Ghana
Einwohner von Ghana
Ghana hat 35 Millionen Einwohner. In Ghana leben sehr viele Volksgruppen zusammen. Jede dieser Ethnien hat ihre eigene Kultur und Sprache.
Den größten Anteil an der Bevölkerung hat die Volksgruppe der Akan (47,5 Prozent). Zu den Akan gehören mehrere Untergruppen. Die bekannteste und größte ist die Gruppe der Aschanti, eine andere die Fanti (oder Fante).
Weitere Volksgruppen in Ghana sind die Dagomba (16,6 Prozent), die Ewe (13,9 Prozent) und die Ga-Adangme (7,4 Prozent).
Die Aschanti und die Fanti waren sich schon früher nicht wohlgesonnen. Die Aschanti besaßen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts ein großes Reich. Die Fanti, die an der Küste leben, arbeiteten mit den Briten zusammen und so wurde ihr Gebiet als erstes zur britischen Kolonie. Die Aschanti kämpften lange gegen die Briten und die mit ihnen verbündeten Fanti.
Die Akan pflegen nach wie vor ihre alten Traditionen, insbesondere wenn sie auf dem Land leben. Nach wie vor haben die Stämme in Ghana ihre Häuptlinge, ja sogar jede Familie (jeder Clan) hat einen Nana, den Anführer des Clans. Die Aschanti haben einen Aschanti-König, den Asantehene. Er lebt in einem Palast in Kumasi. Er besitzt keine politische Macht, spielt aber für die Aschanti nach wie vor eine wichtige Rolle.
Ghana und seine Bevölkerung
Jede Frau in Ghana bekommt im Durchschnitt 3,4 Kinder. So machen Kinder und Jugendliche einen großen Anteil an der Bevölkerung aus. 38 Prozent der Bevölkerung sind unter 15 Jahre alt. Die Bevölkerung wächst nach wie vor stark (1,9 Prozent je Jahr).
Der Anteil der Babys und Kinder, die nicht überleben, ist hoch: Die Säuglingssterblichkeit beträgt 2,1 Prozent, die Kindersterblichkeit für Kinder bis zum Alter von ein Jahr beträgt 3,2 Prozent (Stand: 2022, bei uns in Deutschland: 0,2 und 0,3 Prozent). Das heißt: Mehr als zwei von 100 neugeborenen Kindern sterben, mehr als drei von 100 Kindern werden nicht ein Jahr alt. Vor allem an Malaria sterben viele Kinder.
Religion in Ghana
Etwa 71 Prozent der Bevölkerung von Ghana gehören dem Christentum an. Die Christen leben vor allem im Süden des Landes. Von ihnen sind 49 Prozent Protestanten, 10 Prozent Katholiken und 12 Prozent gehören anderen christlichen Kirchen an. Ein großer Teil der Protestanten gehört zur Pfingstbewegung. Andere sind Methodisten, Presbyterianer, Anglikaner und viele mehr.
20 Prozent der Ghanaer gehören dem Islam an.
3,2 Prozent sind Anhänger von Naturreligionen. Diese traditionelle Religion beinhaltet den Glauben an ein höchstes Wesen. Bei den Ga heißt es Nyogmo, Bei den Ewe Mawu oder Nyame bei den Akan. Dieses höchstes Wesen, ist jedoch weit entfernt und spielt im Alltag der Menschen nur eine geringe Rolle. Deshalb wird es nicht direkt verehrt. Stattdessen wenden sich die Menschen an andere Gottheiten, die nach ihrem Glauben in Flüssen, Bächen, Bergen oder Bäumen leben (Animismus). Sie gelten als Vermittler zwischen dem höchsten Wesen und den Menschen. Außerdem glauben viele Menschen an Ahnen und andere Geister. Die Ahnen bleiben auch nach ihrem Tod mit den Lebenden verbunden. Man glaubt, dass sie die Menschen begleiten, auf sie achten und ihre Gedanken und Taten beobachten. Deshalb werden die Ahnen geehrt und um Rat oder Schutz gebeten.
Die übrigen gehören anderen Religionen an oder keiner Kirche.
Es gibt auch religiöse Feiertage. Da sind zum einen christliche Feiertage, wie Ostern und Weihnachten, zum anderen muslimische Feiertage wie das Ende des Ramadan.
Was genau ist Landflucht?
Immer mehr Menschen in Ghana ziehen in die Städte. Das ist ein typisches Phänomen in Westafrika (zum Beispiel auch in der Elfenbeinküste). Man nennt das Landflucht. Je mehr Menschen in die Städte kommen, umso mehr fehlen Wohnraum und Arbeitsplätze. In Ghana lebt etwas mehr als die Hälfte der Menschen in der Stadt (59 Prozent).
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