Philippinens Flagge Philippinen

Ausgrabungen

Auf den Philippinen gibt es viele Ausgrabungsstätten. Man hat Funde menschlicher Überreste aus der Steinzeit gemacht. Forscher versuchen herauszufinden, wann, wie und durch wen die Insel besiedelt wurde. Manche Wissenschaftler bestreiten, dass die Erstbesiedelung der Philippinen über eine Landbrücke erfolgt ist.

Frühzeit

Wie und wann die Philippinen besiedelt wurden, ist bis heute sehr umstritten. Manche Forscher gehen davon aus, dass das Inselarchipel eine lange Zeit isoliert war und dann später um 70.000 v. Chr. über eine Landbrücke besiedelt wurde. Die Völker, die damals das Land besiedelten, werden austronesische Völker genannt. Das hat nichts mit Astronauten zu tun, sondern mit der Sprache, auf der die Siedler sich unterhielten. Angehörige dieser großen Sprachfamilie leben heute in Ländern von Madagaskar bis zu den Osterinseln und von Taiwan bis nach Neuseeland. Darunter sind eben auch die Philippinen.

So sah Ferdinand Magellan aus.[ © Unbekannt / Gemeinfrei ]
Fernão de Magalhães 1480

Die Europäer auf den Philippinen

Die Europäer landeten 1521 auf den Philippinen. Der portugiesische Seefahrer Ferdinand Magellan entdeckte die Inseln für die Europäer. Magellan war zwar Portugiese, stand aber im Dienst des spanischen Königs.

Die Inselbewohner wehrten sich zunächst heftig gegen die spanische Herrschaft. Letzten Endes setzten sich die Spanier doch durch und dehnten ihre Herrschaft immer weiter über die Insel aus. Damit begann auch die Christianisierung der Inseln, denn mit den Eroberern kamen die Missionare und diese wollten die einheimische Bevölkerung zum Christentum bekehren. Die Macht der Geistlichen wuchs und sie wurden reich und einflussreich. 

Die spanische Herrschaft wurde kurzzeitig Ende des 16. Jahrhunderts durch die Holländer bedroht, die ihren Einfluss in Südostasien immer weiter ausdehnten. Doch letztlich setzten sich die Spanier weiter fest und konnten bis zum Ende des 19. Jahrhunderts auf den Inseln herrschen.

Diese Spanier wurden um 1898 von den neuen Besatzern der Philippinen, den Amerikanern, gefangen genommen.[ © U.S. Army / Gemeinfrei ]
1898, Spanische Gefangene

Der Spanisch-Amerikanische Krieg

Dann aber wuchs der Widerstand der einheimischen Bevölkerung. Man plante die Unabhängigkeit gegen die spanischen Kolonialherren durchzusetzen. Von 1896 bis 1898 fand eine Revolution statt.

Doch mittlerweile kämpften die Spanier gegen die Amerikaner im Spanisch-Amerikanischen Krieg. Im Zuge dieser Auseinandersetzungen mit Spanien besetzten die Amerikaner dann Kuba, Puerto Rico, Guam und auch die Philippinen. Kurz zuvor hatte man auf den Philippinen eine Republik ausgerufen, die die Amerikaner nicht anerkannten.

Diese philippinischen Kämpfer ergeben sich den amerikanischen Besatzern.[ © National Archives and Records / Gemeinfrei ]
Philippinische Kämpfer

Ein harter Weg in die Unabhängigkeit

Die Amerikaner bekämpften die Filipinos. Während des Philippinisch-Amerikanischen Krieges kamen eine Million Filipinos ums Leben. Das waren 20 Prozent der gesamten Bevölkerung, die damals auf den Philippinen lebte.

So blieb das Land erst einmal eine amerikanische Kolonie. Nachdem die Philippinen während des Zweiten Weltkriegs von Japan besetzt wurden und wieder viele Menschen starben, kam es nach dem Krieg am 4. Juli 1946 zur Unabhängigkeit des südostasiatischen Landes. 

Das ist der ehemalige philippinische Präsident und Diktator Ferdinand E. Marcos.[ © Philippine Presidential Museum and Library / Gemeinfrei ]
Ferdinand E. Marco.

Die Marcos-Diktatur

Im Jahre 1965 wählte die philippinische Bevölkerung den jungen Politiker Ferdinand E. Marcos an die Spitze der Regierung. Er wurde Präsident. Auch bei der nächsten Wahl erhielt er diesen Posten wieder und wurde somit als erster Präsident wiedergewählt. Ob bei dieser Wahl jedoch alles mit rechten Dingen zuging, ist anzuzweifeln.

Marcos erhielt in der Politik immer mehr Einfluss und festigte seine Machtposition 1972 endgültig. Damals gab es einen Bombenanschlag im Land und der Präsident rief das Kriegsrecht aus. Das bedeutet, dass der Präsident viel mehr Einfluss auf Medien und Opposition hat. Damals ließ er Kritiker einsperren und errichtete eine Diktatur. Man hat diese politische Phase nach ihm benannt: die Marcos-Diktatur.

Die Frau des ermordeten Benigno Aquino, Corazon Aquino, wurde nach Marco Präsidentin.[ © SSGT RONALD J. MANN / Gemeinfrei ]
Corazon Aquino

Widerstand

Marcos versuchte die Bevölkerung immer wieder zu besänftigen, indem er Neuwahlen anordnen ließ. Die gewann er alle, denn er ließ die Ergebnisse fälschen. Die Bevölkerung wurde immer wütender und unzufriedener. Obwohl er teure Kliniken bauen ließ, um sich einen besseren Ruf zu erarbeiten, verbesserte dies das Vertrauen der Bevölkerung in ihn nicht.

Als 1983 der bekannte Kritiker des Präsidenten, Benigno Aquino, erschossen wurde, wurde das Land von einer Demonstrationswelle überschwemmt. Das Militär weigerte sich, diese aufzulösen. Marcos musste schließlich im Februar 1986 zurücktreten. Die Frau des ermordeten Präsidentenkritikers, Corazon Aquino, wurde die neue Präsidentin des Landes.

Und heute?

Nach den Erfahrungen mit Marcos ist die philippinische Bevölkerung politisch traumatisiert. Das Vertrauen in die Politik ist sehr gering. Neuen Präsidenten werden immer wieder (und auch nicht immer unbegründet) Wahlbetrug und Korruption vorgeworfen. Zwischen Unterstützern verschiedener politischer Neigungen gibt es immer wieder gewaltsame Auseinandersetzungen, unter anderem 2009 in Maguindanao. Nicht nur zwischen politischen, sondern auch zwischen religiösen Gruppierungen gibt es immer wieder Konflikte. All das macht die politische Situation des Landes bis heute instabil.

Seit Juni 2016 Präsident der Philippinen: Rodrigo Duterte[ © gemeinfrei ]

Rodrigo Duterte und der harte Kampf gegen die Drogen

Bei den letzten Wahlen im Jahr 2016 kam Rodrigo Duterte an die Macht. Sein Ziel ist vor allem, gegen die hohe Drogenkriminalität im Land vorzugehen. Allerdings schreckt er hier nicht vor Maßnahmen zurück, die die Menschenrechte auf Gröbste verletzten. Viele Drogenhändler werden erschossen, ohne dass ihnen vorher ein Prozess gemacht wurde. Die zuvor abgeschaffte Todesstrafe wurde wieder eingeführt. Wer Drogen einnimmt, hat mit den härtesten Strafen zu rechnen, oft wird auch nicht unterschieden zwischen Süchtigen, die in Abhängigkeit von den Drogen leben, und denen, die damit einfach nur Geld verdienen. Oftmals ist es wohl so, dass die wirklichen Drogenbosse verschont werden. Es gibt Verwicklungen mit der Politik und Korruption. Duterte fällt auch oft durch Äußerungen auf, die andere Menschen diskriminieren und verletzen. Im Ausland wird er sehr kritisch gesehen und sein Handeln mit großer Skepsis beobachtet. 

Die Pressefreiheit im Land ist erheblich eingeschränkt. Kritische Journalisten müssen um ihr Leben fürchten.

letzte Aktualisierung am 19.05.2020