Bangladeschs Flagge Bangladesch

Arbeiter auf einem Feld in Bangladesch[ © Department of Foreign Affairs and Trade / CC BY 2.0 ]
Arbeiter, Bangladesch

Landwirtschaft in Bangladesch

Die Landwirtschaft ist der wichtigste Wirtschaftszweig in Bangladesch. Auf den Plantagen des Landes werden Tee, Tabak, Zuckerrohr und Reis angebaut. Zugunsten der Landwirtschaft wurde der Wald zurückgedrängt. Waldgebiete findet man noch, etwa in der Nähe von Chittagong oder die Mangrovenwälder in den Sundarbans. Lange Zeit prägten solche Wälder den Naturraum. Mittlerweile steigt auch der Anbau von Weizen, wobei immer noch Weizen eingeführt werden muss. Auch Jute wird als Nutzpflanze angebaut und ist eine wichtige Einnahmequelle, allerdings geht der Juteanbau wieder zurück. Die Fischzucht wächst und erhält größere Bedeutung.

Wirtschaft in Bangladesch: Oft müssen Felder geflutet werden, damit man Fische züchten kann.[ © John Pavelka / CC BY 2.0 ]
Fischer in Bangladesch

Wirtschaft in Bangladesch: Das Problem mit der Fischzucht

Es entstehen Farmen, die zur Fischzucht genutzt werden. Fische werden in Aquakulturen gezüchtet. Vor allem die Garnelenzucht hat den Reisanbau verdrängt. Das Ganze ist ökologisch nicht unproblematisch, denn aufgrund der Überflutung der Felder versanden die Böden, was schlecht für die Fruchtbarkeit des Bodens ist. Die Erträge der Reisfelder gehen dann wegen der starken Versalzung des Bodens wieder zurück. So macht man zwar Gewinne durch die Fischzucht, zerstört aber gleichzeitig die Lebensgrundlage der Menschen. Das bringt das ökologische Gleichgewicht durcheinander.

Furchtbare Arbeitsbedingungen

Viele Fabrikbesitzer in Bangladesch sorgen nicht annähernd ausreichend für die Sicherheit ihrer Arbeiter und es kommt regelmäßig zu Bränden oder anderen Unfällen mit vielen Verletzten und Toten. Besonders schlimm waren die Auswirkungen des Einsturzes einer Textilfabrik in Sabhar, bei dem im Jahr 2013 1127 Menschen getötet und 2438 verletzt wurden.

Industrie in Bangladesch: "Made in Bangladesh"

Die industrielle Produktion wächst immer weiter. Immer mehr Menschen finden Arbeit in den Fabriken, häufig auch in den Kleiderfabriken. Made in Bangladesh findest du auf ganz vielen Etiketten von billigen Kleidungsstücken. Guck doch mal im Kleiderschrank nach. Meist arbeiten die Menschen in diesen Fabriken unter ganz schlechten Bedingungen. Sie bekommen wenig Lohn, haben lange Arbeitszeiten und werden nicht geschützt. Immer wieder kommt es zu Protesten gegen die Regierung, die sich nicht für die Arbeiter einsetzt. In Bangladesch passieren regelmäßig Unfälle in Fabriken, bei denen auch Menschen ums Leben kommen. Außerdem arbeiten viele Kinder in den Fabriken (vergleiche auch Probleme der Kinder in Bangladesch). Ihre Familien sind oft auf die Arbeit der Kinder angewiesen, sodass das Problem der Kinderarbeit bestehen bleibt.

Das Städtewachstum sorgt zwar gewissermaßen für Arbeitsplätze, doch die Arbeitsbedingungen sind sehr schlecht.[ © enki22 / CC BY-ND 2.0 ]
Arbeiter in Bangladesch
Leider behandeln nur die wenigsten Fabriken ihre Arbeiter gut, das gilt vor allem für die Textilindustrie.[ © Solidarity Center / CC BY 2.0 ]
Näherinnen in Bangladesch
Diese Arbeiter sieben Steine aus dem Sand.[ © David Stanley / CC BY 2.0 ]
Arbeiter in Bangladesch
Besonders Kinder leiden unter der Armut in Bangladesch.[ © Sudipta Arka Das / CC BY-SA 2.0 ]
Kind in Mitten von Trümmern, Bangladesch

Armut

Bangladesch zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Und diese Massenarmut ist auch eines der größten Probleme des Landes. Obwohl sich in den letzten Jahren einiges in wirtschaftlicher Hinsicht verbessert hat, sind immer noch sehr viele Leute arm und müssen von weniger als einem US-Dollar am Tag leben. 1983 waren noch 41 von 100 Menschen so arm. Heute sind es weniger, doch das Ziel der Regierung, bis 2020 den Anteil von wirklich armen Menschen auf 10 von 100 zu verringern, wird wohl nicht erreicht werden.

letzte Aktualisierung am 18.05.2020