Guineas Flagge Guinea - Wirtschaft

Wirtschaft von Guinea

Die Wirtschaft von Guinea beruht auf der Landwirtschaft sowie der Förderung von Bauxit (siehe unten). Obwohl die Wirtschaft wächst, gehört Guinea zu den ärmsten Ländern der Welt. Es steht auf Platz 179 von 193 Ländern (2023). Gemessen wird der Wohlstand aller Länder im Human Development Index (HDI).

Das Land leidet noch immer unter der Misswirtschaft des Diktators Touré bis in die 1980er Jahre, doch auch Korruption und eine schlechte Infrastruktur sind ein großes Problem. So fehlen etwa die Verkehrswege: Nur ein Teil der Straßen ist asphaltiert. In der Regenzeit sind sie besonders schwer befahrbar. Bahnlinien gibt es kaum

Bauxit – wertvoller Bodenschatz von Guinea

Guinea besitzt wertvolle Bodenschätze wie Bauxit, Gold, Diamanten und Eisenerz. Auch Uran wurde 2008 entdeckt. Der Abbau dieser Bodenschätze schafft aber nur wenige Arbeitsplätze.

Bauxit ist ein Aluminiumerz. Seinen Namen erhielt es nach seinem ersten Fundort in Frankreich: Les Baux-de-Provence. Aus Bauxit wird Aluminium hergestellt. Von Bauxit besitzt Guinea ein Viertel der Weltreserven und ist weltweit einer der größten Produzenten dieses Aluminiumerzes.

Seit 2023 steht Guinea unter den weltweiten Produzenten an erster Stelle. Der größte Teil des Bauxit-Exports geht nach China.

Bis 2025 förderte die GAC (Guinea Alumina Corporation) Aluminiumerz in der Region Boké, im Nordwesten von Guinea. Diese Minengesellschaft war eine Tochterfirma einer Firma aus Dubai. Es gab aber Streit udn Guinea entzog der CAG die rechte zur Förderung. 2026 einigte man sich schließlich. Die Bauxit-Förderung liegt nun hauptsächlich in den Händen zweier Firmen: der Compagnie des Bauxites de Guinée (CBG) und der Nimba Mining Company (NMC), ein neu gegründetes staatliches Unternehmen.
 

Landwirtschaft in Guinea

Die Bedingungen für Landwirtschaft sind in Guinea gut, denn es regnet genügend. 73 Prozent der Landesfläche werden landwirtschaftlich genutzt. Die Landwirtschaft erwirtschaftet rund 30 Prozent für den Staat (Bruttoinlandsprodukt). 55 Prozent der Bevölkerung arbeiten in diesem Bereich.

Trotzdem reicht die Produktion nicht für die eigene Bevölkerung: Nahrungsmittel müssen importiert werden. Viele Kleinbauern erwirtschaften nur für ihren eigenen Bedarf und verkaufen Überschüsse auf dem Markt.

Auch die Fleischproduktion reicht nicht aus. Mehr und mehr Bedeutung gewinnt der Fischfang. Er ist aber wie der Feldanbau noch stark ausbaufähig.

Angebaut werden vor allem Maniok und Reis, Süßkartoffeln, Yams und Mais. Kaffee, Palmöl, Bananen, Ananas, Kokosnüsse, Zuckerrohr und Baumwolle werden exportiert. Der Anteil am Export ist aber nur gering.

Industrie in Guinea

Rund 30 Prozent werden in der Industrie erwirtschaftet. Vor allem der Abbau der Bodenschätze sorgt für diesen hohen Anteil. Neben dem genannten Bauxit werden auch Diamanten, Eisenerz und Gold abgebaut und exportiert. Im Hafen von Conakry werden die Exportgüter verschifft.

Während Bauxit in Boké in Niederguinea abgebaut wird, kommen Diamanten und Eisenerz vor allem in Waldguinea vor, also im Südosten des Landes. Die meisten Goldminen befinden sich in Siguiri, im Osten des Landes.

Das Gold aus Guinea schätzten die Briten schon im 17. Jahrhundert und nannten ihre Goldmünzen nach ihrer Herkunft, nämlich Guinee – wobei Guinea damals das gesamte südliche Westafrika bezeichnete. Gold erwirtschaftet inzwischen ebenfalls hohe Einnahmen für das Land. Im Juni 2026 verbot der Präsident, dass Rohgold weiter exportiert werden darf. Das Gold muss nun im Land eingeschmolzen, gereinigt und offiziell geprüft werden. Dafür wurde unter anderem eine neue Goldraffinerie in der Nähe der Hauptstadt Conakry gebaut. So soll also die heimische Verarbeitung gestärkt werden.

Dienstleistungen

Etwa 40 Prozent des BIP kommen in Guinea aus den Dienstleistungen. Dazu gehören Energie, Medien und Telekommunikation, aber auch der gesamte Handel oder Einnahmen im Tourismus.

letzte Aktualisierung am 03.08.2026