Italiens Flagge Italien

Geschichte von Italien von 1861 bis heute

Viktor Emanuel II. war ab 1849 König von Sardinien-Piemont, ab 1861 bis zu seinem Tod 1878 König von Italien.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Viktor Emanuel II.

Königreich Italien (1861-1946)

Wie in vielen anderen Regionen entstand auch in Italien im 19. Jahrhundert eine Nationalbewegung. Man nennt sie Risorgimento, das bedeutet Wiedererstehung. Italien führte drei Unabhängigkeitskriege (1848/49, 1859 und 1866). Angeführt wurde die Bewegung vom Königreich Sardinien.

1860 befreite eine Truppe unter Führung des Freiheitskämpfers Guiseppe Garibaldi Sizilien von der Herrschaft der Bourbonen ("Zug der Tausend"). König von Sardinien-Piemont war seit 1849 Viktor Emanuel II. Er wurde nun im März 1861 zum König von Italien ausgerufen. 1866 kamen Venetien und Friaul zum Königreich dazu, 1870 wurde Rom eingenommen und ein Jahr später zur Hauptstadt. Der Kirchenstaat existierte damit nicht mehr. Erst 1929 wurde der Status der Vatikanstadt in den Lateranverträgen geklärt. Die Souveränität des Vatikans wurde nun vom italienischen Staat garantiert, Rom blieb Sitz der italienischen Regierung.

Anders als etwa Spanien oder Frankreich besaß Italien zu diesem Zeitpunkt noch keine Kolonien. Nun wurde 1890 Eritrea eine italienische Kolonie, die Bemühungen in Libyen führten erst 1934 zur Errichtung einer solchen. Italien beanspruchte zudem in der "Irredenta" Gebiete mit mehrheitlich italienisch-sprachiger Bevölkerung, darunter das Trentino, Dalmatien und Istrien.

Erster Weltkrieg, Faschismus und Zweiter Weltkrieg

Mussolini in Mailand 1930[ © Bundesarchiv, Bild 102-09844 / CC BY-SA 3.0 ]
Mussolini in Mailand 1930
Das Gemälde zeigt italienische Truppen in Afrika.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Italienische Kolonialtruppen in Afrika

Im Ersten Weltkrieg schloss sich Italien der Entente an und gehörte damit zu den Siegermächten. Es erhielt durch die Pariser Vorortverträge mehrere Gebiete von Österreich, nämlich Julisch-Venetien (inklusive Istrien), Südtirol und das Trentino.

Wirtschaftliche Not und hohe Arbeitslosenzahlen folgten in der Zwischenkriegszeit.1919 und 1920 versuchten Sozialisten eine Revolution nach dem Vorbild der Sowjetunion durchzusetzen. Das gelang nicht. Gegen diese Revolutionäre gründete Benito Mussolini einen Kampfbund, den "Fasci di Combattimento". Er gründete 1921 auch die National-Faschistische Partei PNF und präsentierte sich als Retter Italiens.

König Viktor Emanuel III. beauftragte Mussolini damit, eine neue Regierung zu bilden. Dieser marschierte mit 40.000 Mann nach Rom, wo er am 30. Oktober 1922 eintraf. Damit war seine Machtübernahme besiegelt. Immer weiter baute Mussolini nun seine Macht aus und errichtete eine faschistische Diktatur in Italien.

1935 marschierte Mussolini in Abessinien ein (heute Äthiopien) und besetzte das Land. Im Zweiten Weltkrieg kämpfte Italien an der Seite des Deutschen Reichs. 1943 marschierten die Alliierten in Italien ein und Mussolini wurde abgesetzt. Norditalien wurde daraufhin von deutschen Truppen besetzt und dort wurde Mussolini wieder eingesetzt. Bis Kriegsende 1945 wurde in Italien gekämpft. Seit 1900 war Viktor Emanuel III. König von Italien.

Guiseppe Conte wurde 2018 Ministerpräsident von Italien. Er gehört der Partito Democratico an.[ © European Union 2019 – Source: EP / CC-BY-4.0 ]
Guiseppe Conte, Ministerpräsident von Italien

Italien als Republik (seit 1946)

Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor Italien alle seine Kolonien. Der König, der den Faschismus unterstützt hatte, trat zugunsten seines Sohnes Umberto II. zurück. Eine Volksabstimmung beschloss 1946 die Abschaffung der Monarchie und die Errichtung einer Republik. König Umberto II. ging ins Exil. Eine neue Verfassung trat in Kraft.

Häufig wechselten seitdem die Regierungen in Italien. Das Nord-Süd-Gefälle (siehe Wirtschaft), Korruption und organisierte Kriminalität vor allem im Süden sind Probleme, mit denen Italien seitdem zu kämpfen hat. Auch ist das Land hoch verschuldet.

Bis 1990 war stets die christdemokratische Partei Demokrazia Cristiana an der Regierung beteiligt. Ab 1994 war Silvio Berlusconi mehrmals Ministerpräsident. Ihm folgten Mario Monti, Enrico Letta und Matteo Renzi. Renzi von der sozialdemokratischen Partei PD führte zahlreiche Reformen durch. Er kündigte 2016 seinen Rücktritt an, nachdem eine von ihm angestrebte Verfassungsreform gescheitert war. Im Dezember 2016 wurde Paolo Gentiloni neuer Ministerpräsident von Italien, 2018 wurde er von Guiseppe Conte abgelöst. Beide gehören der PD an.

1 2
letzte Aktualisierung am 03.04.2020