Guinea-Bissaus Flagge Guinea-Bissau - Geschichte von Guinea-Bissau II

Geschichte von Guinea-Bissau seit der Unabhängigkeit

1973 erklärte Guinea-Bissau seine Unabhängigkeit. Erster Präsident des Landes wurde Luís Cabral (Halbbruder von Amílcar Cabral). Die PAIGC war die einzige zugelassene Partei im Land. Der Aufbau eines sozialistischen Staates begann.

João Bernardo Vieira

1980 wurde Luís Cabral bei einem Militärputsch durch João Bernardo Vieira (Premierminister seit 1978) gestürzt. Die bis zu dieser Zeit geplante Vereinigung von Guinea-Bissau mit Kap Verde wurde nun aufgegeben. 1984 wurde eine neue Verfassung verabschiedet.

Mit dem Ende des Kalten Krieges und der Auflösung des Ostblocks löste sich Guinea-Bissau von seiner bisherigen Wirtschaftspolitik. Ab 1991 waren weitere Parteien erlaubt. Die Wahlen 1994 gewann Vieira.

Bürgerkrieg in Guinea-Bissau 1998/99

1998 rebellierte die Armee gegen Vieira und es kam zum Bürgerkrieg in Guinea-Bissau. Viele Menschen starben, andere flohen und lebten dann in Lagern außerhalb von Bissau. Häuser und Straßen wurden zerstört. Die schon zuvor sozial und wirtschaftlich schwierige Lage verschlimmerte sich durch den Bürgerkrieg noch einmal. Im Mai 1999 wurde Vieira gestürzt.

Wahlen brachten schließlich im Jahr 2000 Kumba Ialá an die Spitze des Staates. Der wurde 2003 gestürzt.

Übergangsregierungen nahmen ihre Arbeit auf. Von 2003 bis 2005 war Henrique Pereira Rosa Staatspräsident.

Drogenhandel in Guinea-Bissau

Ein großes Problem in Guinea-Bissau ist der Drogenhandel. Drogenhändler aus Lateinamerika nutzen das Land, um insbesondere Kokain nach Europa zu schleusen.

Zwischen 2004 und 2007 war Guinea-Bissau ein Drehkreuz für den Schmuggel, dann nahm der Drogenhandel ab, um ab 2012 wieder zuzunehmen.

Politik in Guinea-Bissau von 2005 bis 2025

Zu den Präsidentschaftswahlen 2005 trat neben anderen Kandidaten auch Vieira wieder an und wurde gewählt. Die Lage blieb instabil, es gab Putschversuche und Morde. Am 2. Mai 2009 wurde Vieira von Militärs ermordet.

Malam Bacai Sanha wurde nun Präsident. Einen Putschversuch 2011 konnte er abwenden. Er war aber gesundheitlich angeschlagen und starb bei einem Krankenhausaufenthalt in Frankreich im Jahr 2012.

Manuel Serifo Nhamadjo wurde nach einem weiteren Militärputsch Übergangspräsident. Am 23. Juni 2014 wurde José Mário Vaz zum neuen Präsidenten gewählt.

Im Februar 2020 wurde Umaro Sissoco Embaló Präsident von Guinea-Bissau. Er gewann im zweiten Wahlgang, obwohl er im ersten Wahlging hinter seinem Konkurrenten Preira gelegen hatte. Er vereidigte sich selbst gegen den Willen des Parlaments. Er war aber nach wie vor umstritten, ebenso wie der von ihm ernannte Premierminister. Ein Putsch 2022 gegen ihn wurde abgewendet, ein weiterer Putsch 2025 war dann erfolgreich.

Der nächste Putsch in Guinea-Bissau

Seit der Unabhängigkeit kommt es immer wieder zu einem Putsch oder Putschversuch in Guinea-Bisau. So geschah es auch 2025. Nach einer umstrittenen Präsidentschaftswahl am 23. November 2025 verschärfte sich die politische Krise. Bewaffnete Angriffe auf die Wahlkommission verhinderten den Abschluss der Stimmenauszählung.

Am 26. November 2025 übernahm das Militär in einem Putsch die Kontrolle, setzte Präsident Embaló ab und ernannte General Horta Nta Na Man zum Übergangspräsidenten.  Die Wahl wurde für ungültig erklärt. Der Präsident der Oppositionspartei PAIGC, Domingos Simões Pereira, wurde unter Hausarrest gestellt. International wird seine Freilassung gefordert, u.a. von Portugal. Am 6. Dezember 2026 soll es Neuwahlen geben.

letzte Aktualisierung am 06.08.2026