Liechtenstein - Wirtschaft
Liechtenstein - ein Industrieland und großer Finanzplatz
Liechtenstein ist zwar sehr klein, besitzt aber eine starke und vielfältige Wirtschaft. Besonders wichtig sind Industrie, Dienstleistungen und der Finanzsektor. Die Wirtschaft ist eng mit der Schweiz verbunden. Liechtenstein verwendet den Schweizer Franken und bildet mit der Schweiz einen gemeinsamen Zoll- und Währungsraum.
Industrie und Hightech
Für ein so kleines Land hat Liechtenstein ungewöhnlich viel Industrie. Hergestellt werden zum Beispiel Maschinen, Präzisionsinstrumente, Bauteile und andere technische Produkte. Viele Unternehmen sind stark spezialisiert und verkaufen ihre Waren in zahlreiche Länder.
Industrie und produzierendes Gewerbe bieten einen großen Teil der Arbeitsplätze. Daneben gibt es viele kleine und mittelgroße Unternehmen. Landwirtschaft spielt heute dagegen nur noch eine geringe Rolle.
Liechtenstein exportiert einen großen Teil seiner Produkte. 2025 wurden Waren im Wert von rund 3 Milliarden Schweizer Franken ausgeführt – dabei ist der Handel mit der Schweiz noch gar nicht mitgerechnet. Wichtige Absatzmärkte liegen in Europa, den USA und Asien.
Warum pendeln so viele Menschen nach Liechtenstein?
Liechtenstein hat mehr Arbeitsplätze als Einwohner. Ende 2024 arbeiteten rund 43.400 Menschen im Land. Mehr als die Hälfte von ihnen wohnte jedoch außerhalb Liechtensteins und pendelte täglich zur Arbeit.
Von diesen Berufspendlern kamen rund 61 Prozent aus der Schweiz und 35 Prozent aus Österreich. Viele arbeiten in Schaan oder Vaduz, wo besonders viele Unternehmen ihren Sitz haben.
Liechtenstein als Finanzplatz
Auch Banken, Versicherungen, Fonds und andere Finanzunternehmen spielen eine wichtige Rolle. Ende 2025 gab es in Liechtenstein 11 Banken. Sie verwalteten allein im Land Kundengelder von rund 239 Milliarden Schweizer Franken.
Wie kann ein so kleines Land mit so wenigen Menschen eigentlich ein so bedeutender Wirtschaftsstandort sein? Auch in Liechtenstein müssen die Bürger*innen Steuern zahlen. Doch diese sind im Vergleich zu anderen Ländern sehr viel niedriger. Die Gesetze des Landes fördern Unternehmen, die hier ihr Geld anlegen wollen. Wer dem Euro nicht vertraut, will sein Geld vielleicht lieber in Schweizer Franken anlegen und das ist in Liechtenstein - hier ist die Währung ja der Schweizer Franken - leicht möglich.
Lange gab es hier auch das Bankgeheimnis. Das heißt, dass die Banken keine Auskünfte über das Vermögen ihrer Kunden gaben. Das lockte auch Leute an, die Nachfragen scheuen, woher ihr Geld eigentlich so genau stammt. Heute muss Liechtenstein sehr viel strenger kontrollieren und schauen, welche Leute nach dem Gesetz ihr Geld anlegen. Somit sind die Gesetze heute sehr viel stenger, so dass wir nicht mehr von einer "Steueroase Liechtenstein" sprechen können. Das Geld anlegen, kann man in Liechtenstein weiterhin, nur sind die gesetzlichen Kontrollen verstärkt worden.
Vom Agrarland zum modernen Wirtschaftsstandort
Noch vor einigen Generationen lebten deutlich mehr Menschen von der Landwirtschaft. Heute ist Liechtenstein ein moderner Wirtschaftsstandort mit Industrie, Hightech-Unternehmen und einem international bedeutenden Finanzplatz.
Gerade diese Mischung ist ungewöhnlich: Obwohl nur rund 41.000 Menschen in Liechtenstein leben, gibt es dort mehr als 43.000 Beschäftigte und Tausende Unternehmen.

