Griechenland - Leute
Wer lebt in Griechenland?
In Griechenland leben rund 10,4 Millionen Menschen. Die Bevölkerung des Landes ist in den letzten Jahren etwas kleiner geworden. Es werden weniger Kinder geboren, und viele Menschen werden älter. Vor einiger Zeit lebten noch fast 11 Millionen Menschen in Griechenland. Für Anfang 2025 nennt die griechische Statistikbehörde rund 10,37 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner.
Die meisten Menschen in Griechenland sind Griechinnen und Griechen. Daneben leben im Land auch Minderheiten und viele Menschen mit Wurzeln in anderen Ländern. Dazu gehören zum Beispiel Menschen mit albanischen, bulgarischen, rumänischen, armenischen oder nordmazedonischen Wurzeln.
Eine besondere Minderheit ist die muslimische Minderheit in Westthrakien im Nordosten Griechenlands. Dazu gehören Menschen türkischer Herkunft, Roma und Pomaken. Pomaken sind Muslime auf dem Balkan, die eine südslawische Sprache sprechen. Viele von ihnen leben in Griechenland und Bulgarien.
Viele Menschen in Griechenland leben in Städten. Besonders groß sind Athen und Thessaloniki. Athen ist die Hauptstadt und größte Stadt des Landes. Thessaloniki liegt im Norden Griechenlands und ist die zweitgrößte Stadt.
Griechenland ist ein Land mit einer älter werdenden Bevölkerung. Das mittlere Alter der Menschen liegt bei knapp 47 Jahren. Die Lebenserwartung ist hoch: Frauen werden im Durchschnitt etwa 84 Jahre alt, Männer etwa 79 Jahre.
Woran glauben die Griechen?
Die heutigen Griechen glauben nicht mehr an die alten Götter, wie du sie vielleicht aus den griechischen Sagen des Altertums kennst. Die meisten gehören dem orthodoxen Christentum an, das auch in der griechischen Verfassung als vorherrschende Religion festgeschrieben ist. Ihre Kirche ist die griechisch-orthodoxe Kirche. 81 bis 90 von 100 Griechen gehören dem orthodoxen Glauben an.
Stark in der Minderheit sind andere Religionen. Es gibt also nur wenige Katholiken, Protestanten und Muslime. Die meisten Muslime sind Türken oder Roma, manchmal auch Einwanderer aus Albanien oder aus Pakistan. Auch viele Flüchtlinge, die in Griechenland Zuflucht suchen, sind muslimischen Glaubens.
Griechenland ist Einwanderungs- und Auswanderungsland zugleich
Griechenland war schon immer ein Land, in dem Menschen ankamen und von dem Menschen aufbrachen. Das liegt auch an seiner Lage am Mittelmeer. Viele Inseln, Häfen und Küsten verbanden Griechenland seit der Antike mit anderen Ländern. Händler, Seefahrer und Siedler kamen nach Griechenland oder reisten von dort weiter.
Auch viele Griechen verließen in der Geschichte ihre Heimat. Sie gründeten schon in der Antike Siedlungen an anderen Küsten des Mittelmeers und des Schwarzen Meeres. Später wanderten viele Griechinnen und Griechen in andere Länder aus, zum Beispiel nach Deutschland, Australien, Kanada oder in die USA.
Heute ist Griechenland ebenfalls ein Einwanderungsland. Viele Menschen kommen aus anderen Ländern nach Griechenland, um dort zu arbeiten oder ein neues Leben zu beginnen. Außerdem erreichen Geflüchtete Griechenland über das Mittelmeer oder über die Grenze zur Türkei. Manche bleiben im Land, andere möchten weiter in andere europäische Länder.
Gleichzeitig verlassen auch heute noch Menschen Griechenland. Besonders während der Wirtschaftskrise nach 2010 gingen viele junge und gut ausgebildete Menschen ins Ausland, weil sie dort bessere Arbeitsmöglichkeiten fanden. Deshalb kann man sagen: Griechenland ist Einwanderungsland und Auswanderungsland zugleich. Menschen kommen nach Griechenland – und Menschen gehen von Griechenland weg.
Was spricht man denn in Griechenland?
Griechisch, ist doch logisch, wirst du vielleicht sagen. Stimmt! 97 von 100 Griechen sprechen die griechische Sprache, wobei es sich hier allerdings um das Neugriechische handelt. Das unterscheidet sich vom Altgriechischen, das die "alten Griechen" vor 2000 Jahren gesprochen haben. Die Unterschiede zwischen beiden Sprachen sind groß, allerdings lässt sich so einiges ableiten vom Altgriechischen.
Wenn du also die Texte der großen griechischen Philosophen wie zum Beispiel Aristoteles im Original lesen willst, dann musst du Altgriechisch lernen. Falls du durch Griechenland reisen möchtest, dann bist du mit Neugriechisch besser bedient. Der Unterschied ist in etwa wie der Unterschied zwischen Latein und Italienisch. Da lässt sich auch einiges ableiten, aber wer Latein gelernt hat, spricht leider noch nicht perfekt Italienisch.
Es gibt auch Dialekte des Neugriechischen. So spricht man im Norden des Landes etwas anders als zum Beispiel auf Kreta. Außerdem werden in Griechenland von Minderheiten und Zugewanderten weitere Sprachen gesprochen. Dazu gehören zum Beispiel Türkisch, Albanisch, Aromanisch, Romani und Pomakisch. Pomakisch wird von Pomaken gesprochen, einer muslimischen Bevölkerungsgruppe auf dem Balkan. Viele junge Menschen in Griechenland lernen ebenso Englisch in der Schule. Deshalb kommt man in touristischen Orten oft auch mit Englisch weiter.
Wie schreibt man Neugriechisch?
Neugriechisch wird – genauso wie Altgriechisch – mit griechischen Buchstaben geschrieben. Ein Satz auf Griechisch sieht zum Beispiel so aus: Σε αυτό το μαγαζί ψωνίζω συχνά. Das bedeutet: „In diesem Geschäft kaufe ich oft ein.“
Wer Griechisch lernen möchte, muss also auch das griechische Alphabet lernen. Einige Buchstaben kennst du vielleicht schon aus der Schule oder aus der Mathematik, zum Beispiel Alpha, Beta, Gamma oder Pi.
Straßenschilder und Wegweiser sind in Griechenland zum Glück oft in griechischen und lateinischen Buchstaben beschriftet. So können auch Touristinnen und Touristen lesen, wo sie sind. In kleinen Orten oder auf älteren Schildern kann es aber vorkommen, dass nur griechische Buchstaben zu sehen sind.

