Liechtenstein - Geschichte & Politik II
Liechtenstein und seine Beziehung zu anderen Staaten
Seit 1938 haben die Fürsten von Liechtenstein ihren Sitz auf dem Schloss Vaduz. Das ist bis heute so. Auch während des Zweiten Weltkriegs blieb Liechtenstein neutral.
Seit 1990 ist Liechtenstein Mitglied der UNO und seit 1995 Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR).
Liechtenstein pflegt gute Beziehungen zur Schweiz und Österreich. Liechtenstein gehört auch dem Schengen-Raum an. Neben Norwegen, Island und der Schweiz war Liechtenstein das vierte Land, das Mitglied der Schengen-Union wurde, ohne der Europäischen Union anzugehören.
Die Verfassung
Die Verfassung aus dem Jahr 1921 ist heute noch Grundlage des Staates Liechtenstein. Das Fürstentum ist eine konstitutionelle Erbmonarchie auf demokratisch-parlamentarischer Grundlage. Doch was heißt das?
Landtag
Das Parlament, also die Volksvertretung, heißt in Liechtenstein "Landtag". Hier sitzen 25 gewählte Abgeordnete und schaffen gemeinsam mit dem Fürsten die Gesetze. Sollten sich die beiden Seiten nicht einig werden, trifft eine Volksabstimmung die letztliche Entscheidung.
Der vollständige Name des Fürsten zu Liechtenstein lautet übrigens "Fürst von und zu Liechtenstein, Herzog von Troppau und Jägerndorf, Graf zu Rietberg, Regierer des Hauses von und zu Liechtenstein".
Hast du dir das gemerkt? Es könnte ja sein, dass dich mal jemand fragt.
Im Jahr 1921 löste sich das Land von Österreich und wandte sich der Schweiz zu. Gleichzeitig verlor der Fürst einige Rechte und konnte nicht mehr uneingeschränkt herrschen. Es gab unabhängige Gerichte und man konnte auch gegen die Verwaltung Klage einreichen, wenn man meinte, ungerecht behandelt zu werden.
Diese Verfassung war bis zum Jahr 2013 gültig. Hinzu kamen nur das Frauenstimmrecht und Frauenwahlrecht im Jahr 1984 und die Gleichstellung von Männern und Frauen im Jahr 1992. 2003 wurde die Verfassung noch einmal geändert. In Liechtenstein kann der amtierende Fürst – wenn es gute Gründe gibt – den Landtag auflösen und auch mit Hilfe von Notverordnungen regieren. Bei der Entscheidung der Richterauswahl besitzt er ein Vetorecht. Das bedeutet, er kann gegen die Ernennung eines Richters Einspruch erheben.
Konstitutionelle Erbmonarchie?
Liechtenstein ist eine konstitutionelle Erbmonarchie. So hat der Fürst - anders als der König von England zum Beispiel - nicht nur repräsentative Pflichten, sondern kann auch innerhalb der Politik mitreden.
Das Fürstenhaus von Liechtenstein
Das Fürstenhaus von Liechtenstein gehört zu den alten europäischen Adelsfamilien. Bereits im 12. Jahrhundert wurde der Name Liechtenstein erwähnt.
Der heutige Fürst heißt Hans-Adam II. Er ist seit 1989 Staatsoberhaupt von Liechtenstein. Seine Ehefrau, Fürstin Marie, starb im Jahr 2021. Das Paar hat vier Kinder. Der älteste Sohn ist Erbprinz Alois. Er soll später seinem Vater als Fürst nachfolgen.
Welche Aufgaben hat der Fürst?
Liechtenstein ist eine konstitutionelle Erbmonarchie auf demokratischer und parlamentarischer Grundlage. Das bedeutet: Das Land hat einen Fürsten, aber auch ein gewähltes Parlament und eine Regierung.
Der Fürst besitzt mehr politische Rechte als viele andere Monarchen in Europa. Zum Beispiel müssen Gesetze von ihm bestätigt werden, und er ernennt die Regierung auf Vorschlag des Landtags.
Seit 2004 übernimmt Erbprinz Alois als Stellvertreter seines Vaters viele Aufgaben des Staatsoberhauptes und übt die Hoheitsrechte des Fürsten aus. Hans-Adam II. bleibt aber weiterhin der amtierende Fürst.

