Guyanas Flagge Guyana

Die Transportwege in Guyana sind oft schlecht. Bei Regen verwandelt sich diese Straße in eine Schlammpiste.[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Ungepflasterte Straße bei Linden
Hier wird gerade eine Brücke gebaut.[ © JodyB / CC BY-3.0 ]
Brückenbau in Lethem

Gold, Bauxit, Reis und Zucker

Die Wirtschaft von Guyana ruht auf zwei Säulen: der Landwirtschaft und dem Bergbau. Bauxit, Gold und Diamanten sind neben Reis und Zucker die wichtigsten Exportgüter. Ebenfalls exportiert werden Garnelen und Holz. Die Wirtschaft ist in den letzten Jahren stets gewachsen, selbst in der weltweiten Finanzkrise seit 2008.

Probleme der Wirtschaft

Probleme sind der Mangel an gelernten Arbeitskräften, Naturkatastrophen wie insbesondere Überschwemmungen und eine schlechte Infrastruktur. Das Land ist schwer zugänglich und die Flüsse meistens nicht schiffbar, weil es viele Stromschnellen und Wasserfälle gibt. Das behindert vor allem die wirtschaftliche Entwicklung des waldreichen Hinterlandes.

Die Arbeitslosigkeit liegt bei 11 Prozent. 35 Prozent der Bevölkerung sind arm. Den Regierungen unter Bharrat Jagdeo (1999-2011) und Donald Ramotar (2011-2015) werden Korruption, Unterschlagung von Geldern und illegale Steuervergünstigungen für Indien und China vorgeworfen.

Reisfelder in Guyana[ © Wikimedia, gemeinfrei ]
Reisfelder in Guyana
Erdnüsse werden auch in Guyana angebaut.[ © Pollinator / CC BY-SA 3.0 ]
Erdnussanbau

Landwirtschaft

Die Landwirtschaft trägt 15,4 Prozent zur Wirtschaftsleistung des Landes bei. Zuckerrohr ist eines der wichtigsten Exportgüter. Es wird wie alle anderen landwirtschaftlichen Produkte in der Küstenebene angebaut. Das geerntete Zuckerrohr wird auf Lastkähnen über Kanäle zu den Zuckerfabriken gebracht. Die Lastkähne werden wiederum von Treckern vom Ufer aus gezogen.

Reis wird für den eigenen Bedarf, aber auch für den Export angebaut, weitgehend von indischen Kleinbauern, die von den Engländern nach der Aufhebung der Sklaverei ins Land geholt wurden. Weitere Produkte sind Weizen, Bananen, Kokosnüsse, Kaffee, Kakao, Zitrusfrüchte und Kürbisse.

Nicht an der Küste, sondern im Süden angebaut, werden Erdnüsse. Diese sind aber durch hohe Temperaturen und Feuchtigkeit häufig von Pilzgiften (Aflatoxinen) befallen und dürfen erst nach Untersuchungen verkauft werden.

Man züchtet in Guyana außerdem Rinder, Schweine, Schafe und Geflügel. Die Fischerei gewinnt an Bedeutung. Besonders Garnelen werden exportiert.

In Guyana zahlt man mit dem Guyana-Dollar. Diese Münze zeigt den Goldbergbau.[ © cgb / CC BY-SA-3.0 ]
Guyana-Dollar-Münzen
So sieht Bauxit aus. Es ist ein Aluminiumerz.[ © Martina Grosty / CC BY-3.0 ]
Bauxit

Industrie

15,3 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung wird in der Industrie erwirtschaftet. Zucker und Reis werden dort ebenso verarbeitet wie Holz und Textilien.

Wichtigster Industriesektor ist der Bergbau. Gold und Bauxit werden abgebaut. Drei riesige Goldminen befinden sich im Nordwesten des Landes. Sie zählen zu den größten Goldminen der Welt. In der Gegend um Linden, ein Ort, der als Bergarbeiterstadt entstand, baut man Bauxit im Tagebau ab. Nach der Aufbereitung wird das Bauxit exportiert. Die Produktionsstätten in Linden decken 90 Prozent des Weltbedarfs. Zu 95 Prozent ist Bauxit Ausgangsprodukt für das wichtige und begehrte Leichtmetall Aluminium, aber auch für den Bau feuerfester Anlagen benötigt man Bauxit.

Seit 2013 sucht man vor der Küste nach Erdöl und Erdgas. 2015 stieß das amerikanische Ölunternehmen Exxon Mobil auf vielversprechende Vorkommen. Weil der Küstenabschnitt mit den Bohrungen aber zu dem von Venezuela beanspruchten Gebiet gehört, kam es daraufhin erneut zum Grenzstreit zwischen den beiden Ländern. Nun kauft Venezuela keinen Reis mehr aus Guyana und liefert seinerseits kein Öl mehr an Guyana.

Dienstleistungen

69,3 Prozent der Wirtschaft kommt aus den Dienstleistungen. Hierzu gehören der Handel, die Gastronomie, Finanzen (also die Banken), Energie und Telekommunikation. Der Tourismus spielt bisher kaum eine Rolle.

letzte Aktualisierung am 23.04.2020