Armeniens Flagge Armenien

Geschichte von Armenien - 20. und 21. Jahrhundert

Siedlungsgebiete der Armenier vor dem Völkermord[ © Klaus M. / CC BY-SA 3.0 ]
Siedlungsgebiete der Armenier vor dem Völkermord

Völkermord an den Armeniern 1915

Im Osten des Osmanischen Reiches lebten sehr viele Armenier. Dort befand sich ihr Hauptsiedlungsgebiet. Als dort nun die nationalistischen Jungtürken an die Macht kamen, kam es 1915 zur Vertreibung und Ermordung der Armenier. Die Türkei bestreitet, dass es sich um einen Völkermord gehandelt habe, was bis heute zur Belastung der Beziehungen zwischen der Türkei und Armenien sowie anderer westlicher Staaten führt.

Die Erste Armenische Republik (1918-1920) ist in Dunkelbraun eingezeichnet.[ © www.armenica.org / GFDL 1.2 ]
Erste Armenische Republik 1918-1920

Demokratische Republik Armenien (1918-1920)

Als Folge des Ersten Weltkrieges entstanden neue Staaten. Zu ihnen gehörte auch Armenien. Es hatte sich zunächst im Februar 1918 mit Georgien und Aserbaidschan zusammmengetan, doch dieser Zusammenschluss zerfiel schnell wieder. Am 28. Mai 1918 erklärte sich Armenien dann für unabhängig. Konflikte mit den Nachbarn bestanden weiter, insbesondere mit den Ländern, in denen mehrheitlich Armenier lebten, etwa in Bergkarabach.

Bolschewisten marschierten in Eriwan ein.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Machtübernahme der Bolschewisten in Armenien 1920

Armenische Sowjetrepublik (1920-1922)

Im November 1920 putschten sich Bolschewisten an die Macht und riefen die Armenische Sowjetrepublik aus. Russen marschierten zu ihrer Unterstützung in das Land ein. Noch blieb Armenien ein unabhängiger Staat.

Der Grenzverlauf zwischen der Türkei und Sowjetrussland wurde 1921 neu geregelt. So erhielt die Türkei ihre nordöstlichsten Provinzen zurück.

Teil der Sowjetunion (1922-1991)

Karte Transkaukasien 1957-1991[ © www.armenica.org / GFDL 1.2 ]
Karte Transkaukasien 1957-1991

Mit der Gründung der Sowjetunion im Dezember 1922 endete die Unabhängigkeit Armeniens nun endgültig. Armenien wurde eine der Unionsrepubliken, zunächst als Teil der Transkaukasischen Sowjetrepublik (mit Georgien und Aserbaidschan), ab 1936 dann als Armenische Sozialistische Sowjetrepublik (Armenische SSR).

Armenien entwickelte sich zu einem bedeutenden Industriestandort und Reiseziel innerhalb der Sowjetunion. Die Kirche wurde unterdrückt und es fand eine Russifizierung, also die Ausweitung des russischen Sprach- und Kulturgebietes, statt. 1988 kam es zu einem schweren Erdbeben, bei dem 25.000 Menschen ums Leben kamen. Im gleichen Jahr kam es in Bergkarabach, einem mehrheitlich von Armeniern bewohnten Gebiet, das aber zur Aserbaidschanischen SSR gehörte, zum bewaffneten Konflikt.

Mit dem Zerfall der Sowjetunion erklärte Armenien am 21. September 1991 erneut seine Unabhängigkeit.

Orange ist das von Armenien besetzte Gebiet gezeichnet, in Braun Bergkarabach.[ © Furfur / CC BY-SA 4.0 ]
Karte des Bergkarabach-Konfliktes

Unabhängigkeit 1991 und Konflikt um Bergkarabach

Erster Präsident der neuen Republik Armenien wurde Lewon Ter-Petrosjan. Er blieb bis 1998 im Amt. Robert Kotscharjan folgte ihm bis 2008. Sein Nachfolger wurde wiederum Sersch Sargsjan. 2013 wurde er wiedergewählt. 2018 folgte ihm Armen Sarkissjan ins Amt.

Der Konflikt um Bergkarabach bestand weiter. Bergkarabach erklärte sich am 2. September 1991 unabhängig von Aserbaidschan. Diese Abspaltung wird international nicht anerkannt, doch faktisch ist die Region unabhängig. Armenien besetzte das Gebiet. Viele Aserbaidschaner flohen.

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letzte Aktualisierung am 08.04.2020