Surinames Flagge Suriname

Die Arawaks lebten an der Nordküste von Südamerika. Sie wurden von den europäischen Eroberern verfolgt und versklavt.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Arawak-Versammlung 1844

Indigene Völker

Erst um 3000 v. Chr. wurde das Gebiet des heutigen Suriname besiedelt. Arawak und Kariben siedelten an der Küste. Die Arawak wurden von den kriegerischen Kariben zum Teil vertrieben. Im Regenwald des Hinterlandes lebten kleinere Volksgruppen wie die Tiriyó, Warao, Akurio oder Wayana.

Die Indios nannten diese Region Guayana: Land der vielen Wasser. Jedoch war damit ein viel größeres Gebiet gemeint: Es umfasste auch das heutige Guyana und Französisch-Guayana sowie Teile von Venezuela und Brasilien.

Die Niederländer überfielen die Briten im Juni 1667 im Fluss Medway. Der Sieg trug wesentlich zum Frieden von Breda bei.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Überfall im Medway (Gemälde von Jan van Leyden)
Hier wird der Frieden von Breda geschlossen.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Friedenskongress in Breda

Kampf um die Kolonien: Niederländer und Briten

Während die Spanier Zentral- und Südamerika eroberten, stieß das Gebiet weiter östlich bei ihnen auf weniger Interesse. Das nutzten die Niederländer und gründeten zunächst im heutigen Guyana, also im westlichen Gebiet, mehrere Kolonien, die zusammen auch Niederländisch-Guayana genannt wurden. 1651 kamen die Briten in das Gebiet von Suriname und legten eine Siedlung an.

1665 kam es zum Englisch-Niederländischen Krieg. Ausgelöst wurde er durch den Kampf um die Vorherrschaft im Welthandel. Der Krieg fand vor allem in Europa statt, doch auch vor der Küste Südamerikas kam es zu Kämpfen. Suriname wurde schließlich am 6. März 1667 von den Niederländern erobert.

Frieden von Breda: Suriname im Tausch gegen New York (1667)

Im Juli 1667 schloss man schließlich den Frieden von Breda. Die Niederlande behielten Suriname, gaben dafür aber ihre nordamerikanische Kolonie Nieuw Nederland und somit das spätere New York an die Briten ab.

Das Gemälde von etwa 1860 zeigt eine Plantage in Suriname.[ © Tropenmuseum / CC BY-SA 3.0 ]
Plantage in Suriname
Maroon-Dorf am Suriname-Fluss[ © John Hill / CC BY-SA 3.0 ]
Maroon-Dorf am Suriname-Fluss
Die Siedlung Jodensavanne auf einem Bild von Pierre Jacques Benoit (1782-1854)[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Die Siedlung Jodensavanne

Niederländisch-Guayana im 17. und 18. Jahrhundert

Die Niederländer legten viele Plantagen für Zuckerrohr, Kaffee, Kakao und Baumwolle an. Um sie zu bewirtschaften, holten sie Sklaven aus Afrika hierher. Die meisten kamen aus dem heutigen Ghana, Benin und Togo. Sie mussten auf den Plantagen unter meist erbärmlichen Bedingungen schuften.

Manche Sklaven schafften es, in den Urwald zu fliehen. Dort bewahrten sie viele ihrer Traditionen. Man nennt die Nachkommen dieser entflohenen Sklaven Maroons (oder auch Marrons). Sie bildeten Gemeinschaften und organisierten sich als Stamm. Sie überfielen häufig die Plantagen, um sich mit lebenswichtigen Dingen auszustatten. Die größten Gruppen in Suriname sind die Ndyuka und die Saramaccaner.

Jodensavanne

Im 17. Jahrhundert siedelten Juden in Suriname, die vor der Inquisition in Spanien und Portugal geflohen waren und nun über weitere Umwege nach Surinam kamen. Ihr Wohngebiet wurde Jodensavanne genannt. Sie legten ebenfalls Plantagen an, auf denen Sklaven arbeiteten. Als der Ort 1832 bei einer Sklavenrevolte verwüstet wurde, zogen die Juden nach Paramaribo.

1814: Guyana zu den Briten, Suriname zu den Niederlanden

Mehrfach wechselten noch die Besitzverhältnisse zwischen den Niederlanden und England. Die niederländischen Kolonien nannte man auch zusammen Niederländisch-Guayana. 1814 fiel Guyana beim Wiener Kongress endgültig an die Briten, Suriname blieb bei den Niederlanden.

August Kappler

August Kappler (1815-1887) war ein deutscher Kaufmann. Er trat auf der Suche nach einem Beruf 1836 in die niederländische Kolonialarmee ein und kam so nach Suriname. Dort gründete er 1846 den Ort Albina, den er nach seiner Frau benannte. Er liebte die Natur Surinames und betrieb Forschungen dazu. Er betrieb außerdem Handel und war als Posthalter und Grenzbeamter tätig.

1863 Abschaffung der Sklaverei – Vertragsarbeiter aus Indien, China und Java

Denkmal für die Hindustanen, die Einwanderer aus Indien[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Denkmal für die Hindustanen in Suriname
Indonesische Einwanderer in Suriname, um 1890[ © Tropenmuseum / CC BY-SA 3.0 ]
Indonesische Einwanderer in Suriname

Endgültig wurde die Sklaverei 1863 abgeschafft, allerdings wurden die bisherigen Sklaven gezwungen, noch weitere zehn Jahre als bezahlte Arbeiter auf den Plantagen zu bleiben. 35.000 Sklaven erhielten die Freiheit. 1873 fehlten nun aber Arbeiter. So entschloss man sich, Vertragsarbeiter anzuheuern. So wurde Suriname zu einem Vielvölkerstaat.

Die niederländische Regierung schloss ein Abkommen mit Großbritannien, in dem die Anwerbung von Vertragsarbeitern aus Britisch-Indien vereinbart wurde. So kam es in Suriname genauso wie in Britisch-Guayana (heute Guyana) zur Einwanderung vieler Inder. Auch aus China kamen Arbeiter.

Ab 1890 heuerte man vermehrt Arbeiter von der Insel Java (Indonesien) an. Das war damals eine niederländische Kolonie. Man wollte damit unabhängig von Großbritannien sein, das den Zuzug von Arbeitern aus Britisch-Indien ja jederzeit hätte stoppen können. Ab 1916 verhinderte außerdem Mahatma Gandhi, dass weitere Arbeiter aus Indien kamen.

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letzte Aktualisierung am 27.04.2020