Israels Flagge Israel

Ben Gurion rief die Unabhängigkeit Israels aus und war der erste israelische Präsident. [ © wikimedia, gemeinfrei ]

Der Staat Israel

Obwohl der Teilungsplan gescheitert war, rief am Ende David Ben Gurion am 14. Mai 1948 die Unabhängigkeit des Staates Israels aus. Ben Gurion war auch der erste Ministerpräsident eines demokratischen Staates Israel. Doch die Araber waren damit nicht einverstanden.

So kam es sehr schnell zu einem Krieg. Der Libanon, Syrien, Ägypten und Jordanien kämpften gemeinsam gegen Israel. Doch trotz der zahlenmäßigen Überlegenheit, siegten die Israelis. Sie eroberten gleichzeitig weitere Gebiete der Palästinenser, die ihnen laut Teilungsplan gar nicht zustanden. Damit vergrößerte sich das israelische Staatsgebiet.

Viele Palästinenser mussten in Lager fliehen, die im Westjordanland und im Gazastreifen lagen. Diese Gebiete kannst du auf der unteren rechten Karte gut erkennen. Sie sind Rot und Orange. Andere Araber blieben und wurden Israelis, also Bewohner von Israel.

So sah die Gebietsverteilung nach dem Israelisch-Arabischen Krieg aus. [ © wikimedia, gemeinfrei ]
Gebietsverteilung, Israel

Nur der Anfang von vielen weiteren Kriegen

Doch mit diesem Krieg - man bezeichnet ihn auch als "Ersten Arabisch-Israelischen Krieg" - nahmen die Auseinandersetzungen erst ihren Anfang. Immer wieder kam es zu Konflikten zwischen Israelis und Palästinensern wie zum Beispiel in der Suezkrise.

Der ägyptische Präsident Nasser plante, den Suezkanal zu verstaatlichen. Mit dem Geld, wollte er einen Damm bauen, den Assuan-Staudamm. Er schürte auch den Hass auf Israel und ließ den Kanal für die Schiffe aus Israel sperren. So marschierten im Oktober 1956 israelische Truppen in den Gazastreifen und auf die Sinai-Halbinsel.

Fast gleichzeitig griffen Großbritannien und Frankreich Ägypten an. Der Hintergrund war der, dass Großbritannien die Kontrolle über den Suezkanal nicht verlieren wollte. Die Aktion war heftig umstritten. Eine ernste politische Krise begann und brachte die Welt an den Rand eines Krieges.

Moskau warnte die Briten und Franzosen. Auch die Amerikaner schickten Kriegsschiffe. Doch in der UN-Versammlung, die einberufen wurde, stimmten die Sowjetunion und die USA gemeinsam mit "Ja", um einen weiteren Krieg zu verhindern. Die Vereinten Nationen standen damals vor ihrer größten Bewährungsprobe. Am Ende sorgte eine UN-Polizeitruppe am Suez-Kanal dafür, dass der Frieden gewahrt wurde.

Von Israel im Sechstagekrieg eroberte Gebiete[ © Hoheit / CC BY-SA 3.0 ]
Von Israel im Sechstagekrieg eroberte Gebiete

Ein Krieg von sechs Tagen?

Ein weiterer bedeutender Krieg war der Sechs-Tage-Krieg, der im Jahr 1967 stattfand. Mit diesem Krieg erreichte der Nahost-Konflikt damals seinen Höhepunkt.

Dem Krieg ging eine Provokation des ägyptischen Präsidenten Nasser voraus, der seine Streitkräfte am 16. Mai 1967 auf die Sinai-Halbinsel vorrücken ließ. Und Israel antwortete schnell und schaltete, bevor es zu einem ägyptischen Angriff kam, die gesamte ägyptische Luftwaffe aus.

Der Hass auf Israel wuchs

In diesem Krieg besetzte Israel das Westjordanland, Ost-Jerusalem, die Golanhöhen und den Gazastreifen. Auch die Sinai-Halbinsel war israelisches Gebiet. Damit wurde das israelische Staatsgebiet noch einmal vergrößert.

Für die Palästinenser war dieser Krieg ein weiterer Anlass, sich zu radikalisieren. Sie forderten verstärkt eine eigene Nation. Und in der gesamten arabischen Welt wuchs der Hass auf Israel weiter.

PLO

Die PLO ist eine übergeordnete Organisation der verschiedenen palästinensischen Gruppen und erkannte 1993 das Existenzrecht Israels an. So sollten sich die Israelis aus dem Gazastreifen und dem Westjordanland zurückziehen und die Verwaltung dieser Gebiete den Palästinensern überlassen. Doch nach dem Tod des Palästinenserführers Arafat 2004 gewannen die radikalen Kräfte der Hamas die Oberhand, die Israel als Staat ablehnen und gegen israelische Städte mit Raketenbeschüssen vorgehen.
Ein Bild, das um die Welt ging und Hoffnung auf Frieden weckte: Rabin, Clinton und Arafat. [ © wikimedia, gemeinfrei ]
Oslo-Verträge

Hoffnung auf Frieden

In den folgenden Jahren kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Palästinensern und der Frieden rückte immer weiter in die Ferne. Frieden sollte geschaffen werden und am Ende siegte immer wieder die Gewalt. Große Hoffnung hegten alle, als im Jahr 1993 ein Friedensabkommen zwischen dem PLO-Chef Arafat und dem israelischen Premierminister Isaak Rabin geschlossen wurde. Endlich bestand Aussicht auf Frieden. Im Beisein des damaligen amerikanischen Präsidenten Clinton sollte ein Friedensvertrag unterzeichnet werden.

Oslo steht für die Hoffnung auf Frieden

Die Verhandlungen fanden in der norwegischen Stadt Oslo statt, deshalb spricht man auch von den Oslo-Verträgen. Erstmals erkannten sich beide Seiten gegenseitig an. Geplant war ein Abzug der israelischen Truppen aus dem Gazastreifen und dem Westjordanland sowie eine palästinensische Selbstverwaltung. Doch einige strittige Punkte sparte man aus. Was sollte mit Jerusalem geschehen, was mit den vielen Flüchtlingen? Aber man verhandelte weiter, auch wenn viele Fragen noch nicht geklärt waren. Doch mit der Ermordung Rabins im November 1995 durch einen radikalen Israeli wurden alle Hoffnungen zunichte gemacht. Die Konflikte verstärkten sich sogar noch.

Hamas

Die Hamas ist eine radikalislamische Organisation, die sich die Vertreibung der Israelis aus dem Heiligen Land zum Ziel gesetzt hat. Sie wollen Israel vernichten und einen islamischen Staat errichten. Auch wenn die Führung der Hamas manchmal anderes sagt, so sind die meisten Hamas-Mitglieder radikal. Sie schicken Selbstmordattentäter nach Israel oder schießen Raketen ab. Somit verhindern sie, dass sich gemäßigte Gruppen innerhalb der Palästinenser durchsetzen. Auf die Gewalt der Hamas reagiert die israelische Armee hilflos ebenfalls mit Gewalt. Gewalt, der oft genug Zivilisten - auch viele Frauen und Kinder - zum Opfer fallen.

Keine Lösung in Sicht

Der Sicherheitszaun im Westjordanland[ © wikimedia, gemeinfrei ]
Sicherheitszaun im Westjordanland

So kam es wieder zu Konflikten, zu Entführungen, zu Raketenabwürfen und weiteren militärischen Aktionen. Zwischendurch gab es wieder eine Annäherung und man plante eine Zwei-Staatenlösung. Doch immer wieder stritt man sich über die Grenzverläufe dieser beiden Staaten. Ein großes Problem sind die jüdischen Siedlungen, die auch in den Autonomiegebieten der Palästinenser errichtet wurden. Hier bauen Israelis Häuser und nehmen den Palästinensern ihr Land. Was soll mit diesen Siedlungen geschehen, wenn es dort einen palästinensischen Staat geben würde? Damit schaffen die Siedler Tatsachen, die einem Friedensschluss im Weg stehen. Diese Siedlungen sind auch bei Israelis umstritten.

Die Israelis schützen ihre Siedlungen und so kommt es hier auch wieder zu Konflikten. So radikalisierten sich viele Palästinenser, vor allem junge Leute. Die Palästinenser fordern die Rückkehrmöglichkeit für die vielen Flüchtlinge ein, die aus ihren Gebieten vertrieben würden. Streitpunkt ist auch der Sicherheitszaun, den Israel im Westjordanland durch viele palästinensische Dörfer hat bauen lassen beziehungsweise immer noch baut. Viele Palästinenser fühlen sich in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt.

Radikale Palästinenser schießen Raketen auf Israel und die Israelis reagieren zunehmend mit Zerstörungen palästinensischer Gebiete. Auf die Bombenanschläge der radikalen Bewegung Hamas reagieren die Israelis mit Aktionen durch das Militär. Auf beiden Seiten starben und sterben viele Menschen, auch Kinder sind betroffen. 2014 kam es noch einmal zu einem heftigen Konflikt. Jede Seite behauptet, die andere sei Schuld an den Konflikten.

1 2 3
letzte Aktualisierung am 18.05.2020