Indonesiens Flagge Indonesien

Auch in einer verhältnismäßig wohlhabenden Stadt wie Jakarta leben viele Menschen in sehr ärmlichen Verhältnissen.[ © Kevin Dooley / CC BY 2.0 ]
Häuser in Jakarte, Indonesien

Armut

50 von 100 Indonesiern gelten heute noch als arm, obwohl das Land wirtschaftlich gewachsen ist. In manchen Regionen liegt die Zahl auch noch höher. Ein Problem ist die wachsende Ungleichheit im Land. So gibt es einige reiche Indonesier, während viele Menschen in großer Armut leben. Die Wirtschaft wächst, doch haben nicht alle Indonesier etwas von diesem Wirtschaftswachstum. Indonesien hat sich dem freien Markt geöffnet. Nicht alles wird von der Regierung vorgegeben, dennoch gibt es noch viele Unternehmen, die dem Staat gehören.

Folgen des Industriewachstums

Gestapelte Ölfässer in der Hauptstadt Jakarta[ © SarahTz / CC BY 2.0 ]
Ölfässer, Jakarta

Java ist die wirtschaftlich wichtigste Insel der insgesamt mehr als 17.000 Inseln, die Indonesien ausmachen. Auf Java leben auf Prozent der gesamten Landesfläche 60 von 100 Menschen. Indonesien ist sehr reich an Bodenschätzen und  führt Kohle, Zinn, Kupfer, Bauxit und Gold aus. So liegt die größte Goldmine der Welt in Indonesien. Beim Abbau von Erzen wird der Abfall oft in die Flüsse gekippt, was wieder zu einer Schädigung der Umwelt führt. Wenn Schwermetalle ins Wasser kommen, hat das Folgen für das Trinkwasser. Das giftige Wasser können Menschen nicht mehr trinken, aber auch die Fische sterben und das Wasser vergiftet den Boden für die Landwirtschaft. Erdöl muss allerdings mittlerweile eingeführt werden, weil nicht mehr so viel Erdöl gefördert wird und der Energiebedarf steigt, da die Industrie wächst. Die meisten Exporte gehen nach Japan, China und Singapur, aber auch in die USA.

Landwirtschaft

Diese beiden Farmarbeiter transportieren Getreide auf ihren Fahrrädern.[ © Danumurthi Mahendra / CC BY 2.0 ]
Farmarbeiter, Indonesien

Indonesien exportiert Produkte aus der Landwirtschaft, wie Palmöl, Gewürze, Soja, Kautschuk, Kakao, Tee, Kaffee und Tabak. 36 von 100 Indonesiern sind in der Landwirtschaft beschäftigt, wobei das wichtigste Produkt der Reis bleibt. Auch dieser wird zu einem großen Teil auf der Insel Java angebaut. Problematisch ist der steigende Anbau von Ölpalmen, aus deren Früchten das Palmöl gewonnen wird. Um Platz für die Plantagen zu schaffen, müssen viele Wälder weichen und werden gerodet. Palmöl ist das am meisten verwendete Pflanzenfett der Welt, und dessen Verbrauch hat sich innerhalb der letzten 20 Jahre verdoppelt. Der WWF schätzt, dass fast jedes zweite Produkt, das du im Supermarkt kaufst, Palmöl enthält. Du findest es nicht nur in Waschmitteln oder Kosmetik, sondern auch in vielen Schokoriegeln, in Eis oder sogar in der Pizza. Und Indonesien ist das Land, das am meisten Palmöl weltweit herstellt, die Hälfte dieses Öls stammt von dort.

Protest gegen die Zerstörung der Regenwälder

Diese Menschen demonstrieren gegen die Zerstörung der Regenwälder. Große Firmen schaffen durch die Rodung der Wälder Fläche für die Palmölherstellung.[ © Takver / CC BY-SA 2.0 ]
Demonstration, Regenwald
Die vielen kleinen Souveniershops in indonesischen Städten sind nicht zuletzt bei Touristen sehr beliebt.[ © Danumurthi Mahendra / CC BY 2.0 ]
Souvenirshop

Industrie und Dienstleistung

Innerhalb der Industrie ist die Herstellung von Nahrungsmitteln bedeutsam, aber auch die Produktion von Kleidung oder Leder. Ebenfalls wächst der Tourismus in Indonesien. Mittlerweile gibt es für diesen Bereich sogar einen eigenen Minister, der nur für den Tourismus verantwortlich ist. Dadurch werden neue Arbeitsplätze geschaffen und wird für Familien das Einkommen gesichert. So arbeiten viele Menschen im Bereich der Dienstleistungen. Dies bedeutet, dass sie ihre Arbeitsleistung anbieten. Sie arbeiten als Verkäufer oder in Restaurants und Hotels. Doch auch viele Kinder unter 18 Jahren arbeiten in diesen Bereichen und werden meist ausgebeutet.

letzte Aktualisierung am 18.05.2020