Surinames Flagge Suriname

Einwohner von Suriname[ © Quelle: pixabay.com ]
Einwohner Suriname

Die Surinamer

576.000 Einwohner hat Suriname. Das ist so viel wie allein Bremen an Einwohnern zählt! Die meisten Surinamer leben in der Küstenregion. Allein 240.000 Menschen wohnen in der Hauptstadt Paramaribo! Die Einwohnerschaft in Suriname ist von ihrer Herkunft her sehr vielfältig. Diese Vielfalt ist eine Folge der Kolonialzeit, als es hier große Zuckerrohrplantagen gab.

Der Präsident von Suriname, Desi Bouterse, hat indische Vorfahren.[ © Pieter Van Maele / CC BY-3.0 ]
Desi Bouterse

Hindustani

So stammen 27,4 Prozent der Einwohner Surinames von Indern ab, die man im 19. Jahrhundert als Arbeiter anheuerte, nachdem die Sklaverei 1863 in Suriname abgeschafft worden war. Man nennt diese indischstämmigen Einwohner auch Hindustani. 1870 schloss die niederländische Regierung ein Abkommen mit Großbritannien, in dem die Anwerbung von Vertragsarbeitern aus Britisch-Indien vereinbart wurde. So kam es in Suriname genauso wie in Britisch-Guayana (heute Guyana) zur Einwanderung vieler Inder.

Wer sind die Saramaccaner?

Die Saramaccaner bilden einen Stamm der Maroons. Der Stamm setzt sich zusammen aus zwölf "los". Zu einem "lo" gehören all die, die einst gemeinsam flohen und sich verbunden fühlen. Sie siedelten sich am Fluss Saramacca an, der ihnen ihren Namen gab. An der Spitze steht ein Stammesoberhaupt.
Noskagita ist ein Waisenhaus in Paramaribo. Hier waschen zwei Mädchen gerade Wäsche.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Zwei Mädchen in Paramaribo beim Wäschewaschen
Jerry de Jong wurde 1964 in Paramaribo geboren. Er spielte Fußball in und für die Niederlande.[ © Podelo / CC BY-SA 3.0 ]
Jerry de Jong

Afrikanisch: Maroons und Kreolen

Insgesamt sind 37,4 Prozent der Einwohner Surinames Nachkommen von Menschen aus Afrika. Davon sind 21,7 Prozent Maroons. So bezeichnet man Nachkommen von geflüchteten Sklaven. Sie versteckten sich im Regenwald und bewahrten dort viele westafrikanische Traditionen. Die meisten Maroons leben noch heute in diesen südlichen, unzugänglichen Gebieten des Landes.

Man unterscheidet sechs Gruppen von Maroons. Die größten Gruppen sind die Ndyuka (90.000) und die Saramaccaner (55.000), weitere sind die Matawai, Paramaka, Aluku und Kwinti. 15,7 Prozent sind Kreolen, das heißt Nachkommen von schwarzen Sklaven oder von Schwarzen mit Europäern. Die meisten Kreolen leben in Paramaribo.

Javaner

Indonesische Einwanderer in Suriname um 1900[ © Tropenmuseum / CC BY-SA 3.0 ]
Indonesische Einwanderer in Suriname um 1900

13,7 Prozent sind Nachkommen von Arbeitern aus Indonesien, die man wie die in Indien anheuerte. Indonesien war damals niederländische Kolonie unter dem Namen Niederländisch-Indien. Die meisten Arbeiter kamen von der Insel Java und gehörten der Ethnie der Javaner an. Sie sprechen Javanisch. 1890 kamen die ersten dieser Arbeiter nach Suriname. Man wollte damit auch unabhängig von Großbritannien sein, das den Zuzug von Arbeitern aus Britisch-Indien jederzeit hätte stoppen können.

Indigene

Nur noch 3,7 Prozent der Bevölkerung gehören den Menschen an, die hier ursprünglich lebten. Man unterscheidet die Arawak (Lokono), Kariben (Kalina), Akurio, Tiriyó und Wayana.

Weitere Gruppen: Chinesen, Brasilianer, Boeroes

Kolonisten aus den Niederlanden im Jahr 1845. Nur wenige ihrer Nachkommen blieben in Suriname.[ © Tropenmuseum / CC BY-SA 3.0 ]
Kolonisten aus den Niederlanden 1845

Auch Chinesen holte man als Arbeiter ins Land. Weitere kamen in den 1990er Jahren. Weitere Einwohner stammen aus dem Libanon oder sind sefardische Juden, die während der Inquisition aus Spanien und Portugal vertrieben wurden. Meist illegal wandern Brasilianer über die Grenzen im Regenwald, um in Suriname nach Gold zu suchen.

Und schließlich leben noch etwa 1000 Nachkommen der niederländischen Farmer in Suriname, die hier ab 1845  siedelten und auf ihr Glück hofften, denn die meisten stammten aus armen Gebieten in den Niederlanden. Man nennt sie auch Boeroes. Die meisten Boeroes verließen Suriname wieder, nachdem es 1975 unabhängig geworden war.

Surinamer in den Niederlanden

Weil in der Zeit als niederländische Kolonie viele Surinamer in die Niederlande gingen, leben dort heute etwa 350.000 Surinamer bzw. ihre Nachkommen.

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letzte Aktualisierung am 27.04.2020