Serbiens Flagge Serbien - Geschichte 2

Der erste Jugoslawische Staat entsteht 1918

Nach dem Ersten Weltkrieg suchte man nach einer politischen Lösung für die südslawischen Völker und entschied sich für einen Zusammenschluss. So entstand 1918 das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen.

Die vereinigten Gebiete waren politisch und kulturell jedoch sehr verschieden, und es kam immer wieder zu Auseinandersetzungen. Viele beschwerten sich außerdem darüber, dass die Serben in dem gemeinsamen Staat besonders viel Macht innehatten.

1929 setzte König Aleksandar Karađorđević die Verfassung außer Kraft und errichtete eine Königsdiktatur. Gleichzeitig erhielt der Staat den Namen Königreich Jugoslawien.

Was war der Ustascha-Staat?

Während des Zweiten Weltkriegs entstand 1941 mit Unterstützung von Hitler und Mussolini der sogenannte Unabhängige Staat Kroatien. Er umfasste auch das heutige Bosnien und Herzegowina. Regiert wurde er von der Ustascha, einer faschistischen Bewegung, die mit den Nationalsozialisten zusammenarbeitete. Die Ustascha verfolgte und ermordete Hunderttausende Menschen, vor allem Serben, Juden und Roma. 1945 endete die Herrschaft der Ustascha.

Jugoslawien im Zweiten Weltkrieg

1941 schloss sich die jugoslawische Regierung einem Bündnis mit Hitler und seinen Verbündeten an. Das löste im Land zahlreiche Proteste aus. Es gab einen Militärputsch, bei dem die Regierung gestürzt wurde. Der junge König Peter II. blieb jedoch auf dem Thron.

Die neue Regierung wollte sich von Hitler unabhängiger machen. Deshalb befahl Hitler den Angriff auf Jugoslawien. Deutsche Truppen bombardierten unter anderem Belgrad und marschierten gemeinsam mit ihren Verbündeten in das Land ein. Das militärisch unterlegene Jugoslawien musste im April 1941 kapitulieren.

Jugoslawien wurde anschließend unter Deutschland, Italien, Ungarn und Bulgarien aufgeteilt. Große Teile Serbiens standen unter deutscher Besatzung.

Von da an wurde die Bevölkerung von den Besatzern und ihren Verbündeten unterdrückt und misshandelt. Es kam zu Massenmorden, besonders an Juden und Roma. Auch zahlreiche Serben wurden ermordet, vor allem im Gebiet des damaligen kroatischen Ustascha-Staates.

Gegen die Besatzer leisteten verschiedene Gruppen Widerstand. Besonders wichtig waren die kommunistischen Partisanen unter Josip Broz Tito. Sie kämpften gegen die Nationalsozialisten und ihre Verbündeten. Im Jahr 1944 wurde Belgrad von Titos Partisanen gemeinsam mit der sowjetischen Roten Armee befreit.

Das zweite Jugoslawien

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde unter dem Anführer der Kommunistischen Partei Jugoslawiens und späteren Präsidenten Tito ein neuer jugoslawischer Staat gegründet. Er hieß zunächst Föderative Volksrepublik Jugoslawien. Erst 1963 erhielt er den Namen Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien.

Zu ihm gehörten neben Serbien die Republiken Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro und Mazedonien, das heute Nordmazedonien heißt.

Der Staat wurde zu einer sozialistischen Einparteiendiktatur. Anfangs orientierte sich Tito stark an der Politik Stalins in der Sowjetunion. Die beiden autonomen Gebiete Kosovo und Vojvodina gehörten zur Teilrepublik Serbien.

Ärger mit der Sowjetunion: Warum stritten sich Tito und Stalin?

In Jugoslawien hatte man nach dem Zweiten Weltkrieg einen eigenen sozialistischen Staat aufgebaut. Tito wollte sich jedoch nicht dauerhaft den Anweisungen der Sowjetunion unterordnen.

Darüber stritten sich Stalin und Tito. 1948 kam es zum Bruch zwischen Jugoslawien und der Sowjetunion. Jugoslawien wurde aus dem von der Sowjetunion geführten kommunistischen Bündnis ausgeschlossen und geriet wirtschaftlich unter Druck.

Daraufhin näherte sich Jugoslawien wirtschaftlich dem Westen an, ohne der NATO beizutreten. Tito wollte vielmehr einen eigenen Weg zwischen den Machtblöcken gehen.

Ab den 1960er Jahren verbesserten wirtschaftliche Reformen die Lebensbedingungen vieler Menschen. Die Bevölkerung erhielt auch mehr Freiheiten, zum Beispiel beim Reisen. Politische Gegner der Regierung wurden allerdings weiterhin verfolgt.

Probleme im zweiten Jugoslawien

Trotz der allgemeinen Verbesserungen gab es weiterhin Probleme in Jugoslawien. Die Teilrepubliken entwickelten sich wirtschaftlich unterschiedlich und wollten zunehmend selbst über ihre Angelegenheiten entscheiden.

Tito versuchte, den gemeinsamen Staat zusammenzuhalten, und ging gegen politische Bewegungen vor, die seine Herrschaft gefährdeten. Auch im Kosovo gab es Spannungen zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Viele Kosovo-Albaner forderten mehr politische Rechte und später auch eine eigene Republik innerhalb Jugoslawiens.

Als Präsident Tito 1980 starb, verschärften sich die politischen und wirtschaftlichen Probleme. Der Zusammenhalt Jugoslawiens wurde immer schwächer.

Der Zerfall Jugoslawiens beginnt

In den 1980er Jahren gewann der kommunistische Politiker Slobodan Milošević in Serbien immer mehr Macht. 1987 setzte er sich an der Spitze der serbischen kommunistischen Partei gegen seine politischen Gegner durch. 1989 wurde er Präsident Serbiens.

Milošević wollte die Macht der serbischen Führung innerhalb Jugoslawiens stärken. Er schränkte die Selbstverwaltung der Vojvodina und des Kosovo stark ein und gewann auch Einfluss auf die politische Führung Montenegros. Dadurch verschärften sich die Konflikte mit anderen Teilrepubliken, besonders mit Slowenien und Kroatien.

Bei den ersten Mehrparteienwahlen 1990 gewannen in mehreren Teilrepubliken neue politische Kräfte die Macht. In Serbien blieb Milošević an der Regierung.

1991 erklärten Slowenien und Kroatien ihre Unabhängigkeit. Damit begann der Zerfall des gemeinsamen jugoslawischen Staates. Es folgten Kriege, die für viele Menschen großes Leid brachten.

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letzte Aktualisierung am 22.10.2026