Sierra Leones Flagge Sierra Leone

Reich an Diamanten und doch eines der ärmsten Länder

Diese Männer arbeiten in einer Diamantmine im Kono-Distrikt.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
[ © Wikimedia, gemeinfrei ]

Sierra Leone besitzt reiche Bodenschätze, vor allem Diamanten. Sierra Leone gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Wie kann das sein?

Der Wohlstand aller Länder wird jedes Jahr bemessen. Das ergibt dann eine Liste, den Human Development Index, auf Deutsch heißt das: Tabelle für menschliche Entwicklung. Sierra Leone steht hier im Jahr 2016 auf dem 179. Platz von 187 Ländern.

Tatsächlich machen die Diamanten nur wenige Menschen reich. Die Bevölkerung selbst hat kaum etwas davon. Private Firmen und korrupte Beamte sind die, die daran verdienen. Der lange Bürgerkrieg hat viel in Sierra Leone zerstört – das ist ein weiteres Problem. Der Bürgerkrieg selbst entstand überhaupt erst, weil man über die Diamanten stritt.

Gold und Diamanten werden außerdem illegal geschürft (in nicht genehmigten Minen) und geschmuggelt. Mit Ende des Bürgerkriegs ist der Anteil an geschmuggelten Diamanten allerdings stark zurückgegangen. Ein anderes Problem ist jedoch, dass die Entwicklung von Landwirtschaft und Industrie vom Staat vernachlässigt wurde, weil man glaubte, dass Gold und Diamanten schon ausreichen würden.

Ein weiteres Problem für eine schwache Wirtschaft sind fehlende Verkehrswege, um Waren überhaupt transportieren zu können. Es gibt nur wenige asphaltierte Straßen und kaum Eisenbahnlinien in Sierra Leone.

Was sind Blutdiamanten?

Blutdiamanten nennt man Diamanten, mit deren Verkauf Kriege bezahlt werden. Ohne Erlaubnis werden sie geschürft und verkauft. Mit dem Geld werden dann Waffen gekauft. Weil sie so klein sind und dennoch so wertvoll, lassen sie sich gut schmuggeln.

Noch mehr Bodenschätze

Neben Diamanten ist Sierra Leone reich an vielen weiteren Bodenschätzen wie Bauxit (daraus macht man Aluminium), Rutil (daraus macht man Titan oder verwendet es als Schmucksteine) und Gold. Diese Rohstoffe werden auch exportiert, also ins Ausland verkauft. Unter den Ländern, die Diamanten produzieren, steht Sierra Leone an elfter Stelle weltweit. Die Diamantminen befinden sich vor allem im Osten und Südosten des Landes. Vor der Küste hat man 2009 Erdöl entdeckt.

Landwirtschaft: Was wird angebaut?

Ein Mann zeigt die Reisernte.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Reisbauer mit Ernte

Ein großer Teil der Menschen in Sierra Leone bewirtschaftet ein kleines Stück Land. Viele halten ein paar Hühner oder Ziegen. Ihre Ernte verkaufen sie dann auf dem Markt oder an einem Stand an der Straße. Vor allem Reis und Maniok werden angebaut, aber auch Hirse, Mais, Süßkartoffeln und Erdnüsse.

Plantagen gibt es für Zitrusfrüchte, Zuckerrohr, Kaffee, Kakao, Ölpalmen und Kokosnüsse. Verkauft ins Ausland werden hauptsächlich Kakao, Kaffee und Fisch. Der Anteil der Landwirtschaft an der Wirtschaftskraft des Landes beträgt 47,9 Prozent.

Diamantmine in Sierra Leone[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Diamantmine in Sierra Leone

Was noch?

Die Industrie erwirtschaftet 18,6 Prozent. Zur Industrie gehört vor allem der Bergbau, insbesondere die Diamantminen. Dazu gibt es viel Kleinindustrie, also eher kleinere Betriebe, die Getränke, Textilien oder Schuhe herstellen oder Schiffe reparieren.

Die übrigen 33,5 Prozent werden mit Dienstleistungen erwirtschaftet. Hierzu gehören Verkehr, Energie, Tourismus und Telekommunikation (Radio, Telefon, Internet).

letzte Aktualisierung am 03.04.2017