Russlands Flagge Russland

Russische Föderation – Russland

Am 25. Dezember 1991 trat Gorbatschow als Präsident der Sowjetunion, zu dem er im März 1990 gewählt worden war, zurück. Am 26. Dezember 1991 erfolgte die offizielle Auflösung der Sowjetunion. Nachfolgestaat wurde die "Russische Föderation", kurz Russland.

Boris Jelzin (links) mit US-Präsident Bill Clinton 1995[ © Kremlin.ru / CC BY-4.0 ]
Boris Jelzin mit Bill Clinton

Boris Jelzin (1991-1999)

Der erste Präsident Russlands wurde Boris Jelzin. 1993 trat eine neue Verfassung in Kraft, die die Befugnisse des Präsidenten stärkte. Die Wirtschaft steckte in einer tiefen Krise, die Menschen waren verunsichert, Korruption war weit verbreitet und es kam zum Konflikt mit Tschetschenien, das um seine Unabhängigkeit kämpfte. Es folgten zwei Kriege mit Tschetschenien: 1994 bis 1996 und 1999 bis 2009. Auch in Jakutien und Nordossetien kam es zu Machtkämpfen. Die russischen Streitkräfte blieben am Ende überall siegreich. Am 31. Dezember 1999 erklärte Jelzin seinen Rücktritt und übergab die Regierung an Wladimir Putin.

Wladimir Putin (2000-2008 und seit 2012) und Dmitri Medwedew (2008-2012)

Wladimir Putin[ © Quelle: pixabay.com ]
Wladimir Putin

Putin wurde im Jahr 2000 erstmals Präsident Russlands. Die Verfassung sieht vor, dass ein Präsident nur einmal wiedergewählt werden kann, was 2004 geschah. 2008 wurde dann Dmitri Medwedew Präsident, Putin übernahm das Amt des Ministerpräsidenten. 2012 bewarb sich Putin erneut um das Amt des Präsidenten Russlands und wurde wiedergewählt, nun wurde Medwedew Ministerpräsident. Die Amtszeit des Präsidenten wurde von vier auf sechs Jahre verlängert.

Unter Putin verbesserte sich die wirtschaftliche und soziale Lage des Landes. 2002 wurde Russland in die Gruppe der stärksten Industrienationen aufgenommen, die damit von G7 zu G8 wurden. Putin strebt danach, den Einfluss Russlands in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion zu erhalten und unterdrückt Bestrebungen in diesen Ländern, sich dem Westen anzunähern.

Die Karte zeigt den Verlauf des Kaukasuskrieges 2008[ © Andrei_nacu, derivative work Hennix / CC BY-SA 3.0 ]
Verlauf des Kaukasuskrieges

Kaukasuskrieg (2008)

2008 kam es zum Kaukasuskrieg. Südossetien und Abchasien hatten sich schon 1990 von Georgien losgesagt. Russland unterstützte Südossetien, als es von Georgien angegriffen wurde, und erkannte es nach dem Sieg genauso wie Abchasien als eigenständiges Land an. International wird die Unabhängigkeit der beiden Länder nicht anerkannt.

Massenproteste in der Ukraine im Dezember 2013[ © Mstyslav Chernov/Unframe / CC BY-SA 3.0 ]
Massenproteste in der Ukraine im Dezember 2013
Barrikaden an einem Verwaltungsgebäude in Donezk[ © Andrew Butko / CC BY-SA 3.0 ]
Barrikaden an einem Verwaltungsgebäude in Donezk

Krise in der Ukraine (ab 2014)

2013 kam es in der Ukraine zu massiven Protesten gegen Präsident Janukowitsch und seine Regierung und man setzte sich für eine Annäherung an den Westen ein. Janukowitsch floh im Februar 2014 nach Russland.

Auf der Halbinsel Krim kam es zur Krimkrise: Die überwiegend russischstämmige Bevölkerung forderte den Beitritt zu Russland, in einer (umstrittenen) Volksabstimmung wurde dem Russland-Beitritt zugestimmt, am 18. März wurde die Krim in den russischen Staatsverband aufgenommen. Die Ukraine (und die westliche Welt) betrachtet die Krim weiterhin als ukrainisches Staatsgebiet.

Den Osten der Ukraine brachten pro-russische Separatisten (die die Ukraine wieder als Teil Russlands sehen wollen) unter ihre Kontrolle, dort herrschten teils bürgerkriegsähnliche Zustände. Eine Volksabstimmung im Mai, die sich für die Unabhängigkeit der Ostukraine (als Volksrepubliken Donezk und Lugansk, zusammen als Neurussland bezeichnet) aussprach, wird von den USA, der EU und der Ukraine nicht anerkannt. Seit September 2014 herrscht ein (brüchiger) Waffenstillstand.  Die USA und die EU verhängten aus Protest gegen Russland Wirtschaftssanktionen. Militär-Manöver von NATO und Russland sowie Truppenbewegungen in der Ostukraine verschärften die Lage.

Vierte Amtszeit von Wladimir Putin

Im Jahr 2018 gewann Wladimir Putin erneut die Präsidentschaftswahl. Seine vierte Amtszeit begann. 2020 strebte Putin eine Änderung der Verfassung an. Diese sieht vor, dass Putins Amtszeiten neu gezähl werden, sodass er auch über seine bisherige Amtszeit bis 2024 hinaus regieren könnte. Nach alter Verfassung wäre das nicht möglich gewesen. Um dies durchzusetzen, trat am 15. Januar 2020 die gesamte Regierung von Premierminister Dmitri Medwedew geschlossen zurück. Michail Mischustin wurde einen Tag später neuer Premierminister.

1 2 3 4
letzte Aktualisierung am 07.04.2020