Österreichs Flagge Österreich

Erste Menschen in Österreich

In der Repolusthöhle fand man die ältesten menschlichen Spuren in Österreich.[ © Christian Pirkl / CC BY-SA 3.0 at ]
Repolusthöhle

Die ältesten Spuren von Menschen im heutigen Österreich hat man in der Repolusthöhle in der Steiermark gefunden. Diese Spuren stammen aus der Altsteinzeit. Es sind 300.000 Jahre alte Feuerspuren.

Bedeutend jünger sind die beiden ältesten Kunstwerke. Sie stammen aus der Jungsteinzeit. Es sind die Venus vom Galgenberg und die Venus von Willendorf. Die beiden Figürchen stellen Frauen dar.

Noch jünger ist Ötzi. So nannte man eine Gletschermumie, die man in den Ötztaler Alpen im Grenzgebiet von Österreich und Italien fand. Ötzi lebte um 3300 v. Chr. Sein Fund brachte der Wissenschaft viele neue Erkenntnisse. Nach dem Ort Hallstatt ist ein Zeitraum der Eisenzeit benannt, die Hallstattkultur.

Hier siehst du die römischen Provinzen und Orte auf dem Gebiet des heutigen Österreichs.[ © Hreid / CC BY-SA 3.0 ]
Römische Provinzen und Orte auf dem Gebiet des heutigen Österreichs

Römische Provinzen

Das Römische Reich breitete sich immer weiter aus. Im Jahr 15 v. Chr. eroberten die Römer schließlich auch das Gebiet, das heute Österreich ist. Sie errichteten hier drei Provinzen: Raetia im Westen, Noricum in der Mitte und Pannonia im Osten. Natürlich lagen diese Provinzen nicht in den heutigen Grenzen. So erstreckte sich Pannonia auch über die heutigen Länder Ungarn, Serbien, Kroatien und Slowenien. In der Provinz Raetia gründeten die Römer sogleich eine Stadt, die sie Brigantium nannten. Es ist das heutige Bregenz. Im Osten wurde ebenfalls eine Stadt gegründet: Vindobona. Aus ihr wurde später Wien.

Tassilo war ein Herzog der Agilofinger.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Herzog Tassilo III. von Baiern

Zeit der Völkerwanderung

Langsam setzte der Niedergang des Römischen Reiches ein. Als die Hunnen 375 n. Chr. von Osten aus in Mitteleuropa einfielen, flohen die germanischen Stämme nach Westen und Süden. Das nennt man auch die Völkerwanderung.

In die Provinz Noricum fielen neben anderen Völkern zunächst die Goten ein. Ab dem 6. Jahrhundert siedelten dann Bajuwaren hier. Es entstand ein Herzogtum, das von der Familie der Agilofinger beherrscht wurde. Im Westen, im heutigen Vorarlberg, ließen sich Alamannen nieder.

Die Karte zeigt das Herzogtums Bayern im 10. Jahrhundert. Im Osten sieht man die Marcha Orientalis.[ © Maximilian Dörrbecker (Chumwa) / CC BY-SA 3.0 ]
Karte des Herzogtums Bayern im 10. Jahrhundert

Frankenreich und Heiliges Römisches Reich

Das Herzogtum der Bajuwaren kam im 8. Jahrhundert unter die Herrschaft der Franken. Als das Fränkische Reich 843 geteilt wurde, gehörte Baiern zum Ostfrankenreich. Im Osten des Herzogtums Baiern (im heutigen Niederösterreich) wurde das Ostland gegründet. Als Grenzgebiet sollte es das Frankenreich schützen. Diese Marcha Orientalis (Östliche Mark) wurde später zur Keimzelle Österreichs.

Zunächst aber fielen 907 die Ungarn ein. 955 konnten die Ostfranken dann die Ungarn besiegen, eroberten das Ostland zurück und stießen nun ihrerseits nach Osten vor, wo neue Siedlungen gegründet wurden.

976 entstand das Herzogtum Kärnten. Otto II., römisch-deutscher Kaiser, wollte die Macht des bairischen Herzogs beschränken, nachdem dieser gegen ihn intrigiert hatte. So spaltete er Kärnten ab.

Das Bild zeigt den Babenberger Stammbaum.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Babenberger Stammbaum

Im gleichen Jahr, 976, übertrug Otto II. die Ostmark an einen bairischen Grafen: Leopold. Damit bestand nun die Markgrafschaft Österreich. Leopold wurde zum Stammvater der Familie der Babensberger, die lange über Österreich herrschten. Der Name Ostarrichi ist 996 erstmals belegt. 1156 wurde die Markgrafschaft dann zu einem eigenständigen und von Bayern unabhängigen Herzogtum innerhalb des Heiligen Römischen Reiches erhoben.

Ab 1251 regierten die Přemysliden in Österreich, ab 1282 dann die Habsburger. Sie erweiterten ihren Herrschaftsbereich, indem sie Kärnten, Tirol und andere Gebiete ihrem Herzogtum angliederten. Ihre Macht vergrößerten sie auch, indem sie ab 1438 fast durchgängig die römisch-deutschen Kaiser stellte.

Das Gemälde zeigt die Belagerung Wiens.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Gemälde von der Belagerung Wiens 1683

Im 17. Jahrhundert war Österreich ständigen Angriffen des Osmanischen Reiches ausgesetzt. 1683 belagerten die Türken zwei Monate lang Wien, konnten aber erfolgreich zurückgeschlagen werden. Man spricht von der Zweiten Wiener Türkenbelagerung, weil es schon 1529 eine (ebenso erfolglose) gegeben hatte.

Österreich stieg in den folgenden Jahrzehnten zur europäischen Großmacht auf. Erfolgreich drang das Heilige Römische Reich mit seinen Verbündeten im Großen Türkenkrieg selbst nach Osten vor und vertrieb die Türken aus Ungarn.

Das Gemälde zeigt die Erzherzogin Maria Theresia von Österreich.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Gemälde der Kaiserin Maria Theresia

1713 erließ Karl VI. ein Gesetz, durch das das Gebiet der Habsburger untrennbar und unteilbar wurde, die sogenannte Pragmatische Sanktion. Es ermöglichte nun die weibliche Thronfolge, sollte die männliche Herrscherlinie aussterben.

Tatsächlich wurde dieses neue Gesetz schon bald angewendet, als nämlich Karls Tochter Maria Theresia nach seinem Tod 1740 den Thron beanspruchte. Sie wurde also Erzherzogin von Österreich. 1745 erreichte sie, dass ihr Mann Franz I. Stephan römisch-deutscher Kaiser wurde. Mit ihm gründete sie das neue Herrscherhaus Habsburg-Lothringen.

Wie es weiterging in der Geschichte Österreichs, erfährst du auf Seite 2!

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letzte Aktualisierung am 06.04.2020