Ghana
Ghana und seine Wirtschaft
Ghana wandelt sich langsam von einem Agrarland weg. 35 Prozent der Bevölkerung arbeiten immer noch in der Landwirtschaft (siehe unten), doch der Anteil sinkt. 28 Prozent der Einwohner arbeiten inzwischen in der Industrie.
Die Wirtschaft von Ghana hat sich gut entwickelt. Sie wächst jährlich um 3 bis 5 Prozent. Allerdings ist davon der trockene Norden weitgehend ausgeschlossen, da nur im Süden Landwirtschaft betrieben werden kann und hier auch die Bodenschätze lagern. Die Abhängigkeit von wenigen Produkten sind ein weiteres wirtschaftliches Problem, ebenso Kinderarbeit, Korruption und informelle Beschäftigung. Dann gibt es keine Verträge und keine Absicherung für die Arbeitenden.
Bodenschatz: Gold aus Ghana
Ghanas wichtigste Bodenschätze sind Gold und Erdöl. Wegen der Goldvorkommen wurde das Land von den Europäern im 16. Jahrhundert Goldküste getauft.
Gold kommt insbesondere im Süden und der Mitte des Landes vor. Dort wird es in Bergwerken abgebaut. Ghanas Wirtschaft ist aber auch sehr abhängig vom Gold. Ghana ist der größte Goldproduzent Afrikas. Weltweit steht Ghana inzwischen an 6. Stelle der Goldförderung (2025). 63 Prozent der Einnahmen im Export stammen von Gold.
Landwirtschaft in Ghana
Das wichtigste Produkt aus der Landwirtschaft in Ghana ist der Kakao. Er wird wie Zuckerrohr, Kaffee, Tee und Kautschuk auf großen Plantagen angebaut. Ghana ist nach der Elfenbeinküste der weltgrößte Kakao- Produzent und Exporteur. 8 Prozent der Exporteinnahmen kommen vom Kakao. Allerdings bringt diese Abhängigkeit auch Probleme mit sich. Sinkt der Preis für Kakao auf dem Weltmarkt, sinken auch die Einnahmen. Außerdem werden Kakaobäume in Ghana manchmal von einem Virus befallen, dem Badanvirus (Cacao swollen shoot Virus, kurz CSSV). Bei infizierten Pflanzen schwellen die Äste an und dann sterben sie.
Weitere landwirtschaftliche Produkte sind Ananas, Tabak, Bananen, Palmkernöl, getrocknete Kokosfaser, Kolanüsse, Sheabutter und Baumwolle. Die Ölpalme ist in Ghana heimisch. Sie wird ebenfalls in Plantagen angebaut. Aus ihren Früchten wird Palmöl gepresst. Die Kokospalme stammt eigentlich aus dem Pazifikraum, wurde aber in Ghana eingeführt. Man gewinnt aus ihr Kokosmilch und Kokosfett und nutzt den Bast und Blätter für Dächer und Matten.
Ein inzwischen weniger bedeutender Wirtschaftszweig ist Holz. Dafür werden Bäume im Regenwald abgeholzt. Der Regenwald wird immer kleiner, die Artenvielfalt dort verschwindet. Neue Plantagen für zum Beispiel Bananen entstehen dort, wo man den Regenwald gefällt hat. Ghana war 2022 (nach Uganda und DR Kongo) der drittgrößte Produzent für Kochbananen. 2025 hat es sich auf den 2. Platz vorgearbeitet.
Ghanas Wirtschaft und das Meer: Fisch, Salz und Erdöl
An der Küste spielt der Fischfang noch immer eine bedeutende Rolle, allerdings gehen die Fischbestände zurück. Gefangen werden Hering, Barrakuda, Thunfisch, Hai und Makrele.
Am Meer wird außerdem Salz gewonnen. Dafür gibt es große Anlagen, in denen man dem Meerwasser das Salz entzieht.
Vor der Küste wurde Erdöl entdeckt, das nun auch seit einigen Jahren gefördert wird. 17 Prozent werden im Export inzwischen mit Erdöl erwirtschaftet.
Industrie und Tourismus in Ghana
Ghana muss die meisten Maschinen oder höher verarbeiteten Waren importieren, also von anderen Ländern kaufen. Um die Abhängigkeit von anderen Ländern zu verringern, wurden und werden Fabriken im Land gebaut. Dennoch arbeitet erst 14 Prozent der Bevölkerung in der Industrie.
Die Bedeutung des Tourismus steigt. Die Strände, aber auch die Naturparks und die alten Forts der Europäer sind Ziele der ausländischen Besucher. 2025 kamen 1,3 Millionen Besucher aus dem Ausland nach Ghana.
Was kannst DU tun?
Ghana ist einer von Deutschlands größten Lieferanten für Holzprodukte. Tropenholz ist sehr robust und sieht hübsch aus. Wenn wir den Regenwald aber erhalten wollen, dürfen wir kein Holz kaufen, das von dort stammt. Dafür gibt es das FSC-Siegel. Holz, das dieses Siegel trägt, stammt aus einer überwachten Waldwirtschaft. Noch besser ist es, ganz auf Holz aus den Tropen zu verzichten und Holz aus Deutschland zu kaufen. Nur so kann der Regenwald erhalten bleiben.
Auch beim Kauf von Kakao und Schokolade kann man auf nachhaltigen Anbau achten. Dann bekommen die Bauern mehr Geld für ihre Arbeit und die Arbeit auf den Plantagen wird verbessert.

