Vereinigte Staaten von Amerikas Flagge Vereinigte Staaten von Amerika

New York ist das wichtigste Finanzzentrum der Welt.[ © Anthony Quintano / CC BY-2.0 ]
New York: wichtigstes Finanzzentrum der Welt
Der Hafen von Houston gehört zu den größten Häfen der USA.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Hafen von Houston

Die Wirtschaft der USA

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind die stärkste Wirtschaftsmacht der Welt. Das messen die Fachleute für Wirtschaft am Bruttoinlandsprodukt, abgekürzt BIP. Das BIP der USA betrug im Jahr 2016 rund 18,5 Billionen US-Dollar.

Der größte Teil (80,2 Prozent) wird über Dienstleistungen erwirtschaftet. Das ist typisch für eine Dienstleistungsgesellschaft, zu der sich die westlichen Industriestaaten seit einigen Jahrzehnten wandeln. 18,9 Prozent kommen aus der Industrie und nur 0,9 Prozent aus der Landwirtschaft.

Gründe für die hohe Wirtschaftsleistung sind vielfältig. Der Reichtum des Landes an Bodenschätzen gehört ebenso dazu wie fruchtbare Böden und ein überwiegend gemäßigtes Klima. Hinzu kommt aber auch, dass die hohe Einwohnerzahl eine große Anzahl an Käufern ebenso wie an Arbeitskräften hervorbringt und ein freies Wirtschaftssystem Unternehmer aktiv werden lässt.

Die USA ist Weltmeister im Import, also der Einfuhr von Waren in ihr Land. Es ist das Land, dass die höchste Summe ausgibt für den Import, man kann auch sagen den höchsten Gesamtwert an Waren. Im Export, also dem, was sie an andere Länder verkaufen, liegen sie vor China an erster Stelle. Deutschland folgt übrigens schon an dritter Stelle.

Die Landwirtschaft der USA

Hier wird Baumwolle geerntet.[ © lucianvenutian / CC BY-SA 2.0 ]
Baumwollernte in den USA
Bewässerte Felder in den USA[ © Jeff Kubina / CC BY-SA 2.0 ]
Bewässerte Felder in den USA

Nur 20 Prozent der Fläche des Landes wird für die Landwirtschaft genutzt. Allerdings ist diese Fläche trotzdem noch größer als die landwirtschaftlich genutzte Fläche der gesamten Europäischen Union.

Früher gab es große Regionen, in denen nur eine Sorte angebaut wurde. So spricht man vom Corn Belt (Maisgürtel) sowie dem Grain Belt (Getreidegürtel) im Mittleren Westen, dem Cotton Belt (Baumwollgürtel) im Südosten, dem Dairy Belt (Milchwirtschaftsgürtel) im Nordosten (Neuengland) und an den Großen Seen. Das ist heute nicht mehr ganz so ausgeprägt. So wird im Corn Belt heute zum Beispiel auch Soja angebaut und werden viele Schweine und Rinder gehalten.

Vor allem im Mittleren Westen und den Great Plains gibt es große Anbauflächen, etwa für Mais, Sojabohnen, Weizen und Zuckerrüben. Im Südosten werden Baumwolle, Zuckerrohr, Erdnüsse und Tabak angebaut, die genügend Feuchtigkeit benötigen. Wegen des noch höheren Wasserbedarfs wird Reis nur am Mississippi und an der Golfküste angebaut. Es werden insbesondere bei Sojabohnen und Zuckerrüben vor allem gentechnisch veränderte Sorten angebaut. An Tieren werden vor allem Rinder gehalten, aber auch Schweine und Schafe.

Es gibt 1,2 Millionen Farmen, die meisten in Texas, Missouri und Iowa. Es gibt kleine Farmen, die von einer Familie betrieben werden, aber auch viele sehr große Farmen. Der Durchschnitt der Farmgröße liegt bei 180 Hektar (in Deutschland: 12 Hektar).

Lage des Rust Belt[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Rust Belt in den USA
Lage des Sun Belt in den USA[ © Derfel73 / CC BY-SA 3.0 ]
Lage des Sun Belt in den USA

Die Industrie der USA

Die älteste Industrieregion ist der sogenannte Manufacturing Belt ("Herstellungsgürtel"). Sie liegt im Nordosten, zwischen den Großen Seen und der Atlantikküste. Hier siedelte sich ursprünglich die Eisenindustrie an. Hier gibt es große Eisenerz- und Kohlevorkommen. Die Bodenschätze wurden gefördert, Autos, Flugzeuge, Schiffe und Maschinen aller Art gebaut, aber auch Lebensmittel und Textilien wurden hier produziert. In den 1970er Jahren kam es zur Krise: Immer mehr wurde automatisiert und in anderen Ländern wurde billiger produziert. So wuchs die Arbeitslosigkeit, viele Firmen mussten schließen. Die Automobilindustrie und der Schiffbau verloren ihre führende Position auf dem Weltmarkt. Aus dem Manufacturing Belt wurde der Rust Belt, der Rostgürtel.

Zwar ist auch heute noch der Nordosten ein Zentrum der Industrie, doch die wachstumsstärkste Region ist seit den 1980er Jahren der Sun Belt (Sonnengürtel) im Süden. Hier ist es immer warm. Dort liegt auch das Silicon Valley, das für seine hier ansässige Computertechnik bekannt ist.

Texas und die Golfküstenregion sind ein Zentrum der Erdölförderung. Die im Zweiten Weltkrieg an die Pazifikküste verlagerte Flugzeugindustrie und die Raketen- und Raumfahrttechnik mit ihren Standorten Seattle, Südkalifornien, Texas und Florida lebt ebenso wie der Schiffbau weitgehend von staatlichen Rüstungsaufträgen. Die Filmindustrie befindet sich bei Los Angeles in und um Hollywood.

Hier werden Felder bewässert. Die Felder werden rund angelegt.[ © Sam Beebe / CC BY-2.0 ]
letzte Aktualisierung am 21.12.2017