Senegals Flagge Senegal

Warum ist der Senegal ein armes Land?

Transportwege sind oft nicht asphaltiert. Bei Regen überschwemmen die Straßen schnell.[ © 300td.org / CC BY-2.0 ]
Straße im Senegal

Der Senegal gehört zu den ärmeren Ländern der Welt, aber nicht zu den ärmsten. 2018 stand der Senegal im Human Development Index, der den Wohlstand der Länder vergleicht, auf dem 166. Platz von 189 Ländern. Gründe dafür sind zum Beispiel das Klima und die Lage (der gesamte Norden liegt in der Sahelzone) und auch das starke Bevölkerungswachstum. Nahrungsmittel und Wasser sind dadurch knapp. Auch fehlende Verkehrswege sind ein Problem. Es gibt allerdings einen internationalen Flughafen und Häfen an der Küste.

Die Einnahmen des Landes stammen zum größten Teil aus dem Bereich der Dienstleistungen, nämlich zu 59 Prozent. Die Industrie erwirtschaftet 24 Prozent und die Landwirtschaft 17 Prozent. Ins Ausland verkauft, also exportiert, werden vor allem Fisch, Phosphate und Erdnüsse.

In der Casamance im Süden wird Reis angebaut.[ © Olivier Epron / CC BY-3.0 ]
Reisanbau in der Casamance
Ein Fischer wirft hier sein Netz in den Fluss Senegal bei der Stadt Saint Louis.[ © HaguardDuNord / CC BY-SA 3.0 ]
Fischer im Senegal

Die Landwirtschaft und der Fischfang

Obwohl nur 17 Prozent der Einnahmen des Landes aus der Landwirtschaft stammen, arbeiten hier 77 Prozent der Bevölkerung. Schlechte Ernten aufgrund von Wüstenbildung, Bodenerosion durch Abholzung, Überweidung, Dürren oder Wanderheuschrecken sind ein großes Problem.

Feldanbau erfolgt vor allem im Süden und im Norden am Senegalfluss. Viele kleine Bauern bauen für ihren eigenen Bedarf an. Reis, Hirse und Mais sind die wichtigsten Produkte, außerdem werden Tomaten, Bohnen, Melonen und Mangos geerntet.

Für den Export spielen Erdnüsse eine große Rolle, allerdings kommen sie inzwischen nach dem Fisch. Wichtig für den Export sind auch Baumwolle und Gummi arabicum. Das wird zum Beispiel für die Herstellung von Künstlerfarben verwendet, früher auch viel zur Gummierung, etwa um Briefmarken "klebbar" zu machen. Zuckerrohr wird im Nordwesten, bei der Stadt Richard Toll, angebaut.

Die Viehhaltung umfasst Schafe, Ziegen, Rinder und Hühner. Fleisch muss aber genau wie Reis und Milch zusätzlich importiert werden, weil die im Land produzierten Waren nicht ausreichen.

Fischfang ist für die Wirtschaft des Landes sehr wichtig. Illegale (nicht-erlaubte, ungesetzliche) Fischerei ist jedoch ein Problem. Es verstößt gegen das Gesetz, wenn man ohne Erlaubnis fischt. Das geschieht auch durch ausländische Fischereiflotten.

In dieser Mine wird Phoshat abgebaut.[ © G.No / CC BY-2.0 ]
Phosphatmine im Senegal

Industrie: Phosphate und Eisenerz

Der Abbau von Phosphaten und Eisenerz gehört zu den Haupteinnahmequellen der Industrie.  Zu den weiteren Bodenschätzen, die abgebaut werden, zählen Gold und Erdöl.

Es gibt Lebensmittelindustrie, vor allem für Fisch, Erdnüsse und Zucker, außerdem chemische Industrie und Textilverarbeitung.

Touristen beobachten Nashörner im Bandia-Naturreservat. Der Tourismus spielt aber keine große Rolle in der Wirtschaft des Senegal.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Touristen im Senegal

Dienstleistungen

Dienstleistungen machen den größten Anteil aus. Vor allem Transport und Telekommunikation spielen hier eine wichtige Rolle. Tourismus und Finanzen spielen eine geringere Rolle.

Anbau von Erdnüssen in der Casamance[ © Ajocom / CC BY-SA 4.0 ]
letzte Aktualisierung am 13.05.2020