Saudi-Arabiens Flagge Saudi-Arabien

Die Karte zeigt das Reich der Saud 1880 (in Gelb) mit seinen Nachbarländern. [ © Don-kun, Eric Gaba / CC BY 3.0 ]
Reich der Saud

Das 19. Jahrhundert

Es entstand in der Folge das erste Reich der Wahhabiten. 1806 wurde Mekka erobert. Doch dieses sollte nur kurze Zeit Bestand haben, denn die Osmanen eroberten es schon wieder im Jahr 1816.

Doch die Dynastie der Saud gab sich so schnell nicht geschlagen und eroberte die Gebiete von den Türken zurück. Der Herrscher Abd al-Aziz ibn Saud konnte 1902 die Stadt Riad besetzen und gründete damit das Königreich Saudi-Arabien. Dieser Saud III. verbündete sich mit Großbritannien, indem er einen Schutzvertrag mit den Briten gegen das Osmanische Reich abschloss.

Doch der Norden des Landes gehörte noch nicht zu seinem Herrschaftsgebiet, denn dies war das Königreich der Haschemiten. Dessen Herrscher Hussein ibn Ali herrschte auch über die heiligen Städte. Doch so sollte es nicht bleiben, denn Abd al-Aziz ibn Saud brachte auch die nördliche Provinz Hedschas unter seine Führung.

Abd al-Aziz ibn Saud war der erste König des Vereinten Saudi-Arabien. [ © gemeinfrei ]
Ibn Saud

Königreich Saudi-Arabien

1932 rief Abd al-Aziz ibn Saud das Königreich Saudi-Arabien aus und erklärte sich zum König. Er heiratete eine Tochter aus jedem unterworfenen Stamm und bekam 46 Söhne. Ab 1938 begann mit Hilfe Amerikas die Erdölförderung. Das Erdöl sollte Saudi-Arabien zu einem sehr reichen Land machen.

Gründung der Arabischen Liga

1945 wurde die "Arabische Liga" gegründet, zu deren Gründungsmitgliedern Saudi-Arabien zählte. Eine amerikanische Militärbasis wird am Arabischen Golf gegründet.

Die OPEC

1960 gründete Saudi-Arabien gemeinsam mit dem Irak, dem Iran, Venezuela und Kuwait die OPEC, das ist die Organisation Erdölfördernder Länder. 1962 wurde die Sklaverei verboten. Arbeitskräfte vor allem aus dem asiatischen Raum kamen nun ins Land.

Während des Zweiten Golfkrieges unterstützte Saudi-Arabien die USA. Hier treffen sich Verteidigungsminister Cheney und der saudische Prinz Sultan, Verteidigungsminister von Saudi-Arabien 1990. [ © MASTER SGT. JOSE LOPEZ JR. / gemeinfrei ]
Treffen Cheney und Prinz Sultan
Beim Anschlag auf das World Trade Center bestreitet die saudi-arabische Regierung jegliche Beteilung. Doch 15 der 19 Täter stammten aus Saudi-Arabien. [ © gemeinfrei ]
World Trade Center, Anschlag

1960er und 1970er Jahre

1964 dankte der damalige König ab und auf ihn folgte sein Bruder Faisal, der Reformen im Land durchführte. Doch Saudi-Arabien blieb weiter eine Monarchie. 1973 reduziert König Faisal die Erdölproduktion, um Amerika zu einer anderen Haltung gegenüber Israel zu zwingen. Saudi-Arabien nahm schon immer eine negative Haltung gegenüber Israel ein und unterstützte das arabische Lager im Kampf gegen das Land mit Waffen und mit Geld.

Schon während der 1960er, aber auch in den 1970er Jahren kam es immer wieder zu Streitigkeiten mit dem Grenzland Jemen, die erst 1976 durch einen Friedensvertrag beendet wurden.

Die Golfkriege

Während des Ersten Golfkriegs von 1980 bis 1988 stellte sich Saudi-Arabien als erbitterter Feind des Iran auf die Seite des Irak. Im Zweiten Golfkrieg, in der Zeit zwischen 1990 und 1991, war Saudi-Arabien Verbündeter der USA und ließ zu, dass sich auf dem Staatsgebiet Truppen für die Invasion des Irak sammelten. Das führte jedoch zu erbittertem Widerstand von Teilen der Bevölkerung und vor allem auch der Islamisten im Land.

Diese verübten auch Anschläge auf westliche Einrichtungen. Bei den Anschlägen auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001 stammten 15 der 19 Attentäter ursprünglich aus Saudi-Arabien.

Im Dritten Golfkrieg im Jahr 2003 wurden keine US-Truppen mehr auf saudischem Gebiet stationiert, sondern nach Katar verlegt.

Das Bild zeigt die Dynastie der saudischen Königsfamilie. Klick mal! [ © gemeinfrei ]
Dynastie saudische Königsfamilie
Salman ibn Abd al-Aziz ist seit 2015 König von Saudi-Arabien.[ © Secretary of Defense / gemeinfrei ]
König Salman bin Abdull Aziz

Vorsichtige Reformen

1993 fanden einige Reformen im Land statt, deren Auswirkungen allerdings gering waren. Der König erhielt eine "Beratende Versammlung" zur Seite, die jedoch, wie der Name sagt, nur beratend tätig war und keine politische Macht besaß. Mitte und Ende der 1990er Jahre kam es zu Streitigkeiten zwischen Saudi-Arabien und dem angrenzenden Jemen. Es ging wie so oft ums Erdöl, denn man vermutete im Grenzland Ölfelder.

Strenge Gesetze und fehlende Gewaltenteilung

Saudi-Arabien ist heute immer noch eine Monarchie, in der der König die Politik bestimmt und mit Hilfe der Scharia regiert. Es gibt keine Gewaltenteilung. Der König steht auch dem Ministerrat vor und bestimmt die Minister. Auch ist er oberster Befehlshaber des Heeres. Das Rechtssystem ist stark religiös geprägt. So gibt es heute noch Bestimmungen der Scharia, die Anwendung finden, wie zum Beispiel die Todesstrafe bei besonders schweren Verbrechen.

Die Königsfamilie steht an der Spitze des Landes und ihre Mitglieder sitzen auf wichtigen Posten innerhalb der Politik. Deshalb ist sie auch so mächtig. Nachdem König Abdullah am 23. Januar 2015 starb, wurde sein Halbbruder Salman König.

Verstöße gegen die Menschenrechte und Ermordung eines Journalisten

Saudi-Arabien wird immer wieder aufgrund von Verstößen gegen die Menschenrechte kritisiert. Weil der Kronprinz Mohammed bin Salman allerdings prowestlich eingestellt ist und vor allem in den USA einen wichtigen Verbündeten besitzt, drücken viele Staaten hier ein Auge zu.

So wird der saudische Kronprinz beschuldigt, Mitwisser der Ermordung des saudischen Journalisten Kashoggi im Oktober 2018 in Istanbul gewesen zu sein. Oder sogar Auftraggeber? Die genauen Umstände kennen wir noch nicht und es ist fraglich, ob der Mord jemals im Detail aufgeklärt werden wird.

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letzte Aktualisierung am 13.01.2021