Georgiens Flagge Georgien

Frühgeschichte

Hier bei Dmanisi fand man die Fossilien.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Fundstätte der homininen Knochen bei Dmanisi

Die ältesten Funde von Hominini, den Vorfahren des heutigen Menschen, außerhalb von Afrika, hat man in Georgien gefunden. Der Fundort ist Dmanisi im Südosten des Landes. Wahrscheinlich stammen die Funde vom Homo erectus. Ihr Alter beträgt 1,85 Millionen Jahre.

Im 8. Jahrtausend v. Chr. erfolgte der Übergang von der Altsteinzeit zur Jungsteinzeit: Aus Jägern und Sammlern wurden sesshafte Bauern. Bronze- und Eisenzeit folgten.

Kaukasus-Region um 290 v. Chr.[ © Don-kun / CC BY-SA 3.0 ]
Kaukasus-Region um 290 v. Chr.

Kolchis und Iberien

Im 6. Jahrhundert v. Chr. entstand im Westen das Königreich Kolchis, weiter östlich das Königreich Iberien. Es wurde auch Kartlien genannt. Das Lichi-Gebirge bildete eine natürliche Grenze zwischen den beiden Königreichen.

In Kolchis wurde reger Sklavenhandel betrieben. Ab dem 2. Jahrhundert v. Chr. geriet Kolchis unter den Einfluss des an der Südküste des Schwarzen Meeres liegenden Königreichs Pontos. Iberien konnte sich von Pontos befreien. Hier herrschte nun über Jahrhunderte die Dynastie der Parnawasiden.

So sah es dann 300 n. Chr. aus.[ © Don-kun / CC BY-SA 3.0 ]
Karte Kaukasus 300 n. Chr.

Antike Eroberer

Römer, Perser und Araber eroberten das Gebiet von Georgien in den nächsten Jahrhunderten. Die Römer unterwarfen 66 v. Chr. Pontos und nahmen auch Kolchis und Iberien ein. Kolchis zerfiel und Lasika wurde der Nachfolgestaat. Im Jahr 337 wurde das Christentum Staatsreligion.

Kolchis und Iberien gerieten dann zwischen die Großmächte Ostrom und Persien und standen immer wieder unter persischer Herrschaft. Im 7. Jahrhundert wurde das Gebiet nach und nach von den Arabern erobert. Versuche, den Islam einzuführen, scheiterten jedoch. Es entstanden vier kleinere Fürstentümer: Egrisi-Abchasien, Kartli, Kachetien und Heretien.

Das Wandgemälde im Kloster Gelati zeigt König Bagrat III.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
König Bagrat III.

Georgiens goldenes Zeitalter: Königreich Georgien

Bagrat III. wurde im Jahr 978 König von Abchasien, im Jahr 1008 erbte er von seinem Vater auch Kartli. Er eroberte Kachetien und Heretien und vereinte nun die kleinen Fürstentümer zu einem Königreich Georgien. Georgiens "goldenes Zeitalter" begann.

Zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert wurde Georgien die stärkste Macht in Transkauskasien. Besonders hervor taten sich König David der Erbauer und Königin Tamar. Sie bauten die Herrschaft aus und modernisierten das Staatswesen.

Im 16. Jahrhundert zerfiel Georgien dann jedoch wieder in drei Königreiche (Imeretien, Kartlien und Kachetien) und fünf Fürstentümer (Abchasien, Gurien, Mingrelien, Samzche, Swanetien), die unter osmanische oder persische Herrschaft gerieten.

Im Vertrag von Georgijewsk schlossen Kartlien und Kachetien einen Schutzvertrag mit dem Russischen Reich.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Vertrag von Georgijewsk

Georgien im Russischen Reich

Ab dem Ende des 18. Jahrhunderts gerieten die Reiche immer mehr unter russische Herrschaft. 1783 stellten sich Kartlien und Kachetien (Ost-Georgien) unter russischen Schutz, um so gegen die Osmanen und Perser gewappnet zu sein. 1801 wurden beide annektiert, nachdem der georgische König Giorgi XII. eigentlich nur Schutz vor den Persern gesucht hatte. Das Königshaus wurde entthront.

1810 kam auch Imeretien unter russische Kontrolle. In den nächsten Jahrzehnten kamen Swanetien und Abchasien dazu. Georgien war Teil des Russischen Reiches. Damit waren viele Georgier unzufrieden.

1 2
letzte Aktualisierung am 09.04.2020