Georgiens Flagge Georgien

Georgiens Wirtschaft

Eine Bäuerin führt ihre Kuh über die Straße.[ © Claire à Taiwan / CC BY-SA 2.0 ]
Bäuerin mit ihrer Kuh in Georgien

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 brach Georgiens zuvor blühende Wirtschaft ein. Inzwischen hat sie sich aber wieder erholt, nachdem Bürgerkriege in Abchasien und Südossetien für weitere Einbrüche gesorgt hatten.

Dennoch beträgt die Arbeitslosigkeit noch immer 12 Prozent, viele Menschen leben unterhalb der Armutsgrenze (9 Prozent der Bevölkerung). Landwirtschaft wird häufig als Subsistenzwirtschaft betrieben, also vor allem für den eigenen Bedarf. Nur kleine Überschüsse werden auf dem Markt verkauft.

Wein wird traditionell schon lange in Georgien angebaut.[ © Hans Peter Schaub / CC BY-SA 3.0 ]
Versuchsweinberge in Georgien

Vorbildlich bekämpft wurde hingegen die Korruption. Und auch die eigene Stromversorgung wurde so weit aufgebaut, dass Georgien inzwischen sogar Überschüsse produziert.

8 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung stammen aus der Landwirtschaft. Angebaut werden Weintrauben (vor allem für Wein), Zitrusfrüchte (vor allem Mandarinen und Clementinen), Tee und Haselnüsse. Auch Viehzucht spielt eine Rolle. Traditionell werden im Westen vor allem Rinder gehalten, im Osten mehr Schafe.

Wenig Industrie, viele Dienstleistungen

Manganerz wird auf Loren weiter transportiert.[ © Sven Teschke / CC BY-SA 3.0 ]
Manganförderung bei der Stadt Tschiatura

Industrie ist bisher wenig entwickelt. Sie hat einen Anteil von 24 Prozent. Es gibt Fabriken für Stahl, Chemikalien und Holzprodukte. Im Bergbau werden Mangan, Kupfer und Gold gefördert. Großes Potential besteht noch bei Mineralwässern, denn es gibt hier viele Quellen. Das Wasser aus dem Kurort Bordschomi wurde sogar schon zum Exportschlager.

Stärker ausgebaut wurde der Bereich der Dienstleistungen, der bei 68 Prozent liegt. Er umfasst Finanzdienstleistungen, aber auch den Tourismus. Zwischen 2010 und 2014 verdoppelte sich die Anzahl der Touristen. Mehr als fünf Millionen Besucher kommen im Jahr. 2017 kamen sogar 7,6 Millionen Besucher.

Hier siehst du den Verlauf der Pipeline von Baku (Aserbaidschan) über Tiflis nach Ceyhan (Türkei).[ © Devil m25 / CC BY-SA 3.0 ]
BTC-Pipeline

Pipelines für Erdöl und Erdgas

Für den Export besonders wichtig ist das Erdöl. Strategisch bedeutsam ist die 2005 fertig gestellte Ölpipeline (Leitung), die von Baku in Aserbaidschan durch Georgien hindurch in die Türkei führt. Nach den Anfangsbuchstaben der Hauptorte Baku, Tiflis und Ceyhan wird sie auch BTC-Pipeline genannt. Die Abhängigkeit des Westens von russischem Erdöl wurde mit dieser Pipeline verringert. Auch Erdgas wird inzwischen über die bis Erzurum in der Türkei parallel verlaufende Südkaukasus-Pipeline bis in die Türkei transportiert.

Hier wird ein Feld in Tuschetien im Osten Georgiens beackert.[ © Donovan Driver / CC BY-SA 2.0 ]
letzte Aktualisierung am 09.04.2020