Portugal
Madeira - eine portugiesische Insel
Madeira ist eine Insel im Atlantik, die zu Portugal gehört. Nah bei Madeira liegen die Insel Porto Santo sowie mehrere kleine unbewohnte Inseln, die Ilhas Desertas. Zusammen bilden sie eine Inselgruppe, die man als Inselgruppe oder Archipel Madeira bezeichnet.
Der Name Madeira bedeutet auf Portugiesisch Holz. Portugiesische Seefahrer nannten die Insel so, weil sie von so vielen Bäumen bedeckt war.
Auf Madeira leben rund 246.000 Einwohner.
Wo liegt Madeira?
Madeira liegt vom portugiesischen Festland ziemlich weit entfernt. Die Insel liegt nämlich rund 700 Kilometer westlich von Marokko, also vor der Küste von Afrika im Atlantischen Ozean. Die portugiesische Hauptstadt Lissabon liegt 950 Kilometer nordöstlich von Madeira. Die nächsten Inselgruppen sind im Süden die Kanaren, im Nordwesten die Azoren.
Madeira hat eine größte Länge von Westen nach Osten von rund 57 Kilometern. Von Norden nach Süden misst sie 22 Kilometer. Die Länge der Küste beträgt 150 Kilometer.
Landschaft auf Madeira
Die Insel bildet die Spitze eines gewaltigen Vulkans, der sich etwa sechs Kilometer vom Boden des Atlantiks erhebt. Madeira ist darum eine bergige Insel. Die höchsten Gipfel liegen in der Mitte in einem Hochgebirge. Hier befindet sich der höchste Berg der Insel, der Pico Ruivo. Auf der Karte von Madeira kannst du das gut sehen. Ein weiterer Gipfel, der 1818 Meter hohe Pico do Arieiro, kann auf einer Straße befahren werden.
An der Küste fallen die Berge steil ab zum Meer. Im Süden liegen am Cabo Girão sogar Steilklippen, die zu den höchsten in Europa zählen: 580 Meter beträgt ihre Höhe. Die Flüsse auf der Insel sind darum eher Sturzbäche. Zu ihnen gehört auch der 12 Kilometer lange Ribeira da Janela, der im Nordwesten in den Atlantik fließt.
Im Westen der Insel liegt auf etwa 1400 Metern Höhe eine Hochebene, die Paul da Serra. Am Rand gibt es auch hier viele Wasserfälle und auch künstlich geschaffene Wasserläufe, die Levadas.
Steckbrief: Madeira
| Name: | Madeira |
| Land: | Portugal |
| Gewässer: | Atlantik |
| Inselgruppe: | Madeira |
| Fläche: | 740,7 km² |
| Einwohner: | 246.000 |
| Hauptort: | Funchal |
| Höchster Berg: | Pico Ruivo (1862 m) |
| Zeitzone: | WEZ (Westeuropäische Zeitzone), wie in Portugal, 1 Stunde früher als in Deutschland |
Typisch Madeira
Auf Madeira gibt es einige Besonderheiten, die typisch für die Insel sind. Dazu gehören:
- Seilbahnen: Auf Madeira gibt es gleich neun Seilbahnen, zwei davon in Funchal.
- Levadas: Die künstlichen Wasserläufe transportieren Wasser zu den Feldern. Die Wege neben den Levadas sind beliebte Wanderwege.
- Korbflechten: Aus Weidenruten stellt man auf Madeira schon lange Körbe oder Möbel her.
- Korbschlittenfahrt: Eine berühmte Attraktion ist die Korbschlittenfahrt von Monte aus, einem Ort oberhalb von Funchal. Hier kannst du so eine Fahrt sehen.
- Blumen: Madeira wird die Blumeninsel genannt.
- Essen: Eine typische Spezialität auf Madeira ist der Degenfisch (Espada). Er wird gerne mit Bananen serviert.
Pflanzen auf Madeira
Madeira wird auch die Blumeninsel genannt. Viele der hier blühenden Pflanzen stammen ursprünglich aber gar nicht von hier. Sie wurden vom Menschen hiergebracht. Schön aussehen tut die Blumenpracht aber natürlich trotzdem! Besonders häufig sieht man zum Beispiel Strelitzien, die man auch Paradiesvogelblume nennt.
Typisch für Madeiras Flora ist eigentlich der Lorbeerwald. Der Laurisilva, wie er auf Portugiesisch heißt, gehört zum Weltnaturerbe. Er wächst ab Höhen von 300 Metern. 20 Prozent der Insel sind noch von ihm bedeckt. Hier wachsen etwa Gagelbäume, Kanaren-Lorbeer und Barbusanos. Feuchte Luft führt dazu, dass auf den Bäumen viele Flechten und Mosse wachsen. Weiter in Richtung Hochgebirge wachsen vermehrt Baumheide und Heidelbeeren.
Eine Besonderheit im Lorbeerwald ist auch, dass die Bäume und andere Pflanzen oft besonders groß werden. Man spricht sogar von “Riesenformen von Pflanzen”. Das milde und feuchte Klima führt zu so einem Wachstum. Die Lorbeerbäume werden bis zu 40 Meter hoch und auch die Farne erreichen große Höhen.
Erkunden lässt sich der Lorbeerwald zum Beispiel im Nordwesten von Madeira. Dort wächst O Fanal, der “Feenwald”. An den Levadas entlang führen ebenfalls Wege durch den Laurisilva, zum Beispiel PR14 (Levada dos Cedros) und PR10 (Levada do Furado).
Tiere auf Madeira
Da Madeira weit weg vom Festland liegt und auch nie eine Verbindung dorthin hatte, kamen Tiere und Pflanzen entweder durch den Menschen hierher oder sie wurden irgendwie von Wind oder Wasser hierhergetragen. Durch die isolierte Lage entwickeltren sich auch viele endemische Arten. Zu ihnen gehört zum Beispiel auch die Madeira-Eidechse. Schlangen gibt es auf Madeira übrigens nicht.
Auch Vögel entwickelten häufig eigene Unterarten wie das Madeira-Goldhähnchen oder der Madeira-Buchfink.
Säugetiere gibt es nur wenige auf Madeira. Ursprünglich gab es hier nur einige Fledermausarten. Im Wasser rund um die Insel leben Mönchsrobben. Zu ihnen gesellen sich Wale und Delfine. Vom Menschen hergebracht wurden - mal mit Absicht, mal ohne - Kaninchen, Wildschweine, Mäuse, Ratten und Nutztiere wie Kühe oder Ziegen.
Geschichte von Madeira
Entdeckt wurde Madeira in der Antike von den Phöniziern. Das war im 6. Jahrhundert v. Chr. Auch die Griechen und Römer kannten die Insel. Besiedelt wurde sie aber damals nicht.
1419 kam der portugiesische Seefahrer Zarco nach Madeira. Ein Jahr später veranlasste Heinrich der Seefahrer, ein portugiesischer Prinz, dass Madeira von Portugiesen besiedelt wurde. So wurde Madeira also portugiesisch. Allerdings ließen sich auch Italiener und Engländer hier nieder, vor allem Händler.
Die Portugiesen nannten die Insel Ilha de Madeira: Insel des Holzes. Doch die begannen auch gleich, dieses Holz zu vernichten. Sie rodeten nämlich die Lorbeerbäume, um Schiffe zu bauen und Land zu gewinnen. Man baute Getreide an, fischte und begann mit der Viehzucht.
Aus Sizilien wurde Zuckerrohr eingeführt, das bald zum wichtigsten Anbauprodukt wurde. Um die Zuckerfabriken zu betreiben, wurde weiteres Holz benötigt. Zur Bewässerung wurden Kanäle angelegt, die Levadas. 1478 besuchte Christoph Kolumbus die Insel.
Im 16. Jahrhundert wurde vermehrt Wein angebaut. Denn Zuckerrohr wurden nun günstiger in Brasilien und in der Karibik angebaut. Madeira blieb ein wichtiger Hafen für die portugiesischen Schiffe, die nach Afrika und Südamerika zu den Kolonien aufbrachen.
Heute ist der Tourismus die wichtigste Einnahmequelle für die Insel. Inzwischen kommen rund 2 Millionen Besucher jedes Jahr nach Madeira. Briten, Deutsche und Portugiesen sind die größten Gruppen.
Unter dem Klimawandel in Portugal leidet auch Madeira. Es kommt immer wieder zu schweren Unwettern und Waldbränden.
Der Hauptort von Madeira: Funchal
Der Hauptort von Madeira heißt Funchal. Er liegt im Süden der Insel an der Küste. Der Name bedeutet so viel wie “Ort, an dem Fenchel wächst”.
105.000 der 246.000 Einwohner von Madeira leben in Funchal. Der berühmteste Sohn der Stadt ist der Fußballspieler Cristiano Ronaldo. Ihm wurden sogar ein Denkmal gesetzt und ein eigenes Museum gewidmet.
In Funchal gibt es mehrere Museen, eine Kathedrale, zwei Luftseilbahnen, einen Botanischen Garten und vieles mehr. In einer Gasse in der Altstadt, der Rua de Santa Maria, wurden viele Haustüren bunt bemalt. So entstand ein Kunstmuseum unter freiem Himmel.



















