Mauretaniens Flagge Mauretanien

Maurin aus Mauretanien mit ihrer Tochter[ © Ji-Elle / CC BY-SA 3.0 ]
Maurin aus Mauretanien mit ihrer Tochter

Menschen in Mauretanien: die Mauretanier

Mauretanien bildet eine Grenze von Nordafrika zu Schwarzafrika. So nennt man das Gebiet Afrikas südlich der Sahara. Nordafrika wird von Völkern mit hellerer Hautfarbe bewohnt, überwiegend sind das Araber und Berber. In Schwarzafrika leben dunkelhäutigere Menschen. In Mauretanien treffen beiden Gruppen aufeinander.

Völker: Mauren und Schwarzafrikaner

Diese Männer sind Mauren. Sie tragen die traditionelle Bekleidung der Bidhan.[ © Ferdinand Reus / CC BY-SA 2.0 ]
Mauren auf dem Kamelmarkt in Nouakchott
Mutter und Tochter vom Volk der Soninke in Selibaby[ © Martin Baran / CC BY-3.0 ]
Mutter und Tochter vom Volk der Soninke in Selibaby

Man unterscheidet in Mauretanien vor allem zwei Bevölkerungsgruppen. 70 Prozent sind Mauren und haben arabisch-berberische Wurzeln. Sie sprechen Hassania, einen arabischen Dialekt. Von diesen 70 Prozent gehört etwa die Hälfte zu den Bidhan (Weiße Mauren), die andere Hälfte zu den Haratin. Die Haratin sind Nachfahren ehemaliger Sklaven. Haratin bedeutet "die Befreiten".

Sie alle sprechen Arabisch und fühlen sich der arabischen Kultur zugehörig. Sie leben mehr im Norden des Landes. Ihre Gesellschaft ist streng hierarchisch gegliedert. Ganz oben stehen als Adel die Krieger (Hassan) und die religiösen Führer (Marabouts). Ihnen folgen die Zenaga (Nachkommen der dem Adel tributpflichtigen Bevölkerung) und dann die Handwerker. Ganz unten stehen die Haratin.

Die übrigen 30 Prozent der Einwohner von Mauretanien gehören schwarzafrikanischen Völkern an. Man nennt diese Soudans. Sie leben vor allem entlang des Senegalflusses, also im Süden des Landes. Zu diesen Völkern gehören die Tukulor, die Fulbe, die Soninke, die Wolof und die Bambara. Genauere Zahlen hat man nicht, sie werden nicht mehr veröffentlicht, weil das zu Rassenunruhen geführt hat. Eine Schätzung von 1982 besagt: 18 Prozent Tukulor und Fulbe, vier Prozent Soninke, ein Prozent Wolof.

Bis heute gibt es Sklaven in Mauretanien. Erst 2007 wurde gesetzlich festgelegt, dass Sklaverei unter Strafe gestellt wird. Noch heute sichert die Sklavenhaltung die Macht der Elite der weißen Mauren. Die Sklaven sind fast immer Haratin.

Mutter und Kinder in der Adrar-Oase Lagueila[ © Ji-Elle / CC BY-SA 4.0 ]
Mutter und Kinder in der Adrar-Oase Lagueila

Die Kinder Mauretaniens

Jede Frau in Mauretanien bekommt im Durchschnitt mehr als vier Kinder. Das ist viel. Bei uns bekommt jede Frau im Durchschnitt nur 1,4 Kinder. So machen Kinder und Jugendliche in Mauretanien einen großen Anteil an der Bevölkerung aus. Etwas weniger als die Hälfte der Bevölkerung ist unter 18 Jahre alt.

Die Säuglingssterblichkeit beträgt 3,3 Prozent, die Kindersterblichkeit 5,2 Prozent (Stand 2018, bei uns: 0,2 und 0,3 Prozent). Das heißt: Mehr als drei von 100 neugeborenen Kindern sterben, mehr als fünf Kinder von 100 feiern nicht ihren ersten Geburtstag. Die Zahlen sind in den letzten Jahrzehnten gesunken, aber sie sind immer noch zu hoch.

Atar ist eine Kleinstadt in der westlichen Sahara. Hier ist gerade Markt.[ © Bertramz / CC BY-SA 3.0 ]
Markt in  Atar, Mauretanien

Stadt und Land

54 von 100 Menschen in Mauretanien leben in der Stadt, 46 von 100 demnach auf dem Land. Immer mehr Menschen ziehen in die Städte. Während 1957 noch 90 Prozent der Einwohner als Nomaden lebten, sind es heute nur noch wenige Prozent. Allein in Nouakchott lebt ein Viertel aller Mauretanier.

Moscheen wie diese in Nouakchott gibt es in jeder Stadt.[ © François COLIN / CC BY-SA 2.5 ]
Moschee in Nouakchott

Woran glauben die Menschen in Mauretanien?

So gut wie alle Mauretanier sind Muslime, gehören also dem Islam an. Der Islam ist die Staatsreligion, er wird auch im offiziellen Landesnamen genannt: Islamische Republik Mauretanien. Es gilt das Islamische Recht, die Scharia.

1 2
letzte Aktualisierung am 12.05.2020