Costa Ricas Flagge Costa Rica

Wer lebt in Costa Rica?

Diese Menschen feiern die Romería in der Stadt Cartago. Es handelt sich dabei um eine katholische Wallfahrt.[ © ArquiWHAT / CC BY-SA 3.0 ]
Romería in Cartago in Costa Rica
Dieses Mädchen gehört zum Volk der Bibri.[ © Axxis10 / CC BY-SA 3.0 ]
Bibri-Mädchen in Costa Rica
Diese Boruca fahren auf einer Fähre zwischen Pavones und Golfito.[ © Arturo Sotillo / CC BY-2.5 ]
Gesichter von Boruca
Stolzer Tico![ © Abarahona / CC BY-SA 3.0 ]
Stolzer Tico

Die Costa Ricaner nennen sich selbst gerne Ticos (oder Ticas bei Frauen). Das Wort bezieht sich wohl auf die Vorliebe, für alles Verkleinerungsformen zu benutzen, wofür man meist die Endung -tico benutzt.

83 Prozent der Einwohner sind Weiße oder Nachkommen aus Verbindungen von Europäern mit Indigenen. 6,7 Prozent sind Nachkommen aus Verbindungen von Schwarzen und Weißen.

Indigene Völker

2,4 Prozent gehören zu den indigenen Völkern. Acht Volksgruppen werden unterschieden. Fast alle leben in Reservaten. Im nördlichen Hochland leben noch rund 1000 Huetares, im Nordwesten (Provinz Guanacaste) sind noch etwa 800 Chorotega zu Hause und in der nördlichen Mitte (Provinz Alajuela in der Nähe der Stadt Guatuso) rund 600 Maleku. Die Maleku leben vor allem vom Tourismus, sie verkaufen zum Beispiel Kunsthandwerk.

In zwei kleinen Gebieten im Süden leben rund 10.000 Bribri. Die größte Gruppe an Indios stellen mit rund 14.000 Menschen die Cabécar, die ebenfalls im Süden des Landes leben. Sie und die Bribri leben noch sehr traditionell.

An der westlichen Grenze zu Panama leben die Guaymí, die mehrheitlich in Panama zu Hause sind, doch auch in Costa Rica gibt es Gebiete mit Guaymí. Sie werden auch Ngäbe genannt. Die noch etwa 2000 Boruca leben ebenfalls im Südwesten Costa Ricas in einem Reservat. Die Naso (oder Téribe) sind wie die Guaymí ein Volk, das mehrheitlich in Panama lebt, an der Atlantikküste. Ein paar hundert leben in Costa Ricas Südosten. Die Naso haben als eines der letzten Völker in Amerika noch einen König.

Afro-Costa Ricaner

Etwa 2 Prozent sind Schwarze. Man nennt sie auch Afro-Costa Ricaner. Einige sind zum geringeren Teil Nachkommen von Sklaven, die ab dem 16. Jahrhundert hierher gebracht wurden. Die meisten sind jedoch Nachkommen von karibischen Schwarzen aus Jamaika. Man holte sie im späten 19. Jahrhundert ins Land, um hier die Eisenbahn zu bauen oder auf Plantagen zu arbeiten. Minderheiten im Land sind Chinesen (0,2 Prozent) und Libanesen und andere.

Einwanderer

In Costa Rica leben auch viele Immigranten, zum Teil sind sie illegal eingewandert. Sie kommen vor allem aus Nicaragua, weil die Arbeitsbedingungen in Costa Rica besser sind. 287.000 Nicaraguaner wurden 2012 gezählt, das entspricht 74 Prozent aller Einwanderer. Kleinere Gruppen kommen aus Kolumbien, Spanien und den USA. Auf der anderen Seite sind etwa 120.000 Costa Ricaner ausgewandert, die meisten in die USA. Im Vergleich mit den Nachbarländern ist der Anteil an Costa Ricanern im Ausland aber gering.

Basketball spielen auch die Kinder in Costa Rica gerne.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Kinder in Costa Rica spielen Basketball

Kinder in Costa Rica

Jede Frau in Costa Rica bekommt im Durchschnitt 1,8 Kinder. Das ist die niedrigste Geburtenrate unter allen mittelamerikanischen Ländern.  Bei uns bekommt jede Frau im Durchschnitt 1,4 Kinder. Der Unterschied zu Costa Rica ist also nicht sehr groß. 22 Prozent der Menschen in Costa Rica sind unter 14 Jahre alt. Bei uns sind das nur 13 Prozent.

Viele Menschen leben in der Stadt.[ © Cephas / CC BY-SA 4.0 ]
Avenida Central in San José

Stadt und Land

80 Prozent und somit mehr als drei Viertel der Einwohner von Costa Rica leben in der Stadt. Immer mehr Menschen zieht es dorthin, in der Hoffnung auf Arbeit. Das nennt man Landflucht. Die meisten Menschen leben in der Region um die Hauptstadt San José.

Woran glauben die Menschen in Costa Rica?

Kirche in Costa Rica[ © Quelle: pixabay.com ]
Christliche Kirche in Costa Rica

90 Prozent der Einwohner sind Christen. Die römisch-katholische Konfession ist dabei Staatsreligion, so steht es in der Verfassung. Religionsfreiheit wird aber garantiert. 70,5 Prozent der Einwohner sind katholisch, 13,8 Prozent evangelisch. Zwei Prozent sind Buddhisten. 1,3 Prozent sind Zeugen Jehovas. Die übrigen gehören anderen Kirchen an oder gar keiner.

Das indigene Volk der Bribri praktiziert Schamanismus ("Geisterbeschwörung"). Der, der die Welt schafft und formt, also eine Art Gott, heißt Sibú. Traditionen und Wissen werden mündlich weitergegeben. Dieses Wissen in einer Vielzahl von Geschichten nennt man Suwoh. Der Schamane heißt Awá, im Plural sind es die Awápas. Der Schamane hat magische Steine, mit denen er Krankheiten heilen kann. Das Volk der Bribri organisiert sich in Clans.

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letzte Aktualisierung am 15.04.2020