Nicaraguas Flagge Nicaragua

Diese Fußspuren sind 2000 Jahre alt. Man fand sie in der Nähe des Managua-Sees. Sie wurden in Vulkanasche und Schlamm bewahrt.[ © Dr d12 / CC BY-SA 3.0 ]
Fußspuren von Acahualinca

Indigene Kulturen

Auf dem Gebiet des heutigen Staates Nicaragua lebten vor der Ankunft der Europäer im 16. Jahrhundert viele verschiedene indigene Völker. Die Niquirano und Chorotega waren die größten unter ihnen und lebten im Westen. Nach 500 v. Chr. wanderten Pipil aus Mexiko ein. An der Karibikküste lebten die Miskito, Mayangna und Rama.

Auf seiner vierten Reise segelte Kolumbus auch an der Karibikküste des heutigen Nicaragua entlang.[ © Roke / CC BY-SA 3.0 ]
Kolumbus' vierte Reise

Kolumbus

1502 setzte Christoph Kolumbus bei seiner vierten Reise in die Neue Welt erstmals seinen Fuß auf amerikanisches Festland. Zuvor war er nur auf Inseln gewesen. Nun landete er im späteren Honduras und segelte die Küste hinunter bis zur Mündung des Río San Juan, also die ganze heutige Karibikküste von Nicaragua entlang.

Francisco Hernández de Córdoba gilt als Gründer von Nicaragua.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Francisco Hernández de Córdoba auf einer Briefmarke

Eroberung durch die Spanier

1522 unternahm Gil González Dávila von Panama aus Raubzüge nach Costa Rica und Nicaragua. Er war ein spanischer Konquistador. Er brachte viel Gold mit von dieser Reise. Doch Intrigen untereinander bestimmten das weitere Vorgehen der Konquistadoren. Von Norden kamen die Männer von Hernán Cortés. Der Gouverneur von Panama, Pedrarias Dávila, schickte von Süden nun Francisco Hernández de Córdoba nach Norden.

Hernández de Córdoba gründete dort die ersten Städte: 1523 Granada und 1524 León. Er wird als Gründer von Nicaragua angesehen. Die Währung des Landes ist nach ihm benannt. 1527 wurde Pedrarias Dávila erster Gouverneur von Nicaragua, nachdem er Hernández de Córdoba als Verräter hatte hinrichten lassen.

Nicarao lebte am Nicaragua-See.[ © Wolkenkratzer / CC BY-SA 4.0 ]
Nicaragua-See vom Vulkan Concepción aus

Nicarao

Einige indigene Völker wehrten sich und kämpften gegen die Eroberer. Andere, darunter auch der Kazike (Anführer, "Häuptling") Nicarao, übergaben ihr Land ohne Widerstand. Nicarao herrschte am Nicaragua-See bei Rivas. Sein Volk war das der Niquirano, das zu den Nahua-Völkern gehört. Nicarao wird als Namensgeber des Landes angesehen, allerdings gibt es auch die Theorie, dass es sich aus der Sprache Nahuatl ableitet, in der nican "hier" bedeutet und aráhuac "Menschen". Die Niquirano übergaben den Spaniern Gold und ließen sich taufen.

Tod und Versklavung der Indigenen

Das Vizekönigreich Neuspanien reichte bis Costa Rica.[ © Giggette / CC BY-SA 3.0 ]
Vizekönigreich Neuspanien 1819

Viele Indigene verloren in den nächsten Jahren ihr Leben: durch Krankheiten, die die Europäer einschleppten und gegen die sie nicht immun waren, oder in Kämpfen gegen die Spanier. Andere wurden nach Panama oder weiter nach Peru und Bolivien in die dortigen Silberminen verschleppt und versklavt. Nicaragua wurde entvölkert. 1550 sollen nur noch rund 5000 Indios dort gelebt haben.

Vizekönigreich Neuspanien (bis 1821)

Die Spanier nannten ihre Kolonie Vizekönigreich Neuspanien. Regiert wurde es von einem Vizekönig, der also eine Art Stellvertreter für den spanischen König war. Es erstreckte sich über ganz Mittelamerika und auch ein Teil der heutigen USA gehörte dazu. Immer mehr Siedler aus Spanien kamen in die "Neue Welt". Mehrere Aufstände der Indigenen gegen die Spanier wurden im 18. Jahrhundert niedergeschlagen.

Die Zeichnungen zeigen Häuser in Bluefields an der Miskitoküste. Sie wurde britisch, wie auch die Fahne rechts unten zeigt.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]

Miskitoküste in britischer Hand

An der Karibikküste, der Mosquitia oder Miskitoküste, konnten die Spanier jedoch nicht Fuß fassen. Die Miskito, die hier lebten, schlossen ein Bündnis mit den Briten. 1630 siedelten die ersten Briten und ab 1655 war die Mosquitia britisches Protektorat ("Schutzgebiet"). Erst 1860 gab Großbritannien das Gebiet an das dann unabhängige Nicaragua.

So sah das Wappen der Zentralamerikanischen Föderation aus.[ © Anjelkaido, Rastrojo, HansenBCN / CC BY-SA 3.0 ]
Wappen der Zentralamerikanischen Föderation

Unabhängigkeit 1821 und Mitglied der Zentralamerikanischen Konföderation (1823-1839)

1810 begann in Mexiko der Kampf um die Unabhängigkeit, der 1821 siegreich beendet wurde. Das Gebiet südlich des heutigen mexikanischen Staates schloss sich 1821 zunächst dem neuen Kaiserreich Mexiko an. Mit dem Ende des Kaiserreichs 1823 löste es sich aber wieder von Mexiko und gründete die Zentralamerikanische Konföderation. Sie bestand aus den Staaten Guatemala, Honduras, El Salvador, Nicaragua und Costa Rica. Nicaragua trat 1838 aus. Die Konföderation bestand noch bis 1839. Mehrere spätere Versuche, den Zusammenschluss wieder aufleben zu lassen, scheiterten.

Republik

Schon im 19. Jahrhundert zeigte sich der Gegensatz zwischen Konservativer und Liberaler Partei. In den 1840er und 1850er Jahren führte das zu Bürgerkriegen.

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letzte Aktualisierung am 18.12.2017