Türkeis Flagge Türkei

Die Entwicklung der türkischen Bevölkerung

In den letzten hundert Jahren wuchs die Bevölkerung der Türkei stetig. Vier Jahre nach der Republikgründung 1923 hatte das Land gerade mal an die 14 Millionen Einwohner, heute sind es über 83 Millionen.

Während einerseits die Bevölkerung wuchs, verließen aber auch zahlreiche Türken das Land. Manche gingen beispielsweise nach Deutschland, um dort als sogenannte Gastarbeiter Geld zu verdienen. Viele hatten aber auch politische Gründe, das Land zu verlassen.

Minderheiten, darunter zum Beispiel Kurden, Juden, Armenier oder Alewiten, flüchteten vor Diskriminierung und politischer Verfolgung. Dass die Bevölkerung trotzdem weiter anstieg, liegt an der zeitgleichen Zuwanderung aus anderen Ländern, vor allem aus dem Balkan. Die Bevölkerung in der Türkei wuchs in den letzten Jahrzehnten also stetig, doch der Anteil verschiedener Bevölkerungsgruppen schrumpfte oder wuchs unterschiedlich.

Diese drei Freunde wohnen in Siverek in Südostanatolien.[ © Minamie's Photo / CC BY 2.0 ]
Jungs, Siverek, Türkei
Vielleicht regent es ja noch?[ © Jimmy Sudekum / CC BY 2.0 ]
Portrait, Türkin
Diese Frau überlegt gerade auf einem türkischen Markt, was sie kaufen soll.[ © Nana B Agyei / CC BY 2.0 ]
Türkei

Wer lebt in der Türkei?

Das ist ein Ladenbesitzer in Nevşehir. Das ist eine Stadt in Zentralanatolien.[ © Minamie's Photo / CC BY 2.0 ]
Ladenbesitzer, Nevşehir, Türkei

Durch den Ab- und Zustrom verschiedener Gruppen gibt es viele Bevölkerungsgruppen und Minderheiten im Land. Die Zahlen zu den jeweiligen Anteilen unterscheiden sich jedoch stark, je nach Quelle. So kann man schwer sagen, wie viele Menschen mit welcher ethnischen Zugehörigkeit tatsächlich in der Türkei leben.

70 bis 81 Prozent sind Türken. Die größte Minderheit wird von den Kurden gebildet, etwa neun bis 14 Prozent. Über die Beziehung dieser beiden Ethnien zueinander erfährst du mehr unter "Geschichte und Politik" sowie bei "Alltag und Kinder". Weitere Minderheiten wie die Zaza, die Tscherkessen und Bosniaken haben einen Anteil von zwei bis vier Prozent an der türkischen Gesamtbevölkerung. Außerdem leben noch Araber, Albaner, Laden, Georgier, Aramäer, Tschetschenen und religiöse Minderheiten wie jüdische Bevölkerungsgruppen in der Türkei.

Kurdische Frauen bei einem Nachmittagspläuschchen in der Stadt Tarlabasi (Tarlabaşı).[ © Gosia Kruszyna / CC BY-ND 2.0 ]
Kurdische Frauen, Tarlabaşı

Was spricht man in der Türkei?

Die Amtssprache in der Türkei ist Türkisch. Der offizielle Name  lautet "Turksprache Türkisch“. Von 100 Menschen in der Türkei lernen 80 diese von klein auf, also als Muttersprache. 10 bis 15 von 100 Menschen lernen Türkisch als Zweitsprache. Die Muttersprache dieser Menschen ist dann oft Kurdisch. Daneben gibt es weitere Sprachen, die im Land gesprochen werden. Insgesamt sind es etwa 20. Dazu zählen Zazaisch, Arabisch, Aserbaidschanisch und Bulgarisch.

Wie hört sich Türkisch an?

Özgür kommt aus der Türkei. Er erzählt dir hier einen türkischen Zungenbrecher. Er sagt auf Türkisch:

"Merhaba, ben Istanbul'dan Özgür. Size bir tekerleme söyleyeceğzim:
Kartal kalkar dal tartar, dal tartar kartal kalkar."

Übersetzt bedeutet das: "Hallo, ich bin Özgür aus Istanbul. Ich habe einen Zungenbrecher für euch:
'Der Adler steigt auf, wiegt sich der Ast. Der Ast wiegt sich, steigt der Adler auf.'"

Türkischer Kinderreim, von Aishe gesungen:

Aishe ist in Deutschland geboren, aber ihre Eltern kommen aus der Türkei, so kann sie neben Deutsch auch noch Türkisch sprechen. Sie singt euch ein ganz bekanntes Kinderlied vor. Es geht um einen kleinen Vogel, der frierend auf der Fensterbank sitzt. Jemand nimmt ihn in das Zimmer, so dass er sich aufwärmen kann. Der kleine Vogel erholt sich wieder und startet von der Fensterbank aus wieder in Richtung Freiheit. Hör einfach mal zu, wie das klingt!

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letzte Aktualisierung am 29.10.2020