Naurus Flagge Nauru

Woher die ursprünglichen Bewohner Naurus nun kamen, wissen wir nicht so genau. [ © gemeinfrei ]
Bewohner, Nauru
Deutsche Kolonialkarte von Nauru[ © gemeinfrei ]
Kolonialkarte, deutsch, Nauru
1940 wurde diese Verladestation für das Phosphat beschossen. [ © gemeinfrei ]
Verladestation, Phosphat, zerstört, Nauru
Der ehemalige Häuptling Hammer de Roburt wurde zum ersten Präsidenten Naurus gewählt. Er ist der Mann in der Mitte. [ © CdaMVvWgS / CC BY-SA 3.0 ]
Hammer DeRoburt
Der Phosphatabbau brachte zwar Geld in die Kassen, zerstörte aber auch gleichzeitig die Natur Naurus. [ © Vladimir Lysenko (I.) / CC BY-SA 4.0 ]
Nachdem die Flüchtlingslager erst einmal geschlossen wurden, öffneten sie 2012 wieder. In diesen Zelten sollten die Flüchtlinge unterkommen. [ © DIAC images / CC BY 2.0 ]
Flüchtlingszelte, Nauru

Frühgeschichte

Woher die Bewohner Naurus ursprünglich kamen, wissen wir nicht. Man vermutet, dass Schiffbrüchige die Insel besiedelten. Sie kamen aus Polynesien, Melanesien oder auch Neuguinea. Eine ursprüngliche Bevölkerung gab es wohl nicht. So stammen die heutigen Bewohner wahrscheinlich von Mikronesiern und Melanesiern ab.

Die Europäer kommen

Die Europäer entdeckten die Insel relativ spät im Jahr 1798. Ein Kapitän aus Großbritannien namens John Fearn sah die Insel als Erster und gab ihr den Namen Pleasant Island, was "angenehme Insel" bedeutet.

Ursprünglich lebten zwölf einheimische Stämme auf Nauru. Jeder Stamm hatte ein eigenes Oberhaupt. In der Staatsflagge sind diese Stämme noch verewigt. Heute gibt es keine Stämme mehr, sondern die Verwaltungseinheiten nennen sich Distrikte. Zwei Stämme sind mittlerweile ausgestorben.

Deutsche Kolonie

Ab 1830 wanderten vor allem Briten ein. Sie brachten gleichzeitig Krankheiten mit, gegen die die Bewohner der Insel keinerlei Widerstandskräfte besaßen. Ende des 19. Jahrhunderts fanden Kämpfe zwischen den Einwanderern und den Bewohnern statt. 1888 kam Nauru zum deutschen Protektorat der Marshallinseln. Von 1906 bis 1920 zählte Nauru zur deutschen Kolonie Deutsch-Neuguinea.

Ebenfalls gegen Ende des 19. Jahrhunderts entdeckte man die reichhaltigen Phosphatvorkommen auf der Insel. Dieses Phosphat war aufgrund des Vogelkots der häufig auf der Insel nistenden Vögel entstanden (siehe Wirtschaft, Alltag). 1908 begann man, den wertvollen Rohstoff auf Nauru abzubauen. Briten und Deutsche schlossen sich hierfür zusammen.

Erster Weltkrieg

Nach dem Beginn des Ersten Weltkrieges besetzten australische Truppen die Insel. Nachdem das Deutsche Reich im Ersten Weltkrieg besiegt worden war, wurde Nauru 1920 unter einem Mandat des Völkerbundes gemeinsam von Australien, Großbritannien und Neuseeland verwaltet. Alle drei Staaten kontrollierten den Abbau des Phosphats. Die Bewohner der Insel gingen fast leer aus. Die Nationen, die das Phosphat abbauten, sicherten sich auch die Einkünfte und beuteten damit die Bewohner und eigentlichen Besitzer des Phosphats aus.

Zweiter Weltkrieg

1942 besetzten die Japaner während des Zweiten Weltkrieges Nauru, bis die Alliierten die Insel zurückeroberten. 1947 wurde Nauru treuhänderisch unter die Verwaltung Australiens gestellt. Die innere Unabhängigkeit erhielt das Land schon am 31. Januar 1966. 1968 wurde Nauru dann eine unabhängige Republik und gleichzeitig Mitglied des Commonwealth of Nations. Staatspräsident wurde der ehemalige Häuptling Hammer de Roburt. Er übte lange Zeit das Amt des Präsidenten aus. Bernard Dowiyogo löste ihn ab.

Erst ab 1970 konnte Nauru selbst aus den Phosphatvorkommen Nutzen ziehen. Es wurde die Naurische Phosphatgesellschaft gegründet. Das Geld steckte man in den Ausbau der Infrastruktur wie zum Beispiel der Hauptstraße, die ringförmig um die ganze Insel führt. Nauru wurde nach Saudi-Arabien zum zweitreichsten Land der Erde. Zugrunde gelegt wurde bei dieser Bewertung das BIP.

Mittlerweile gab es sogar eine Klage Naurus gegen Australien, das vor der Unabhängigkeit das Land ausbeutete, ohne den Bewohnern eine Entschädigung zu zahlen. Der Versuch, die durch den Phosphatabbau zerstörte Natur wiederaufzubauen, wurde allerdings wieder aufgegeben. Zu groß war die Fläche, die man zerstört hatte.

Ab 2000 machte Nauru immer wieder negative Schlagzeilen. Als Steueroase leistete es Kriminellen Vorschub. Drogenhändler konnten Geld waschen und die Mafia hielt dort Einzug. Das schädigte den Ruf des kleinen Landes gewaltig. Die Regierung hatte jegliche Kontrolle über die Finanzgeschäfte verloren, die im Land getätigt wurden. Allerdings war das Geld gleichzeitig eine wichtige Einnahmequelle, weitere Einnahmen gab es ja nicht. Dennoch versuchte man, Gesetze zu erlassen, um diese kriminellen Aktivitäten zu unterbinden. So stand das Land lange Zeit auf der so genannten "Schwarzen Liste" der OECD.

Die Präsidenten des Landes wechselten häufig und die Lage war nicht stabil.

2001 fand man eine neue Einnahmequelle, als die Regierung das Nauru Detention Centre einrichtete. Hierbei handelte es sich um Flüchtlingslager, in denen vor allem Flüchtlinge aus Afghanistan, aber auch aus anderen asiatischen Staaten und dem Iran untergebracht wurden. Dafür bezahlte die australische Regierung, deren Pflicht es eigentlich gewesen wäre, sich selbst um die Flüchtlinge zu kümmern, Geld an Nauru. Die Lager wurden aufgrund der Misshandlung von Flüchtlingen geschlossen, doch im Jahr 2012 wieder eröffnet. Über die Zustände in diesen Lagern gelangen nur wenige Informationen nach außen, so dass es schwer zu beurteilen ist, wie die Zustände heute vor Ort wirklich sind.

letzte Aktualisierung am 15.05.2020