Development Index auf Platz 124 von 188 Ländern. 11 Prozent der Bevölkerung lebt in extremer Armut (Armutsgrenze), knapp ein Drittel der Bevölkerung (30 Prozent) in Armut.

Gründe für die schlechte wirtschaftliche Lage gibt es viele: ungerechte und unklare Landverteilung, ein langer Bürgerkrieg, eine schlechte Infrastruktur (zum Beispiel unbefestigte Straßen), Korruption und häufige Naturkatastrophen wie Erdbeben, Hurrikane und Vulkanausbrüche.

Eine nicht geringe Geldquelle für das Land sind die Überweisungen von Nicaraguanern, die im Ausland wohnen, insbesondere in Costa Rica und den USA.

Hier wächst Kaffee![ © Elizabeth Sampson / CC BY-SA 3.0 ]
Kaffeeanbau in Nicaragua
Rindfleisch steht an zweiter Stelle bei den Einnahmen aus dem Export.[ © Sara Hellstrom / CC BY-SA 3.0 ]
Kühe in Nicaragua

Kaffee und Rindfleisch aus Nicaragua

14,9 Prozent der Einnahmen des Staates, des Bruttoinlandsprodukts, stammen aus der Landwirtschaft. Doppelt so viel, nämlich 31 Prozent der arbeitenden Bevölkerung, ist jedoch in diesem Sektor beschäftigt. Eines der Hauptanbauprodukte ist Kaffee. Nicaragua nimmt Platz 13 unter den größten Kaffeeproduzenten weltweit ein.

Bananen haben in Nicaragua nie eine so große Rolle gespielt wie zum Beispiel in Honduras. Den großen US-amerikanischen Firmen hat man in Nicaragua kein Land für Bananenplantagen gegeben. Die meisten Bananen werden im pazifischen Tiefland angebaut. Außerdem gibt es Felder mit Zuckerrohr und Baumwolle sowie Reis, Mais, Tabak, Sesam, Soja, Erdnüsse und Bohnen.

Rinder, Schweine und Geflügel werden gezüchtet. Fleisch und Milchprodukte sowie Garnelen, Fisch und Hummer werden exportiert. Nach Exporteinnahmen ist der Kaffee an erster Stelle, gefolgt von Rindfleisch und dann mit größerem Abstand Gold, Meeresfrüchte, Käse und Erdnüsse.

Angebaut wird in Nicaragua auch Tabak. In dieser Fabrik werden daraus Zigarren.[ © Tisey / CC BY-SA 4.0 ]
Zigarrenfabrik in Estelí in Nicaragua

Gibt es Industrie?

18 Prozent arbeiten in der Industrie, die aber immerhin 24,2 Prozent erwirtschaftet. Für die Verarbeitung von Lebensmitteln gibt es die meisten Fabriken, außerdem gibt es Betriebe der Chemie-, Metall-, Erdöl-, Getränke-, Schuh- und Textilindustrie.

Gold, Silber, Kupfer und Blei sind Bodenschätze, die in Bergwerken abgebaut werden. Gold erwirtschaftet 6 Prozent der Exporterlöse.

Touristen kommen wegen des schönen Wetters und der Strände nach Nicaragua.[ © Fashiondetective / CC BY-SA 3.0 ]
Strand von San Juan

Dienstleistungen aus Nicaragua

Dienstleistungen machen in Nicaragua inzwischen den größten Anteil der Wirtschaft aus. Die Hälfte der Bevölkerung arbeitet in diesem Bereich, also zum Beispiel im Handel, in der Gastronomie, im Tourismus, in der Energiewirtschaft oder Telekommunikation. Der Tourismus ist besonders stark am Wachsen. Vor allem aus den anderen zentralamerikanischen Ländern und aus den USA kommen Besucher.

letzte Aktualisierung am 18.12.2017