Uruguays Flagge Uruguay

Geschichte Uruguays bis zur Unabhängigkeit

Hendrick Ottsen zeichnete diese Indios 1603. Ein Indio trägt Kugeln an einem Band. Damit jagten die Indios Tiere.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Zeichnung von Indios am Río de la Plata

Die ersten Bewohner

Ab 7000 v. Chr. war das Gebiet des heutigen Uruguay von Menschen besiedelt. Noch bis zur Eroberung durch die Europäer lebten die Charrúa als Jäger und Sammler. Andere Indio-Völker waren die Minua, die Chaná und einige mehr.

Diese Zeichnung zeigt die Landung von Juan Díaz de Solís am Río de la Plata. Charrúas spähen ihn aus und ermorden ihn bald darauf. Bild von Ulpiano Checa (1860-1916)[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Entdeckung des Río de la Plata

Erste Europäer (16. Jahrhundert)

Nach der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus kamen immer mehr Spanier und andere Europäer nach Südamerika. Sie eroberten das Land mit Gewalt. Um 1514 kamen wohl Portugiesen als erste Europäer in das Gebiet des heutigen Uruguay. 1516 befuhr der Spanier Juan Díaz de Solís den Río de la Plata. Er und seine Männer wurden von Indios angegriffen. Solís und viele seiner Männer starben.

Die Besiedlung des Gebietes begann auch wegen dieses Widerstands später als in anderen Teilen Südamerikas. Außerdem gab es hier kein Silber oder Gold, das die Europäer ausbeuten konnten. Genannt wurde die Region Banda Oriental, das "östliche Ufer".

Spanische Kolonie

Die Stadtmauer von Colonia de Sacramento kann man noch heute besichtigen.[ © Lenadro Palacios / CC BY-SA 3.0 ]
Stadttor in Colonia de Sacramento

1542 gründeten die Spanier eine Kolonie, das Vizekönigreich Peru. Es umfasste zunächst fast ganz Südamerika. Auch das heutige Uruguay gehörte dazu, war aber nicht wirklich unter spanischer Kontrolle. Nach dem Vertrag von Tordesillas, in dem Spanien und Portugal ihre Kolonialgebiete schon 1494 aufgeteilt hatten, gehörte Uruguay jedoch zum spanischen Herrschaftsgebiet. 1603 brachten die Spanier die ersten Rinder hierher. Damit begann in Uruguay ein Wirtschaftszweig, der zur Grundlage für den Wohlstand des Landes wurde.

1624 wurde die erste spanische Siedlung am Río Negro gegründet. Die älteste Stadt Uruguays ist Colonia de Sacramento, das 1680 von Portugiesen am Río de la Plata gegründet wurde. 1726 wurde Montevideo von Spaniern gegründet und entwickelte sich schnell zu einem wirtschaftlichen Zentrum. Doch die Banda Oriental blieb ein Zankapfel zwischen Spanien und Portugal.

Grün: das Vizekönigreich Río de la Plata. Hellgrüne Bereiche wurden von den Indios kontrolliert.[ © Keepscases / CC BY-3.0 ]
Vizekönigreich Río de la Plata

Teil des Vizekönigreichs Río de la Plata (1776-1816)

1717 war schon der Norden Südamerikas vom Vizekönigreich Peru als Vizekönigreich Neugranada abgespalten worden. Die große Kolonie sollte so besser verwaltet werden können. 1776 trennte man auch den Süden ab. Uruguay gehörte nun nicht mehr zu Peru, sondern mit Argentinien, Paraguay und Bolivien zum Vizekönigreich Río de la Plata. 1777 gab Portugal seine Gebiete in Sacramento auf.

1811 besiegten Artigas' Truppen die Armee der spanischen Kolonialherren. Gemälde von J.Luis Blanes und Juan Manuel Blanes[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Schlacht von Las Piedras
Die 33 Orientalen schwören auf diesem Gemälde von Juan Manuel Blanes, dass sie für die Unabhängigkeit von Brasilien kämpfen werden.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Schwur der 33 Orientalen

Unabhängigkeit von Spanien 1816 und von Brasilien 1828

Um 1800 begann in ganz Lateinamerika der Kampf um die Unabhängigkeit. 1810 bildete sich in Buenos Aires eine eigene, von Spanien unabhängige Regierung. Die Spanier zogen daraufhin nach Montevideo um. Das rief dort den Widerstand hervor: Für die Unabhängigkeit der Banda Oriental kämpfte José Gervasio Artigas, heute Nationalheld des Landes. 1813 forderte er die Unabhängigkeit Uruguays. 1815 führte er eine Landreform durch und enteignete die Großgrundbesitzer.

Doch er hatte nun die Argentinier genauso gegen sich wie die Brasilianer. 1816 besetzte Brasilien das Gebiet. 1820 gab sich Artigas geschlagen und floh. 1825 marschierten 33 Männer, angeführt von Juan Antonio Lavalleja nach Uruguay ein. Sie werden die "33 Orientalen" genannt. Nach einem dreijährigen Kampf erlangte Uruguay 1828 seine Unabhängigkeit von Brasilien und war damit ein eigener Staat. Seinen Namen erhielt es zwei Jahre später, 1830.

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letzte Aktualisierung am 27.04.2020