Georgiens Flagge Georgien

Geschichte Georgiens von 1918 bis heute

Unabhängigkeit 1918: Republik Georgien

Das georgische Parlament erklärt 1918 die Unabhängigkeit. Georgien war nun eine Republik.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Unabhängigkeitserklärung Georgiens, Mai 1918

1917 beendete die Februarrevolution die russische Zarenherrschaft. In der folgenden Umbruchphase tat sich Georgien mit Armenien und Aserbaidschan zusammen. Während aber die Russen abzogen, rückten die Türken vor. Um sich vor einer türkischen Eroberung zu schützen, nahm Georgien Kontakt zu Deutschland auf. Deutschland schickte Soldaten und sicherte sich im Gegenzug Zugriff auf georgische Rohstoffe wie Mangan.

Am 26. Mai 1918 erklärte sich das Land als Demokratische Republik Georgien für unabhängig. Nachdem das Deutsche Reich den Ersten Weltkrieg verloren hatte, übernahm Großbritannien die Rolle als Schutzmacht. In Abchasien und besonders in Südossetien kam es zwischen 1918 und 1920 zu Aufständen mit vielen Toten, weil diese Gebiete nicht zu Georgien gehören wollten. Sowjetrussland verzichtete 1918 auf Georgien und erkannte es 1920 an. Im Parlament Georgiens hatten die Sozialdemokraten eine große Mehrheit.

Georgische Sozialistische Sowjetrepublik - Teil der Sowjetunion (1921-1991)

Die russische Rote Armee marschierte in Tiflis ein.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Rote Armee in Tiflis

Im Februar 1921 marschierte die Rote Armee aus Russland in Georgien ein und besetzte das Land. Georgiens Parlament musste fliehen. Georgien wurde zur Georgischen Sozialistischen Sowjetrepublik erklärt und war damit ein Teil der Sowjetunion. Georgien wurde zu einem wichtigen Rückgrat der Wirtschaft und zu einem beliebten Urlaubsziel. Südfrüchte und Tee wurden produziert.

Georgien wurde aber auch russifiziert, indem der russischen Sprache und Kultur ein höherer Stellenwert eingeräumt wurde als der georgischen. Dagegen flackerten ab den 1970er Jahren Widerstand und Nationalismus auf.

Flaggen von Georgien und Adscharien. Adscharien kehrte 2004 in den georgischen Staat zurück.[ © Monika / CC BY-SA 2.0 ]
Flaggen von Georgien und Adscharien in Batumi 2007

Unabhängigkeit 1991 und abtrünnige Regionen

Als das Ende der Sowjetunion nahte, erklärte sich Georgien am 9. April 1991 erneut unabhängig. Die Georgische SSR war damit eine der ersten Unionsrepubliken, die sich lossagte.

Südossetien und Abchasien sagten sich ihrerseits von Georgien los, was in Südossetien schon 1990 zu bewaffneten Kämpfen führte. In Abchasien kam es 1992/93 zu Kämpfen (Georgisch-Abchasischer Krieg), den Georgien schließlich verlor. Alle Georgier wurden anschließend aus Abchasien vertrieben. Russland unterstützte die ihm zugewandten Regionen Südossetien, Abchasien und Adscharien durch Militär. Eine Abspaltung Adschariens wurde verhindert und 2004 kehrte die Region als Autonome Republik in den georgischen Staatenbund zurück.

Erster Präsident Georgiens wurde Swiad Gamsachurdia. Er ging auf Konfrontation mit Russland, regierte autoritär, ließ politische Gegner verhaften und ging gegen die Minderheiten der Abchasen und Osseten hart vor. Bei einem Militärputsch wurde er im Januar 1992 seines Amtes enthoben.

Eduard Schewardnadse im Jahr 2001[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Eduard Schewardnadse

Eduard Schewardnadse (1992-2003)

Eduard Schewardnadse wurde 1992 Staatsratsvorsitzender und 1995 der zweite Präsident Georgiens. Der Georgier war in der Sowjetunion Außenminister gewesen und hatte zusammen mit Gorbatschow eine Wende in der Sowjetunion eingeleitet. Auch in der Georgischen SSR hatte er zuvor mehrere politische Ämter inne gehabt.

Unter Schewardnadse näherte sich Georgien der USA an, während es mit Russland immer wieder zu Reibungen kam. Die Wirtschaft kam ins Stocken, Korruption stieg enorm an. Georgien war eines der ärmsten Länder der Welt.

Demonstrationen in Tiflis während der georgischen Rosenrevolution 2003[ © Zaraza / CC BY-SA 3.0 ]
Rosenrevolution in Georgien

Rosenrevolution 2003 und Präsident Saakaschwili

2003 kam es zu einem politischen Umbruch. Viele Menschen demonstrierten gegen die Politik und die offensichtlich gefälschten Wahlen im November. Am 22. November stürmten Anhänger der Opposition unter Führung von Micheil Saakaschwili das Parlament - mit Rosen in den Händen. Schließlich trat Eduard Schewardnadse zurück.

2004 wurde Saakaschwili zum neuen Präsidenten gewählt. Bis 2013 blieb er in diesem Amt. Die Wirtschaft nahm in dieser Zeit einen Aufschwung und die Korruption wurde bekämpft. 2007 und 2011 kam es dennoch zu Demonstrationen gegen Saakaschwili, dem man ein Versagen bei der Bekämpfung von Armut und Korruption vorwarf.

2013 durfte Saakaschwili nach zwei Amtszeiten nicht mehr zur Wahl antreten. Sein Nachfolger wurde Giorgi Margwelaschwili. 2018 gewann Salome Surabischwili die Wahl und wurde zur ersten Präsidentin Georgiens. Sie kündigte an, dass Georgien weiter eine Mitgliedschaft in der EU anstrebe.

Im Kaukasuskrieg wurden viele Gebäude zerstört.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Zerstörtes Gebäude in Gori

Kaukasuskrieg 2008 (Georgienkrieg)

2008 kam es zum Kaukasuskrieg in Südossetien und Abchasien (Georgienkrieg). Russland unterstützte Südossetien, als es von Georgien angegriffen wurde, und erkannte es nach dem Sieg genauso wie Abchasien als eigenständiges Land an. International wird die Unabhängigkeit der beiden Länder bis heute nicht anerkannt. Die Regierung in Georgien hat aber keine Macht mehr über diese Gebiete.

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letzte Aktualisierung am 11.05.2022