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Baltische Stämme um 1200[ © MapMaster, derivative work NNW / CC BY-SA 3.0 ]
Baltische Stämme um 1200

Frühe Geschichte

Erste Menschen siedelten um 12.000 v. Chr. auf dem Gebiet, das heute Lettland ist. Es entwickelten sich verschiedene Kulturen. Aus Jägern und Sammlern wurden ab etwa 4000 v. Chr. sesshafte Bauern.

Finnugrische Stämme wie die Liven wanderten im 3. Jahrtausend v. Chr. von Norden und Nordosten in das Gebiet ein. Sie verschmolzen mit den Balten, die hier ab dem 2. Jahrtausend siedelten. Diese baltischen Stämme waren zum Beispiel Kuren, Semgallen, Selonen und Lettgallen. Sie sind die Vorfahren der Letten.

Der Deutschordensstaat umfasste nicht nur das heutige Lettland, sondern auch Estland und Teile Ostpreußens.[ © Gabagool / CC BY-3.0 ]
Deutschordensstaat um 1400

Der Deutsche Orden

Im frühen Mittelalter bildeten sich viele kleine Fürstentümer. Sie wurden nach 1237 von Rittern des Deutschen Ordens erobert. Sie gründeten hier den Deutschordensstaat. Polen hatte um Hilfe gegen die Preußen gebeten und dafür den Ordensrittern Land versprochen.

Dieses Land wurde nun besiedelt, die Menschen zum Christentum bekehrt. Wirtschaftlich kam es zu einer Blüte. Die aus Deutschland eingewanderte Oberschicht (Deutschbalten) hatte großen Einfluss auf Kultur und Sprache und bildete den Adel.

Ende des 14. Jahrhunderts aber geriet der Deutschordensstaat unter den Einfluss des Großfürstentums Litauen sowie Polens, die sich 1385 zusammentaten und zum mächtigsten Reich im Ostseeraum aufstiegen.

Hier siehst du die historischen Regionen von Lettland.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Historische Regionen Lettlands

16. bis 18. Jahrhundert

Die Reformation wurde auch in Lettland durchgeführt und so wurde das Gebiet protestantisch. 1560 fand der Ordensstaat sein endgültiges Ende, als sich die weltlichen Herzogtümer Livland und Kurland der Lehenshoheit Polens unterstellten.

Russland, Schweden und Polen suchten immer wieder Einfluss im Baltikum zu gewinnen. Kriege und Epidemien ließen die Bevölkerung schrumpfen. So wurde Livland 1629 von Schweden erobert, Kurland wurde polnisch. 1710 kam das Gebiet im Großen Nordischen Krieg an Russland.

Erste Regierung des unabhängigen Lettland 1918[ © Bokums / CC BY-SA 4.0 ]
Erste Regierung des unabhängigen Lettland 1918

Erste Unabhängigkeit (1918-1940)

1917 endete die Herrschaft der Zaren in Russland und die Bolschewiken übernahmen die Macht. Das sollte auch in Lettland geschehen, doch Lettland befreite sich im Lettischen Unabhängigkeitskrieg von 1918 bis 1920 von der russischen Herrschaft und rief die Republik aus. Ab 1936 wurde Lettland nach einem Staatsstreich diktatorisch von Kārlis Ulmanis regiert. Im Hitler-Stalin-Pakt teilten Deutschland und Russland Osteuropa 1939 unter sich auf. Bis 1940 blieb Lettland noch unabhängig, dann besetzte die Sowjetunion Lettland.

Lettland war eine Teilrepublik der Sowjetunion.[ © Shadowxfox / CC BY-SA 3.0 ]
Lettland als Teil der Sowjetunion

Lettische Sozialistische Sowjetrepublik

Mit der Besatzung durch die Sowjetunion wurde 1940 die Lettische Sozialistische Sowjetrepublik gegründet. 1941 wurde Lettland von Deutschland besetzt. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Lettland 1945 wieder von der Sowjetunion besetzt. Bis 1990 blieb Lettland Teil der Sowjetunion. Die lettische Sprache und Kultur wurde in dieser Zeit stark unterdrückt (Russifizierung). Waren schon 1941 viele Letten deportiert (verschleppt) worden, führte man dies bis zu Stalins Tod fort. Zudem wurde eine Ansiedlungspolitik betrieben, durch die viele Russen nach Lettland kamen.

Ein Freiheitsdenkmal wurde zur ersten Unabhängigkeit Lettlands erbaut.[ © Vinterfrid / CC BY-3.0 ]
Freiheitsdenkmal in Riga

Unabhängigkeit 1990

Am 21. August 1991 wurde Lettland mit dem Zerfall der Sowjetunion erneut unabhängig. Schon im Mai 1990 war diese im Zuge der Singenden Revolution erklärt worden. Das Singen eigener Volkslieder oder Nationalhymnen war den Balten nämlich in der Sowjetunion verboten worden - nun zeigten sie singend ihr Bestreben nach Unabhängigkeit.

Wirtschaftlich waren die ersten Jahre der Unabhängigkeit schwierig, doch dann gab es ein großes Wirtschaftswachstum. 2007 kam die Krise, von der sich Lettland aber inzwischen erholt. Für die zum Teil jahrzehntelang im Land lebenden Russen bedeutet die Unabhängigkeit, dass ihre Staatsanghörigkeit zu Lettland nicht anerkannt wurde. Bis heute sind viel Russen staatenlos.

2004 trat Lettland der Europäischen Union bei und 2014 der Eurozone. Man bezahlt dort also mit dem Euro. Präsident von Lettland ist seit 2019 Egils Levits.

letzte Aktualisierung am 06.04.2020