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Geschichte der Ukraine im 21. Jahrhundert

Orange Revolution 2004

Versammlung auf dem Maidan in Kiew 2004[ © Serhiy / CC BY-SA 3.0 ]
Orange Revolution

2004 fanden Präsidentschaftswahlen statt. Kutschma konnte nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten. Wiktor Juschtschenko trat für eine Orientierung zum Westen ein, sein Gegner Wiktor Janukowytsch wurde hingegen von Russland unterstützt. Nach einer Stichwahl im November wurde Janukowytsch zum Sieger erklärt. Juschtschenko hatte wochenlang nicht am Wahlkampf teilnehmen können, nachdem er im September 2004 eine Dioxinvergiftung erlitten hatte, die u. a. sein Gesicht entstellte.

Nach dem Sieg Janukowytschs  kam es wochenlang zu Protesten in der Bevölkerung, die Janukowytsch Wahlbetrug vorwarf. Die Menschen versammelten sich vor allem auf dem zentralen Platz in Kiew, dem Maidan (auch Majdan geschrieben), und trugen Orange - die Wahlfarbe Juschtschenkos. Die Stichwahl wurde schließlich im Dezember wiederholt. Aus dieser Wahl ging nun Juschtschenko als Sieger hervor.

Wiktor Juschtschenko[ © Muumi / CC BY-SA 3.0 ]
Wiktor Juschtschenko 2006

Präsidentschaft von Juschtschenko (2005-2010)

Wiktor Juschtschenko wurde 2005 als neuer Präsident vereidigt. Doch das Wahlbündnis, das aus der Orangen Revolution hervorgegangen war, konnte sich nicht auf einen Kurs einigen. Juschtschenko stand mit seinen Anhängern Julia Timoschenko gegenüber, die zunächst Ministerpräsidentin der Ukraine wurde. Zudem blieb das Land gespalten, denn der Süden und Osten des Landes hatte mehrheitlich für Janukowytsch gestimmt. Man warf Juschtschenko auch vor, in seiner Amtszeit zu wenig bewirkt zu haben.

Wiktor Janukowytsch[ © Saeima / CC BY-SA 2.0 ]
Wiktor Janukowytsch

Präsidentschaft von Janukowytsch (2010-2014)

Die Präsidentschaftswahlen 2010 gewann nun Wiktor Janukowytsch. Im ersten Wahlgang hatte er Juschtschenko besiegt, in der Stichwahl auch Julia Timoschenko. Sie und viele ihrer Anhänger wurden in der Folgezeit wegen Amtsmissbrauchs angeklagt und kamen in Haft. International wurde dies kritisiert. Am 21. November 2013 weigerte sich Janukowytsch das Assoziierungsabkommen mit der EU zu unterzeichnen, das eine politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit vorsieht. Daraufhin kam es erneut zu Protesten auf dem Maidan-Platz in Kiew.

Euromaidan in Kiew[ © Nessa Gnatoush / CC BY-2.0 ]
Euromaidan in Kiew

Euromaidan-Proteste 2013/14

Die Protestbewegung in der Ukraine, die auf dem Maidan in Kiew begann, wurde bald Euromaidan genannt. Ihre Anhänger forderten die Unterzeichnung des Abkommens mit der EU und die Amtsenthebung von Präsident Janukowytsch.

Im Februar 2014 flüchtete Janukowytsch und das Parlament erklärte ihn für abgesetzt. Bis zu den nächsten Wahlen im Juni wurde Olexander Tortschynow zum Übergangspräsidenten ernannt. Das Assoziierungsabkommen mit der EU wurde nun unterschrieben. Julia Timoschenko wurde aus der Haft entlassen.

Petro Poroschenko wurde 2014 zum Präsidenten der Ukraine gewählt.[ © Nothingmean / CC BY-SA 4.0 ]
Petro Poroschenko

Präsidentschaften von Poroschenko (2014-2019) und Selenskyj (seit 2019)

Die Präsidentschaftswahlen im Juni 2014 gewann Petro Poroschenko im ersten Wahlgang. Kandidiert hatte auch Julia Timoschenko. Poroschenko erhielt prominente Unterstützung von dem Boxer Vitali Klitschko, der zunächst selbst hatte kandidieren wollen.Die Wahlen im Jahr 2019 gewann jedoch sein Konkurrent Wolodymyr Selenskyj.

Barrikaden an einem Verwaltungsgebäude in Donezk, das von pro-russischen Aktivisten besetzt wurde[ © Andrew Butko / CC BY-SA 3.0 ]
Barrikaden an einem Verwaltungsgebäude in Donezk, das von prorussischen Aktivisten besetzt wurde

Krimkrise und Krieg in der Ukraine (seit 2014)

Nach der Flucht von Janukowitsch besetzte Russland die Halbinsel Krim und es kam zu einem Umsturz im Parlament der Krim, wo Sergei Aksjonow die Macht übernahm. Am 16. März wurde ein Referendum über den Verbleib der Krim abgehalten. 95,5 Prozent der Bevölkerung sprachen sich nach dem offiziellen Ergebnis für die Wiedervereinigung der Krim mit Russland aus. Einen Tag später trat die Krim Russland bei. Die Ukraine betrachtet die Krim weiterhin als ihr Staatsgebiet.

In Teilen der Ostukraine, in den Regionen Donezk und Luhansk, entwickelten sich ebenfalls Bestrebungen für eine Loslösung von der Ukraine. Daraus entwickelte sich ein Krieg. Pro-russische Separatisten (die für Russland und eine Abspaltung von der Ukraine sind) kämpfen gegen die ukrainische Regierung. Vereinbarte Waffenstillstande werden nicht eingehalten.

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letzte Aktualisierung am 07.04.2020